Infineon könnte Deutschlandfonds anzapfen Detail - Computerwelt

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20.04.2009 apa/Rudolf Felser

Infineon könnte Deutschlandfonds anzapfen

Der Münchner Konzern wolle eine Staatsbürgschaft über mehrere Hundert Millionen Euro, berichtete die Welt am Sonntag.

Der Halbleiterkonzern Infineon will einem Zeitungsbericht zufolge den Deutschlandsfonds anzapfen und arbeitet dafür mit Hochdruck an einem offiziellen Antrag. Der Münchner Konzern wolle eine Staatsbürgschaft über mehrere Hundert Millionen Euro, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person.

Nach ersten Gesprächen in Berlin lasse Infineon nun von der Unternehmensberatung McKinsey einen Geschäftsplan ausarbeiten. Dabei handle es sich um ein Konzept, wie der Konzern aus der Krise geführt werden könne. Zudem habe Infineon die Beratungsgesellschaft Roland Berger mit der Finanzierungsplanung beauftragt. Mit den Plänen solle die Bundesregierung davon überzeugt werden, dass Infineon langfristig eine Zukunft habe. Spätestens im Juli wolle man eine Entscheidung.

Ein Infineon-Sprecher wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Der Konzern, der unter einem herben Nachfrageeinbruch leidet, prüft seit mehreren Wochen, wie er an Staatsgelder kommen kann und setzt dabei insbesondere auf seine Rolle als wichtiger Automobilzulieferer. Nach Angaben des Elektronikverbands ZVEI kann sich die europäische Automobilwirtschaft einen Zusammenbruch von Infineon nicht leisten. Das Unternehmen muss bis zum Sommer 2010 insgesamt rund 700 Millionen Euro refinanzieren, stößt bislang aber angesichts der globalen Chipkrise auf Skepsis bei Geldgebern.

Zuletzt hatte Finanzvorstand Marco Schröter sogar eine millionenschwere Lehman-Erstattung aus dem Einlagensicherungsfonds in die Kasse für das laufende Geschäft verschoben, weil der Konzern derzeit jeden Euro gebrauchen kann. Die Speicherchiptochter Qimonda hatte Anfang des Jahres Insolvenz anmelden müssen. (apa)

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