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09.04.2009 Telekom Austria BizMail *

Aus dem Netz gezwitschert

Mit Twitter sprechen Unternehmen ihre Communities und Interessensgruppen direkt an.

Den richtigen Zeitpunkt für den nächsten Medienhype rund um einen neuen Internetdienst scheint Twitter erwischt zu haben. Drei Jahre nach seiner Gründung ist der Micro-Blogging-Service derzeit eines der am schnellsten wachsenden Startups in den USA und gewinnt zunehmend auch Anhänger im deutschsprachigen Raum. Die Idee rund um den kostenlosen Service ist simpel: Die einen stellen per Handy oder Internet Statusmeldungen und Kommentare ins Netz, andere lesen diese. Die Meldungen dürfen eine Größe von maximal 140 Zeichen umfassen und werden an die persönliche Abonnenten-Schar des Twitter-Autoren geschickt.

Die Nutzer des Dienstes sind bereits so bunt und vielfältiger Herkunft, wie die Einbindungsmöglichkeiten in andere Dienste und Websites. Politiker "zwitschern" (engl. twitter) auf diese Weise zu ihren Anhängern, Zeitungen und Weblogs halten ihre Leser am Laufenden, und Stars und Sternchen versorgen ihre Fans mit Infos zu TV-Sendungen, Touren und Privatleben. Mit der typischen Liste eines Freundeskreises, wie auf Social-Networking-Seiten oft zu finden, hat die Abo-Gefolgschaft eines Twitter-Vögelchens wenig zu tun. Wer sich zu den Verfolgern eines Twitter-Autoren gesellen möchte, kann dies jederzeit tun. Spitzennutzer wie Barack Obama haben über 600.000 so genannte "Followers", die permanent über das Wohlbefinden und Aktivitäten des US-Präsidenten am Laufenden gehalten werden wollen. Anders als in Europa ist in den USA das Empfangen von Twitter-Meldungen auch per SMS am Handy möglich. Das SMS-Feature wurde letztes Jahr in den meisten Ländern aus Kostengründen abgedreht.

Was Twitter so erfolgreich macht, ist seine Offenheit gegenüber anderen Systemen. Bis dato noch völlig ohne Geschäftsmodell, lässt sich der Service mittels offener Schnittstellen in jede Umgebung ein- betten und mit anderen Internetdiensten verknüpfen. So können Vermischungen mit Landkarten, Fotoseiten und Networking-Platt- formen kreiert werden. Auch die Medien wissen die kleine Blogging-Plattform zu nutzen. Beliebte Twitter-Services sind ein News-Feed von CNN oder in Österreich die pointierte Kommentarstrecke von ZiB2-Sprecher Armin Wolf. In der jüngsten Vergangenheit haben die Twitter-Nutzer bewiesen, schneller als jede Zeitung zu sein: Von einem Flugzeugunglück Ende Februar in Amsterdam wurde zuerst über Twitter in Kurzform berichtet.

Auch Unternehmen haben die Möglichkeiten bereits erkannt, welche Services wie Twitter bieten. Beispielsweise holt die Fakultät für Psychologie der Universität Wien über diesen Weg Feedback bei ihren Studenten zu laufenden Kursen ein. Ein ähnlicher Dienst wie Twitter beschränkt die Verbreitung der Meldungen in einem geschlossenen Nutzerkreis einer Firma. Mit dem Service "Yammer" lassen sich in einem Intranet Meldungen zu Kollegen über den aktuellen Verlauf eines Projektes oder Neuigkeiten aus der Chefetage posten. Das globale Gezwitscher wird so kanalisiert und für firmeneigene Zwecke gebündelt. Die Grundfunktionen bei Yammer sind ebenfalls kosten- frei. Lediglich die erweiterte Administration des elektronischen Post- wegs der kleinen Echtzeitbriefe kostet eine geringe Gebühr.

So manche Konzerne und Institutionen haben schließlich Twitter auch als PR-Instrument entdeckt. So nutzt das Formel-1-Team BMW Sauber den Dienst als viralen Distributionsweg um seine Fans mit Informationen aus erster Hand zu versorgen. Als Teil eines inno- vativen Auftritts im Netz – so gibt es Fotostrecken auf flickr und das Racingteam hat einen eigenen Videochannel auf YouTube – lässt man die Konkurrenz alt aussehen. Dieter Rappold, Geschäftsführer der Webagentur knallgrau new media solutions sieht den "Dialog mit der Community dringend notwendig". Für Rappold geht es weniger darum, neue Werbeformen zu finden, sondern die Konsumenten damit direkt zu erreichen. "Unternehmen unterschätzen heute noch die Möglichkeiten dieser Plattformen", meint er. Doch sollten sich Firmen auch den Gefahren dieser Kommunikation bewusst sein: wer einmal mit den Zwitschern angefangen hat, darf nicht so schnell wieder aufhören. Andernfalls entstehe bei der Community der Ein- druck des Scheiterns, sich auf diesem Weg öffnen zu wollen.

Zuletzt wurde dies an prominenter Stelle beobachtet: Nach einem "We just made history. All of this happened because you gave your time, talent and passion. Thanks" in der Nacht seiner Wahl, ging die Twitter-Freudigkeit von Barack Obama auf Null zurück. 600.000 Anhänger warteten monatelang auf die nächsten Meldungen ihres Präsidenten.

* Mit freundlicher Genehmigung von Telekom Austria BizMail

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