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07.04.2009 apa/Rudolf Felser

Geschäftsmodell für Twitter gesucht

Der Kurznachrichtendienst wächst rasant und hat bereits Millionen Nutzer. Was noch fehlt, ist ein profitabler Business-Plan.

Twitter beflügelt die Fantasie der kriselnden IT-Branche. Der Kurznachrichtendienst wächst rasant, Risikokapitalgeber drehen den Geldhahn weit auf – und dann machte am Wochenende auch noch das Gerücht die Runde, der Internet-Gigant Google wolle sich das Start-up einverleiben. Die Spekulationen haben sich nicht bestätigt, aber sie zeigen, welche Bedeutung Twitter erlangt hat.

Ob hinter dem Hype ein solides Geschäftsmodell steht, müssen die Gründer allerdings noch beweisen. Wer Twitter (übersetzt heißt es "Zwitschern") nicht kennt, dürfte sich über die Aufregung wundern – zu simpel klingt das Prinzip. Angemeldete Nutzer tippen Antworten in ca. SMS-Länge (140 Zeichen) auf die Frage "Was machst Du gerade?". Fotos, Videos oder Verweise auf andere Websites lassen sich mit einem Kurz-Link einbauen. Twitter ist einfach, aber schnell: Die Texte erscheinen in Echtzeit, lesen kann sie jeder per Computer oder Handy. Mitlesen kann die ganze Welt.

Der Charme des sogenannten Microblogging erschließt sich den meisten Menschen erst bei der Benutzung. "Twitter ist genau das, was Du willst. Es kann ein Werkzeug für Geschäftsleute, ein Zeitkiller für Teenager, ein Recherche-Assistent oder eine Nachrichtenquelle sein", erklärt der "New York Times"-Kolumnist David Pogue. Der Nutzer stellt sich sein Programm selbst zusammen und erhält Textschnipsel von Freunden oder der Familie, Promis oder Politikern, Kollegen oder Nachrichtenportalen im Web. Je nach Schätzung sind derzeit sechs bis zehn Millionen Nutzer aktiv.

GOOGLES INTERESSE ÜBERRASCHT NICHT Dass Google Interesse an dem Unternehmen aus San Francisco hat, ist für Experten keine Überraschung. Denn unter search.twitter.com lässt sich in Echtzeit durchsuchen, was die Nutzer schreiben – Trends im Netz werden im Handumdrehen sichtbar. Genau das fehlt dem (auch) Suchmaschinen-Betreiber noch, da seine Suchroboter das Web nur mit mit Zeitverzögerung durchforsten können. Zudem hinkt der Internet-Konzern mit seinem sozialen Netzwerk Orkut weit hinter den führenden Anbietern Facebook und MySpace hinterher – Twitter könnte diese Lücke schließen.

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