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19.03.2009 Frank Niemann*/Rudolf Felser

Internet Explorer 8 ist da

Die finale Version des Internet Explorer 8 lässt sich nun herunterladen.

Es ist soweit: Alle Versionen des endgültigen Internet Explorer 8 stehen auf den Microsoft-Servern bereit – auch für die verschiedenen Landessprachen. Microsoft hat den Browser für die 32- und 64-Bit-Versionen von Windows XP, Vista, Server 2003 und 2008 entwickelt. Das Programm soll auch als automatisches Update verteilt werden. Da gerade Admins das Auto-Update möglicherweise unterdrücken wollen, stellt Microsoft ein entsprechendes Toolkit bereit. Für die derzeit aktuelle Beta von Windows 7 gibt es allerdings keinen finalen Internet-Explorer 8, im fertigen Windows 7 soll er aber enthalten sein.

Lange Zeit hat Microsoft den Anschluss an andere Browser-Entwickler verloren. Erst mit dem Internet Explorer 7 lieferte das Softwarehaus eine halbwegs konkurrenzfähige Fassung. Mit dem nun verfügbaren Release 8 erhalten Windows-XP- und -Vista-Nutzer zusätzliche Funktionen, mehr Sicherheit und die Unterstützung wichtiger Web-Standards.

FIREFOX SITZT IE IM NACKEN Der mit dem Windows-Betriebssystem ausgelieferte Browser ist zwar noch immer am weitesten verbreitet, doch konnte insbesondere der Open-Source-Konkurrent Firefox dem Programm Marktanteile streitig machen. Mittlerweile hat auch Google, Microsofts Erzrivale im Web-Geschäft, mit Chrome einen eigenen Browser auf den Markt gebracht. Zudem gewinnt Safari von Apple an Popularität. So mancher Anwender nutzt den Internet Explorer nur deshalb noch, weil bestimmte Web-Angebote mit anderen Browsern nicht korrekt abrufbar sind. Mit Version 8 seines Web-Programms will Microsoft somit auch Marktanteile sichern. Über den Browser sollen die Anwender auch auf Microsoft-eigene Web-Dienste wie "Live Search" sowie andere Live-Dienste zugreifen können.

Einige Merkmale der Software hat sich der Konzern von Konkurrenten abgeschaut, andere sind tatsächlich neu. Eine Wiederherstellung abgebrochener Browser-Sitzungen beherrschen mittlerweile viele Web-Browser. Eine Neuheit ist dagegen die IE-Funktion "Web Slice". Sie ähnelt der Funktion von RSS-Feeds: Anwender können sich aktuelle Informationen einer Web-Seite über ein Browser-Menü einzeigen lassen, ohne dafür die Page ansteuern zu müssen. Das klappt aber nur, wenn der jeweilige Site-Betreiber entsprechende Vorkehrungen für Web Slice getroffen hat. Ein weiteres Feature: Sobald man eine Web-Adresse eintippt, schlägt der Browser URLs aus dem Verlauf (Historie) und den Favoriten (Bookmarks) vor. Ein Add-on-Manager soll es dem Nutzer erleichtern, Browser-Erweiterungen zu verwalten.

SCHUTZ VOR GEFAHREN Weit wichtiger für viele Anwender dürften aber die verbesserten Sicherheitsfunktionen sein. Dazu zählt der überarbeitete Anti-Phishing-Filter "Smartscreen". Er soll Surfer vor Sites schützen, die der Softwarekonzern als Schadcode-Schleudern ("Malware") identifiziert hat, unabhängig davon, ob es sich dabei auch um Phishing-Versuche handelt.

Nützlich ist auch eine Detailfunktion: Der IE 8 hebt den tatsächlichen Domain-Namen im Adressfeld hervor, wenn der betreffende Name in einer längeren URL erscheint. Phisher bringen bekannte Domain-Namen innerhalb eines gefälschten URL-Strings unter, um ahnungslose Web-Nutzer auf dubiose Websites zu locken. Über die neue Funktion können IE-Nutzer somit auch solche Phishing-Sites leichter identifizieren, die Microsoft noch nicht auf seiner schwarzen Liste führt. Mit "InPrivate" können Anwender zudem anonym surfen. Die Weitergabe persönlicher Daten während des Surfens wird unterbunden. Microsoft hat angekündigt, das Internet Explorer Administration Kit (IEAK) so zu erweitern, dass Firmen den Browser nach ihren Anforderungen anpassen können. Ferner soll es eine Browser-Version für Kinder und Jugendliche geben.

Abgesehen von den Neuerungen startet der IE 8 deutlich schneller als sein Vorgänger und präsentiert Web-Seiten flotter. Somit hinkt das Microsoft-Tool nicht mehr hinter Konkurrenzprodukten hinterher. Internet Explorer 8 unterstützt außerdem Web-Standards besser als seine Vorgänger. Beispielsweise setzt das Programm die Spezifikation Cascading Style Sheets 2.1 (CSS) gut um.

Da der neue Browser unter Umständen bestimmte Web-Seiten nicht anzeigen kann, die Features älterer IE-Versionen nutzen, hat Microsoft einen Kompatibilitätsmodus eingebaut. Dieser verarbeitet Web-Inhalte dann mit der Engine des IE 7. Über eine Schaltfläche rechts neben der Adressleiste wechselt der Nutzer in diese Betriebsart. Die Kompatibilitätsansicht lässt sich über das "Extras"-Menü einstellen. Hier können Firmen beispielsweise Intranet-Seiten eintragen, die im neuen Browser Schwierigkeiten machen können. Alternativ kann man dem Web-Programm auch befehlen, alle Seiten im Kompatibilitätsmodus anzuzeigen.

* Frank Niemann ist Redakteur der deutschen Computerwoche.

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