Profit 2.0: Das neue Web wird gewinnbringend! Detail - Computerwelt

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16.04.2009 Klaus Tochtermann, Werner Schachner *

Profit 2.0: Das neue Web wird gewinnbringend!

Die Anzahl jener, die Web 2.0 als reines Schlagwort ohne Substanz sehen, wird täglich geringer. Das neue Web ist längst Realität.

Für Klaus Tochtermann, Geschäftsführer des Know-Center, zeigt sich eindeutig, dass Web 2.0 bei heimischen Betrieben das Image als „Spielwiese für Junge und Freaks“ zunehmend verliert. Werner Schachner, Erfolgsdiagnostiker der Succon, ergänzt, dass das neue Web im Begriff ist, sich mit fundierten Anwendungskonzepten und Geschäftsmodellen in der Unternehmenswelt gewinnbringend zu etablieren.

Die Anzahl jener, die Web 2.0 als reines Schlagwort ohne Substanz sehen, wird täglich geringer. Das „neue“ Web - eine Kombination aus geändertem Userverhalten und gereiften Technologien - ist längst Realität. Auch den Unternehmen ist mittlerweile klar, dass der Einsatz von Web-2.0-Elementen nicht per se zu besser funktionierenden oder neuen Geschäftsmodellen führt. Sie erkennen, dass aktuell der Erfolg im Web auf einer neuen Haltung aller Beteiligten basiert. Bei den Konsumenten sind massive Veränderungen im Informations- und Kaufverhalten bereits voll im Gange. Produzenten und Anbieter passen ihre Verhaltensweisen erst allmählich den neuen Marktgegebenheiten an. Allmählich wird erkannt, dass die Nutzung von Web 2.0 eine bewusste Öffnung nach außen erfordert und etwa geänderte Rollen- und Aufgabenverteilungen, veränderte Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen oder auch eine vieldimensionale Vernetzung (insbesondere auf Informationsebene) zur Folge hat.

Fehlende Kenntnis über die Funktionslogik des neuen Web sowie fehlende Systematik in der Konzeption & Implementierung von Web-2.0-Elementen ließen bis dato viele der an Web 2.0 gestellten Erwartungen unerfüllt. Die häufig praktizierte Strategie, anderorts erfolgreiche Anwendungen zu kopieren und ohne eigenem Businesskonzept zur Anwendung zu bringen, war meist von Misserfolg gekennzeichnet. Trotzdem lenkten einzelne Erfolgsstories geänderter oder gänzlich neuer Geschäftsprozesse und –modelle (allen voran jene von Google) die Aufmerksamkeit vieler Unternehmen auf das Thema Web 2.0.

Den Web-2.0-Innovatoren ist es zu verdanken, dass die Erwartung an das neue Web Hype-Dimension erreichte und viele Unternehmen den Einstieg in das Web 2.0 wagten. Die systematische Analyse der steigenden Anzahl an Erfolgsstories (teils auf Zufall basierend, teils als Ergebnis umfassender strategischer Überlegungen) sowie der damit verbundenen Erfahrungen erlaubt es heute, mehr über die Strukturen im Web 2.0 zu erfahren. Sie ermöglicht es, die Funktionsweisen und Erfolgsgrundsätze des neuen Web zu verstehen. Wie Prof. Tochtermann und Dr. Schachner in ihrem aktuellen Fachbuch "corporate web 2.0 band II" zeigen, lassen sich auf Basis dieser Erkenntnisse nun auch gezielt organisations- und situationsspezifische Handlungsempfehlungen für die profitable Nutzung von Web 2.0 ableiten.

Aktuell lässt sich beobachten, dass Web-2.0-Anwendungen im Businessumfeld zunehmend auf klaren Konzepten und Strategien beruhen. Auch werden die Potenziale des Web für die Geschäftswelt wesentlich realistischer beurteilt als noch vor kurzem. Dies lässt sich auch mit dem aktuellen Hype Cycle for Emerging Technologies der Gartner Group belegen: Web 2.0 hat hier den „Gipfel der überzogenen Erwartungen“ weit überschritten und befindet sich kurz vor der Talsohle der Konsolidierung.

Künftige Geschäftsmodelle werden vermehrt Elemente wie Blogs, Wikis oder auch Social Networking Komponenten als integrativen Bestandteil aufweisen - Elemente, die auf die Vernetzung von Menschen abzielen. Hinsichtlich der geforderten Vernetzung von Daten wird die Bedeutung semantischer Technologien weiter steigen. Web 2.0 wird verstärkt der Kollaboration dienen, sowohl innerhalb einzelner Unternehmen als auch darüber hinaus. Das Web wird dabei, im Gegensatz zu früher, in sämtlichen Bereichen der Wertschöpfungskette zum Einsatz kommen. Selbst die aktuell schwierige Wirtschaftslage wird den im "Forrester´s Global enterprise Web 2.0 Market Forecast: 2007 To 2013" prognostizierten, weltweiten Anstieg der Ausgaben von Unternehmen für Web-2.0-Anwendungen auf 4,6 Milliarden Dollar bis 2013 nicht stoppen, sondern lediglich verlangsamen können.

Die explosionsartige Entwicklung des Web zeigt immer deutlicher, dass die Struktur des Internet für Größenordnungen wie wir sie heute erleben und künftig erwarten nicht dimensioniert ist (bis 2012 wird etwa eine Versechsfachung des Datenverkehrsvolumens im Internet prognostiziert!). Unter dem Begriff „Future Internet“ wird deshalb bereits an einer gänzlich neuen Netzarchitektur für das Internet der Zukunft entwickelt.

Von 2. bis 4. September 2009 findet die I-KNOW, eine der größten internationalen Tagungen zum Thema Wissensmanagement und Wissenstechnologien im europäischen Raum, in Graz statt. Im Mittelpunkt dieser Konferenz steht die Beantwortung der Frage, wie Unternehmen technologiegetriebene Innovationen - etwa jene im/zum Web 2.0 - im Kontext des Wissensmanagements erfolgreich nutzen können.

* Klaus Tochtermann ist Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des Know-Center Graz, Österreichs Kompetenzzentrum für Wissensmanagement. Werner Schachner übernahm der Begründer der Erfolgsdiagnostik die Geschäftsführung der Succon und ist seither beratend im Bereich der Management- und Organisationsentwicklung tätig. Gleichzeitig ist er strategischer Partner des Know-Center.

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