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Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


22.04.2009 Reinhard Zuba*

Gastkommentar: Neue Glieder in der mobilen Wertschöpfungskette

Die Wertschöpfungskette ist in Österreich stärker als in anderen Ländern.

»The future is mobile.« Heute trifft diese Botschaft mehr denn je zu – nicht nur für wenige Technik-Affine, sondern für die breite Masse. Gerade der österreichische Mobilfunkmarkt wird international oftmals als prototypischer Vorreiter betrachtet. Der intensive Wettbewerb bei Sprachservices hat die heimischen Betreiber früher als andere dazu veranlasst, neue Einnahme-quellen durch die Vermarktung von Zusatz- beziehungsweise Datenservices zu erschließen.

Die Wertschöpfungskette ist in Österreich stärker als in anderen Ländern. Auszüge aus der Erfolgsgeschichte: Österreich im europäischen Spitzenfeld bei mobilem Breitband, Einführung neuer mobiler Breitband-Technologien wie aktuell HSPA+ erstmals in Europa, über eine Million SMS-Parkscheine im Monat, Mobilkom Austria brachte als erster Betreiber weltweit NFC-Services auf den Markt, das Geschäft mit Handy-Spielen floriert. Kein Wunder also, dass neue Player versuchen, sich als zusätzliche Glieder in die Wertschöpfungskette einzufügen. Diese Player sind keine No-Names, sondern bekannte international agierende Unternehmen à la Google oder Skype sowie Handyhersteller wie Nokia. Sie wollen einen Teil vom Mobilitäts-Kuchen. Und sie werden ihn auch bekommen.

Viele Initiativen mögen vordergründig nicht zur Freude der etablierten Kräfte beitragen, aber sie treffen den Geschmack der Kunden. Kürzlich hat ein großer deutscher Betreiber aufhorchen lassen, weil Skype am Handy gesperrt werden sollte. Damit wird leichtfertig eines der wichtigsten Assets verspielt, die ein Mobilfunker hat: die Nähe zum Kunden. Der wesentliche Erfolgsfaktor für die Entwicklung der letzten Jahre liegt letztlich daran, dass Mobilfunker möglichst alle Anwendungen für mobile Geräte aus einer Hand angeboten und gleichzeitig mit lokalem Kundenservice eine Vertrauensbasis geschaffen haben, die global agierende Unternehmen in der Form nicht erreichen können.

Trotz Vertragsbindungen: Wer von seinem Anbieter nicht bekommt, was er will, wird sich nach Alternativen umsehen. Auch zu Skype kann man stehen, wie man will. Faktum ist, dass Skype proprietäre Technologien verwendet und kaum in Firmenlösungen integriert werden kann. Faktum ist aber auch, dass Kunden in gewissen Fällen Skype am Handy nutzen wollen. Die Mobilkom Austria hat hier eine klare Strategie: Tragfähige Kooperationsmodelle finden statt Dienste sperren. Mit A1 over IP haben wir schon 2007 einen Service gelauncht, der auf Industriestandards basiert und in vielen Punkten mit Skype vergleichbar ist, etwa dank Kooperationen mit Fring! und Nimbuzz, die Clients für die Nutzung von Skype am Handy anbieten. Dieses Modell lässt sich auch auf Application Stores einiger großer Hersteller von Smartphone-Betriebssystemen umlegen. Die dort vertriebenen Anwendungen werden das mobile Ökosystem positiv beeinflussen.

Wer als internationaler Player in Kooperationen die Vorteile bestehender Kundenbeziehungen, professionellen Kundenservices und lokalem Marketing-Know-how nutzt, wird gemeinsam mit den Mobilfunkbetreibern die mobile Zukunft gestalten.

*Der Autor ist Bereichsleiter Marketing bei Mobilkom Austria.

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