"Wir wollen Trusted Advisor der Kunden sein" "Wir wollen Trusted Advisor der Kunden sein" - Computerwelt

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14.11.2012 :: Printausgabe 23/2012 :: Michaela Holy

"Wir wollen Trusted Advisor der Kunden sein"

Das Dienstleistungsgeschäft steht bei IBM als "größter Beratungsfirma der Welt" ganz oben auf der Agenda. Auch in Forschung und Entwicklung wird massiv investiert, um frühzeitig Trends zu erkennen. IBM ist längst nicht mehr nur IT-Infrastruktur-Anbieter. Tatjana Oppitz ist seit 1989 bei IBM tätig, seit Anfang 2011 leitet sie als Generaldirektorin das Österreich-Geschäft. Im COMPUTERWELT-Interview erläutert sie die aktuelle IBM-Roadmap und wie sich das Geschäft von IBM im Laufe der Jahre vom Infrastruktur-Anbieter bis zum IT-Dienstleister entwickelt hat.

Tatjana Oppitz

Tatjana Oppitz

© IBM

Sie sind nun knapp zwei Jahre als Generaldirektorin von IBM Österreich tätig. Wie sieht Ihre Bilanz aus?
Tatjana Oppitz: Ich würde meinen, dass die Bilanz eine sehr positive ist. Wir hatten ein sehr gutes Geschäftsjahr 2011. Wir dürfen leider die Zahlen auf Länderebene nicht übermitteln, aber es war für uns in Österreich ein sehr gutes 2011. Wir haben immer wieder tolle Jahre, aber dieses Jahr war wirklich ein sehr starkes, sowohl auf der Hardware- als auch auf der Software-Seite und ganz besonders bei den Services. Wir konnten auch mit den strategischen Themen, wie zum Beispiel Smarter Planet, Cloud Computing oder Business Analytics, am österreichischen Markt sehr gut Fuß fassen.

Wie sieht es im Vergleich zum europäischen Markt aus?
Wir stehen im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern im magischen Quadrant im obersten rechten Eck würde ich sagen. Aber es gibt auch andere europäische Länder die sehr gut bilanzieren, wie zum Beispiel Spanien oder Italien, wo man meinen würde sie würden aufgrund der Wirtschaftssituation eher kämpfen. Man sieht dass IBM sehr gut positioniert ist mit Themen, wo sie Kunden, die vielleicht jetzt durch gewisse wirtschaftliche Krisen gehen, helfen kann zu sparen, zu transformieren und sich besser aufzustellen, für die aktuellen Herausforderungen, die sie haben.

Welchen Herausforderungen stand und steht IBM selbst gegenüber?
Herausforderungen gibt es immer viele, grundsätzlich bewegen wir uns auf einem Markt, der relativ saturiert ist. Um zu wachsen heißt es also für uns, neue Kunden zu gewinnen und natürlich bei den bestehenden Kunden neue Projekte ans Land zu ziehen. Das sind die Herausforderungen.

Was hat sich durch die Krise verändert, worauf muss IBM konkret reagieren?
Die IT-Budgets werden nicht größer. Das heißt, die Mehrheit unserer Kunden ist auf der IT-Seite angehalten zu sparen. Es ist unsere Aufgabe als IBM, hier Maßnahmen zu setzen. Das eine ist, dass wir den Kunden helfen wollen, ihre Prozesse zu durchleuchten und zu bewerten. Sind die Prozesse noch aktuell, modern, oder sollte er transformieren? Das ist, was IBM die letzten Jahre sehr erfolgreich gemacht hat. Wenn wir von der IT-Seite kommen, ist die Anforderung, den Kunden dabei zu helfen zu konsolidieren um Kosten zu sparen, was die Infrastruktur an­belangt. Das sind die zwei Schwerpunkte – einerseits die Beratung der Lines of Businesses, auf der anderen Seite die IT mit den Themen wie zum Beispiel Cloud Computing und Big Data.

Das heißt das Beratungsgeschäft wächst bei IBM?
Das ist für uns ein sehr wichtiger Bereich. Ich möchte auch erwähnen, dass wir die größte Beratungsfirma der Welt sind. Der gesamte Dienstleistungsbereich der IBM umfasst 190.000 Mitarbeiter von insgesamt 440.000. Das zeigt, wie wichtig das Dienstleistungsgeschäft für uns ist. Ein wichtiger Meilenstein war dabei 2002 die Übernahme von Price Waterhouse Coopers Consulting, das waren etwa 30.000 Berater, die zu unseren 30.000 dazugekommen sind. Wir gehen davon aus, dass wir zuerst unseren Kunden verstehen müssen, um ihm entsprechende Lösungen anzubieten. Wir wollen Trusted Advisor des Kunden sein. Wir wollen nicht sagen 'Kauf ein Stück Hard- oder Software, damit löst du dein Problem' – Das machen wir auch, aber es geht zuerst um die Lösung.

Was macht nun das Hauptgeschäft von IBM aus, was sind die größten Anforderungen der Kunden?
Wir sind sehr stolz darauf, ein so breites Portfolio zu haben. Angefangen von der klassischen Infrastruktur bis hin zum Full Scoop Outsourcing, wo der Kunde seine gesamte IT an uns auslagert, von der Hardware angefangen, über Applikationen bis hin zu Prozessen, bieten wir hier alles an. Vor allem in den sehr reifen IT-Märkten, wie zum Beispiel in England oder Deutschland, lagern die Kunden die Prozesse an uns aus. Da sehen wir einen starken Trend. Seit 2009 sind also die größten Anforderungen an uns: 'Bitte übernehmt meine IT'. Vor 2008 war Outsourcing nicht so ein Thema, da wollten viele Kunden ihr Rechenzentrum im Haus haben, jetzt müssen sich die Kunden ums Kerngeschäft kümmern.  

Ist IBM selbst von der Krise betroffen?
Im Positiven. Wir verkaufen nicht nur Werkzeuge und Software zum Thema Predicive Analytics, sondern wir selbst arbeiten daran, Trends sehr frühzeitig zu erkennen. IBM ist die größte private Forschungsinstitution der Welt und gibt sechs Milliarden Dollar jährlich für Forschung und Entwicklung aus. Für uns ist es wichtig zu erkennen, wie sich die Märkte verändern werden, wo wir als Firma und wo unsere Kunden in Zukunft investieren werden. Das heißt, wir haben immer wieder transformiert. 2008, als im Oktober die Finanzmärkte eingebrochen sind, hatte IBM das Rezept dafür. Wir waren gewappnet mit neuen Modellen. Wir blicken auf einen stetigen Aufwärtstrend über die letzten Jahre zurück. Auch deswegen, weil es eine konkrete Strategie gibt, diese ist gekoppelt mit einer Roadmap, einem Fünf-Jahres-Plan.

Wie sieht die aktuelle Roadmap aus, inwiefern gleicht sie der vorangegangenen?
Wir wollen bis ins Jahr 2015 unseren Shareholders 20 Dollar Earnings per Share zurückgeben. Themen sind Cloud Computing, Sicherheit in der Cloud und Data Analytics, um nur einige zu nennen. Ich kann in Echtzeit Petabytes von Daten analysieren. Das ist gigantisch! Überschneidungen zur letzten Roadmap gibt es natürlich einige, weil einfach gewisse Dinge nach wie vor valide sind, wie zum Beispiel das Thema Growth Markets, aus denen wohl für die meisten Unternehmen das Wachstum kommt. Auch eine Smarter-Planet-Strategie hat es im alten Plan gegeben. Smarter Planet ist ja kein Marketinggag, das sind tatsächliche Assets, die wir erzeugen. Zum Beispiel im Bereich intelligente Verkehrssysteme oder im Bereich smarter Healthcare, wo es darum geht neue Gesundheitssysteme zu entwickeln.

Das Gespräch führte Michaela Holy.


Tatjana Oppitz

Tatjana Oppitz ist seit Jänner 2011 Generaldirektorin von IBM für Österreich. Sie war bei ihrem Eintritt 1989 eine der ersten Frauen im Vertrieb, seither ist Tatjana Oppitz bei IBM national wie international in unterschiedlichen Managementfunktionen tätig. In Österreich war Oppitz unter anderem Direktorin der Softwaresparte, bevor sie 2003 ihre internationale Karriere begann und bis Ende 2010 für den Vertrieb in der gesamten CEE Region Central and Eastern Europe verantwortlich zeichnete. Sie setzt sich stark für Frauenförderung und Diversity ein.

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