Phion setzt verstärkt auf Kernländer Detail - Computerwelt

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21.04.2009 apa/Rudolf Felser

Phion setzt verstärkt auf Kernländer

Beim Computer-Sicherheitsspezialisten laufen die Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz besser als in anderen Regionen.

Beim börsenotierten Tiroler Computer-Sicherheitsspezialisten Phion laufen die Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) derzeit besser als in den anderen Regionen. "In Italien ist nicht gerade die Hölle los und in Osteuropa wird auch kein Geld gedruckt", erklärte Phion-Chef Wieland Alge im Gespräch mit der APA. Sein Unternehmen sei zwar "zum Wachstum verdammt, das muss aber nicht zwangsläufig außerhalb des DACH-Raums sein".

Die aktuelle Wirtschaftskrise sieht er eher gelassen: "Zwar gibt es eine dramatische Unsicherheit, die alle befallen hat, aber keine Anzeichen, dass ein Crunch wirklich stattfindet", so Alge. Allerdings sei die weitere Entwicklung schwer abschätzbar: "Seit es Netzwerkinfrastruktur gibt, hat es noch keine wirkliche Krise gegeben. Daher haben wir keine Erfahrungswerte." Bei den derzeit 90 Mitarbeitern sei es zwar zu "Umschichtungen" gekommen, Pläne für einen Personalabbau gebe es aber keine.

Wenn Unternehmen einsparen müssten, sei die IT-Sicherheit davon normalerweise nur wenig betroffen. Dazu beigetragen habe auch die "zunehmende Zahl der Horrormeldungen" über Datendiebstahl und Wirtschaftskriminalität mit IT-Unterstützung, die Alge als direkte Auswirkung der Krise sieht. "Marktbegleiter verwandeln sich in Feinde. Ich möchte nicht wissen, was unter Automobilzulieferern derzeit los ist", so der Phion-Chef. Komplizen dabei seien frustrierte Mitarbeiter, die "jetzt von den Unternehmen zu Tausenden produziert werden".

IPO WAR RICHTIGE ENTSCHEIDUNG Trotz des auch in Folge der Krise deutlich gesunkenen Kurses der Phion-Aktien, die im Mittelstandssegment der Wiener Börse (mid market) notieren, sieht Alge den Börsegang im Juli 2007 als die richtige Entscheidung. "Sonst hätten wir nicht fünf Mio. Euro Cash und wären auf Banken oder Private Equity angewiesen. Dann hätten wir wirklich ein Problem. So lässt es sich mit dem Aktienkurs leben, auch wenn es nicht die Zeit ist, wo man gerne an der Börse ist. Schon gar nicht an einer kleinen."

Der mid market sei als "Sprungbrett" für den Aufstieg in den prime market angepriesen worden, nun aber eher ein Auffangbecken für den prime market. Dass Phion die einzige Software-Firma an der Wiener Börse sei, mache es nicht leichter, von den Investoren gefunden zu werden. Generell hätte der Start des Mittelstandssegments ein Jahr früher erfolgen müssen. "Dann würden heute mehr Unternehmen gelistet sein und die hätten mehr Eigenkapital als Fremdkapital, das sie jetzt nicht kriegen." Aber auch das "durchaus ausgeprägte Prestigedenken der heimischen Emissionsbanken" sei dem mid market nicht zuträglich gewesen.

Einem Börsewechsel kann Alge aber trotzdem nichts abgewinnen: "Nein, was bringt es denn? Woanders scheint derzeit auch nicht die Sonne." An eine Übernahme des Unternehmens aufgrund der gesunkenen Marktkapitalisierung glaubt Alge im Augenblick nicht: "Wenn die Gefahr bestünde, wäre der Aktienkurs höher. Allerdings fürchte ich mich davor auch nicht." Außerdem hätten Finanzinvestoren derzeit kein Geld und strategische Käufer würden nicht zuschlagen, nur weil die Situation gerade günstig wäre. Selbst ein Unternehmen zu übernehmen sei auch nicht aktuell: "Wir suchen nicht mehr."

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