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06.04.2009 apa/Rudolf Felser

Das Festnetz ist noch lang nicht tot

Das Zusammenwachsen der Telekom- und Medienbranche sowie daraus resultierende konvergente Angebote könnten das Festnetz wieder beleben.

Österreich ist ein Land der Handytelefonierer und mobilen Internetsurfer, zeigen aktuelle Statistiken. Schwere Zeiten also für das gute, alte Festnetz, das zunehmend durch Mobilfunk ersetzt wird - könnte man meinen. Experten widersprechen nun dieser Einschätzung: Das Zusammenwachsen der Telekom- und Medienbranche sowie daraus resultierende konvergente Angebote werden das Festnetz wieder beleben, ergibt eine Umfrage des Unternehmensberaters Arthur D. Little und der Wertpapierspezialisten von Exane BNP Paribas unter knapp hundert Stakeholdern der Telekom-Branche in zwölf europäischen Ländern. In Österreich wurden laut den Angaben "praktisch alle relevanten Marktteilnehmer" interviewt.

Neben den reinen Zugangsdiensten gelten vor allem Inhalte als "Retter in der Not". Zuversichtlich stimmen der anhaltende Erfolg von Triple-Play-Services, die Endnutzern Telefonie, Breitband-Zugang und Internet-TV bieten, sowie die steigende Nachfrage nach Content.

Die Telekom Austria (TA) beziehungsweise Kabelnetzbetreiber könnten davon profitieren und ihre Festnetzsparten nachhaltig absichern, so Karim Taga, Geschäftsführer von Arthur D. Little Österreich. Durch das verstärkte Angebot gelang es teilweise bereits, den Kundenschwund einzudämmen oder sogar Neukunden dazu zu gewinnen, heißt es in der Studie "Reviving the Fixed Line - Beyond the Access and Content Battle", die auf den Gesprächen mit den Key-Playern am Telekommarkt basiert.

ANZEICHEN EINER DROHENDEN KRISE Europaweit seien Telekomunternehmen derzeit mit einem starken Rückgang der Umsatzerlöse in der Festnetzsparte konfrontiert, weil stationäre Telefonie durch Mobilfunk substituiert werde und der Wettbewerbsdruck durch andere Breitbandtechnologien steige. Von 2005 bis 2008 haben laut den Angaben durchschnittlich 10,1 Prozent der Kunden der Telekom Austria pro Jahr ihren Festnetzanschluss abgemeldet. Das sei die zweithöchste Rate innerhalb der untersuchten Länder. Außerdem erfolge der Internetzugriff verstärkt über mobiles Breitband. Im Jahr 2008 hat den Angaben zufolge die Anzahl der mobilen Breitbandkunden in Österreich die Marke von einer Million durchbrochen. Rund 38 Prozent aller Breitbandanschlüsse seien aufgrund sinkender Preise, hoher Servicequalität und Netzabdeckung bereits mobil.

Als "Renner" gelten derzeit auch Kombiprodukte aus fixem und mobilem Breitband. "UPC brachte beispielsweise in Zusammenarbeit mit One (jetzt Orange) ein Bündelprodukt auf den Markt. Tele2 offeriert sein Complete Home Go-Angebot in Zusammenarbeit mit H3G. Und die Telekom Austria bietet ihren Kunden einen DSL-Anschluss mit einem mobilen Breitbandanschluss in Kooperation mit der Mobilkom Austria", heißt es weiter. Großer Vorteil: Kunden, die Paketlösungen nutzen, würden sich durch eine besonders niedrige Bereitschaft auszeichnen, den Anbieter zu wechseln.

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