Berthold Thoma, Drei: "Wir stehen definitiv nicht zum Verkauf" Detail - Computerwelt

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10.04.2009 Rudolf Felser

Berthold Thoma, Drei: "Wir stehen definitiv nicht zum Verkauf"

Der CEO von Hutchison 3G Austria, Berthold Thoma, spricht mit Computerwelt.at über die Marktbereinigung in Österreich.

In einem Interview der Wochenzeitung "Falter" sprach Hannes Ametsreiter, seit 1. April Nachfolger von Boris Nemsic an der Spitze der Telekom Austria, neben dem osteuropäischen Mobilfunkmarkt auch über eine mögliche Bereinigung am heimischen Markt. Er gehe davon aus, dass Hutchison 3G Austria (Drei) vom Markt verschwinden werde (siehe dazu "Drei steht nicht zum Verkauf"). Computerwelt.at hat das zum Anlass genommen, um den CEO von Hutchison 3G Austria, Berthold Thoma, zum Thema "Marktbereinigung" ebenfalls zu Wort kommen zu lassen

Computerwelt.at: Was sagen Sie zu der Aussage von Hannes Ametsreiter über die Bereinigung am heimischen Markt im aktuellen Falter? Berthold Thoma: Ich denke, er geht hier von einem Szenario aus, dass in erster Linie für unsere Mitbewerber wünschenswert wäre. Letztlich wäre der österreichische Konsument der größte Verlierer, wenn ihm so der investitonsstärkste Mobilfunkbetreiber, der gleichzeitig der größte Breitbandinvestor und Innovationsführer zu besten Konditionen am österreichischen Mobilfunkmarkt abhanden käme. Ich möchte noch hinzufügen, dass wir definitiv nicht zum Verkauf stehen, denn gerade die Telekommunikation ist in unserer globalen Wirtschaft viel mehr durch globale als durch lokale Interessen bestimmt.

Was hätten Sie Herrn Ametsreiter geantwortet bzw. wie hätten Sie reagiert, wenn er seine Einschätzung persönlich Ihnen gegenüber geäußert hätte? Hannes Ametsreiter ist ein absoluter Profi, den ich persönlich auch sehr schätze. Er kennt die Medien ausgezeichnet und weiß wie er sein Unternehmen gut positioniert. Ich bin mir sicher, dass dieses Gespräch unter vier Augen ganz anders ausgesehen hätte.

Wie viele Kunden hat Drei derzeit in Österreich? Zurzeit haben wir 713.000 Kunden, im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Wachstum von 24 Prozent. Besonders stolz sind wir auf unser extremes Wachstum bei Datenkunden und Datennutzung wo wir mittlerweile beim abgewickelten Verkehr klarerer Marktführer sind.

Wie sehen Ihre Prognosen bezüglich der Kundenzahlen für dieses Jahr aus? Wir gehen auch 2009 von ähnlichen Zuwachsraten wie vergangenes Jahr aus. Das bestätigt auch der Trend der ersten Monate. Wir haben große Summen in unser 3Meganetz investiert und können unseren Kunden dadurch die größte UMTS-Netzabdeckung bieten. Das zahlt sich jetzt aus, denn die Qualität unseres Service überzeugt immer mehr Kunden. Deshalb investieren wir gegen den Trend auch weiterhin in unsere Österreichische Infrastruktur und stellen anders als der Mitbewerb unser gesamtes Netz nun sukzessive auf das noch schnellere HSPA+ um.

Was ist ihre generelle Meinung zu dem Thema Marktbereinigung in Österreich? Sind wirklich zu viele Anbieter am heimischen Mobilfunkmarkt präsent? Eine Konsolidierung am Mobilfunkmarkt wird in unserer globalen Weltwirtschaft sicher kein rein österreichisches Thema sein, sondern ein internationales. Wer hier nur Österreich betrachtet denkt sehr kleinkariert. Nur gut international aufgestellte Unternehmen werden sich mittel- bis langfristig den weltweiten Markt teilen. Davon wird natürlich auch Österreich betroffen sein – siehe Bemühungen um Käufersuche der TA im letzten Jahr. Schlussendlich wird sich zeigen, dass nur ein schlanker, international kosteneffizient aufgestellter Betreiber auf Dauer bestehen kann. Entscheidend wird zusätzlich auch das internationale Netzwerk sein, in das die Unternehmen eingebunden sind. Gerade hier haben wir eine hervorragende Ausgangssituation mit Schwesterunternehmen in Großbritannien, Italien, Hong Kong, Macau, Schweden, Dänemark, Irland und Australien. Wenn man berücksichtigt, dass selbst eine Deutsche Telekom als größter lokaler Player sich nach Marktkapitalisierung weltweit nur um Platz acht bewegt, so ist für mich, im Rahmen einer möglichen globalen Konsolidierungswelle, keiner der sich hier am Markt befindlichen Betreiber als gesetzt zu betrachten.(rnf)

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