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07.11.2012 Rudolf Felser/apa

Telekom-Anklage ist rechtskräftig

Die Anklage zum Vorwurf der Kursmanipulation der Aktien der Telekom Austria im Jahr 2004, wodurch rund hundert Telekom-Manager von einem Bonusprogramm profitierten, ist mangels Einspruchs rechtskräftig. Der Sprecher des Wiener Landesgerichts für Strafsachen, Andreas Hautz, bestätigte der APA am Mittwoch einen Bericht der Tageszeitung "Die Presse". Zwei Jahre hat die Staatsanwaltschaft Wien gebraucht, um die Vorwürfe aufzuarbeiten.

Telekom-Anklage ist rechtskräftig

Die Telekom-Anklage ist mangels Einspruchs rechtskräftig

© Rudolf Felser

Einen Prozesstermin für das Verfahren gebe es noch nicht. Richter Michael Tolstiuk wird die Hauptverhandlung des Schöffengerichts leiten. Die Anklageschrift hat Staatsanwalt Hannes Wandl verfasst. In der Causa geht es um mutmaßliche Kursmanipulation bei der Telekom Austria (TA) im Februar 2004. Wandl wirft den drei Hauptbeschuldigten, den Ex-Telekom-Vorständen Heinz Sundt, Rudolf Fischer und Stefano Colombo vor, ihre Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen, wissentlich missbraucht zu haben und dadurch der TA einen Vermögensnachteil von zumindest 10,6 Mio. Euro zugefügt zu haben. Ihnen drohen wegen des Vorwurfs der Untreue gegenüber der Telekom bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Neben den drei Hauptbeschuldigten sind auch der Broker Johann Wanovits - er soll den Kurs der TA über die für das Aktienoptionsprogramm notwendige Schwelle getrieben haben - und Josef Trimmel, ein früherer TA-Prokurist, als Beitragstäter zur Untreue angeklagt. Auf der Ladungsliste befinden sich neben den fünf Angeklagten neun Zeugen, ein Dolmetsch für Italienisch sowie der Sachverständige Matthias Kopetzky zur Erörterung seines Gutachtens.

Ex-Telekom-Vorstand Gernot Schieszler dürfte aufgrund seiner Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft von der Kronzeugenregelung profitieren. Gegen den Lobbyisten Peter Hochegger ist im Zusammenhang mit diesen Transaktionen ein Strafverfahren anhängig, wobei ihm noch weitere Malversationen zur Last gelegt werden, weshalb er diesbezüglich zur besseren Darstellbarkeit abgesondert verfolgt wird, so der Staatsanwalt. Hochegger soll ein Scheingeschäft mit der Telekom vereinbart haben, von dem Geld sei der Broker Wanovits für die Kursmanipulation bezahlt worden. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Die drei Hauptangeklagten haben laut Staatsanwaltschaft zwischen dem 23. und 26. Februar 2004 "im bewussten und gewollten Zusammenwirken als Mittäter" Schieszler veranlasst und ihm die dafür erforderliche Zustimmung erteilt, unter Missbrauch seiner Befugnisse die Euro Invest Bank AG von Wanovits zu beauftragen, derart viele Aktien der Telekom Austria zu kaufen, dass der Kurs im Beobachtungszeitraum 20. bis 26.2.2004 den Wert von 11,70 Euro erreicht. Das war Voraussetzung dafür, dass sie selbst und weitere 92 Mitarbeiter der TA bzw. ihrer Tochterunternehmen "wesentliche wirtschaftliche Vorteile" erlangten. Für den Fall, dass der Aktienkurs dadurch den angestrebten Wert erreicht, sei Wanovits eine "Risikoprämie" von zumindest 1,5 Mio. Euro versprochen worden. Dies habe zu einer Kauforder der Euro Invest Bank über 1,2 Mio. Stück Aktien und zu einem Aktienkurs von 11,73 Euro geführt. Letztlich seien 1,76 Mio. Euro an Wanovits und 8,87 Mio. Euro an die Hauptangeklagten sowie weitere Mitarbeiter geflossen (siehe auch "Telekom-Anklageschrift: Schaden von 10,6 Mio. Euro"). (apa/rnf)

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