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17.04.2009 apa/Rudolf Felser

Krise ist Gold wert für heimischen Online-Werbemarkt

Nachdem Österreich bei Online-Werbung im internationalen Vergleich lange hinterhergehinkt ist, erhält die Branche derzeit kräftigen Aufwind.

Die "Krise" ist Gold wert für den heimischen Online-Werbemarkt: Nachdem Österreich bei Online-Werbung mit drei bis vier Prozent der Werbeausgaben im internationalen Vergleich lange hinterhergehinkt ist, erhält die Branche derzeit kräftigen Aufwind.

"Aktuell sind es rund sieben Prozent der Spendings, und bis Jahresende rechne ich mit einer zweistelligen Zahl." Das erklärte Matthias Ehrlich, Vorstand der United Internet Media AG (UIM) und Vize-Präsident des deutschen Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW), im Gespräch mit der APA. Deutschland liege inzwischen bei rund 15 Prozent, die Schweiz erst bei drei Prozent, "aber auch dort bewegt sich etwas". Der späte Boom der Online-Werbung in Österreich biete eine Chance, nicht dieselben Fehler zu machen wie in anderen Ländern. "Es hat zwei Jahre gedauert, bis den Experten klar war, dass klassische Werbung in sozialen Netzwerken nicht funktioniert. Denn wenn Menschen selbst kommunizieren, wollen sie nicht angesprochen oder von der Seite angebrüllt werden", so Ehrlich, der vor vermeintlichen "Innovationen" warnt: "Moden wie Twitter werden als Werbeform schon bald wieder verschwunden sein."

STARKES WACHSTUM HÄLT AN Die United Internet Media AG, die laut den Angaben rund 160 Millionen Internetnutzer in Europa über die Vermarktung der Portale GMX, WEB.DE, 11 sowie mehrere Partnerportale erreicht, habe in Österreich im vergangenen Jahr ein Plus von rund 300 Prozent beim Online-Werbeumsatz verbucht. "Das ist eine absolut rasante Aufholjagd. Und das starke Wachstum hält auch heuer an", gab sich Ehrlich überzeugt. Die Finanzbranche sei derzeit klarerweise nicht der große Treiber, aber dafür würden andere Branchen verstärkt auf Online-Werbung, die sich als Krisengewinner entpuppe, setzen.

Davon profitiere auch der E-Mail- und Messaging-Anbieter GMX (Global Message Exchange), der vor rund zehn Jahren - im März 1999 - in Österreich an den Start gegangen ist. Inzwischen haben laut den Angaben rund 1,6 Mio. Österreicher ein aktives GMX-Postfach. Das Portal besuchen durchschnittlich rund 1,4 Mio. heimische Nutzer pro Monat, ergab eine kürzlich veröffentlichte Studie der Österreichischen Webanalyse (ÖWA). Das Netzwerk liegt damit auf Platz zwei der meistaufgerufenen Dachangebote, hinter ORF.at mit 1,9 Millionen Nutzern.

RASCHE REAKTION Der Erfolg im deutschsprachigen Raum sei auf den frühen Start, die Marktnähe und die rasche Reaktion auf neue Entwicklungen zurückzuführen, erklärte GMX-Geschäftsführerin Eva Heil gegenüber der APA. Außerdem lege man großen Wert auf einen seriösen Umgang mit den Nutzerdaten. Finanziert wird das Angebot durch Werbung, Partnerschaften mit E-Commerce-Anbietern und kostenpflichtige Dienste. Wachstum sei in allen drei Bereichen zu verzeichnen.

Die von Experten prognostizierte rückläufige Bedeutung von E-Mails bei jugendlichen Nutzern und den Trend zu Instant Messaging sowie sozialen Netzwerken nehme man ernst. Inzwischen sei auch eine Vielzahl an Communities auf der GMX-Plattform zusammengeführt worden. Allerdings würden die neuen Kommunikationsformen als Ergänzung zur E-Mail gesehen. "Wir behalten Entwicklungen wie Twitter im Auge, das Nutzungsverhalten zeigt aber anderes", so Heil. (apa)

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