Gastkommentar: Wie die Digitale Dividende zum Wettbewerbsvorteil wird Detail - Computerwelt

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25.03.2009 Alexander Zuser*

Gastkommentar: Wie die Digitale Dividende zum Wettbewerbsvorteil wird

Derzeit wird in ganz Europa die Frage diskutiert, was in Zukunft mit diesen Frequenzen geschehen soll.

Radio und Fernsehen wurden in den letzten Jahren von analoger auf digitale Technik umgestellt. Die Digitalisierung bringt eine deutliche Effizienzsteigerung bei der Nutzung des Frequenzspektrums. Dadurch werden Teile des Spektrums frei. Der Gewinn dieser frei werdenden Frequenzen wird als Digitale Dividende bezeichnet. Derzeit wird in ganz Europa die Frage diskutiert, was in Zukunft mit diesen Frequenzen geschehen soll. Neben der weiteren Nutzung für Rundfunk und Fernsehen ist auch die Versorgung der Bevölkerung mit schnellen mobilen Datenanbindungen nicht nur technisch realsierbar, sondern auch ökonomisch sinnvoll.

Eine Reihe von Studien zeigt, dass eine Widmung der Frequenzen für den Mobilfunk zu weitaus höheren Produktivitätssteigerungen und in Folge größerem Wirtschaftswachstum führt. Ein weiterer Punkt, der für Mobilfunk spricht: Das Internet unterstützt mittlerweile nicht nur viele Unternehmen in ihrer Geschäftstätigkeit, sondern wird zu einem Universalmedium, das immer stärker andere Medien ablöst und daher in Zukunft unverzichtbarer Bestandteil unseres täglichen Lebens sein wird. Dafür werden auch höhere Kapazitäten benötigt. Dementsprechend kann nur durch die richtige Verwendung der Digitalen Dividende die Versorgung einer hohen Anzahl an Kunden mit hohen Bandbreiten gewährleistet werden.

Während unbestritten ist, dass mobile Breitbandanbindungen großen ökonomischen Nutzen stiften, wird bislang noch kaum darüber diskutiert, warum diese nicht auch über die Nutzung eines anderen Frequenzbereiches erbracht werden können. Die technische Erklärung ist einfach: Die frei werdenden Frequenzen liegen im unteren Bereich des Spektrums. Gerade hier gibt es eine optimale Balance zwischen Übertragungskapazität und Ausbreitungseigenschaften. Somit ist in diesem Frequenzbereich ein Breitbandausbau deutlich kostengünstiger als im höheren Spektrumsbereich. So würde die Einführung der nächsten Mobilfunkgeneration LTE rund sieben Mal weniger kosten. Anders ausgedrückt: Der flächendeckende Ausbau im oberen Spektrumsbereich rechnet sich nicht. Den ländlichen Gebieten bliebe der Zugang zu den neuen Breitbandtechnologien verwehrt.

Einige europäische Länder haben bereits erste Schritte unternommen, Teile der Digitalen Dividende der Nutzung durch den Mobilfunk zu widmen. Vorreiter sind Frankreich, Deutschland, Großbritannien und die Schweiz. In Österreich hat die Debatte mit Verspätung begonnen und geht nur schleppend voran. Auch wenn die Situation aufgrund der geografischen Lage und möglicher Interferenzprobleme mit angrenzenden Frequenzen etwas komplexer ist, darf die Politik die Hände nicht in den Schoß legen. Vielmehr ist sie hier gefordert, die Digitale Dividende kurzfristig und deutlich vor 2015 genauso wie Deutschland und die Schweiz im Bereich 790 bis 862 MHz entsprechend zu widmen und ein Vergabeverfahren einzuleiten. Nur so ist eine rasche Versorgung der ländlichen Gebiete mit modernen Kommunikationsdiensten möglich, und nur so kann dem Wirtschaftsstandort Österreich ein Wettbewerbsvorteil verschafft werden.

*Der Autor ist Head of Mobilkom Austria Group Services.

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