Ein E-Health Leuchtturm mit Strahlkraft Ein E-Health Leuchtturm mit Strahlkraft - Computerwelt

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20.05.2016 Rudolf Felser/pi

Ein E-Health Leuchtturm mit Strahlkraft

E-Health ist einer der Megatrends unserer Zeit. Wie dank Digitalisierung höhere Patientensicherheit, eine bessere Gesundheitsversorgung und mehr Effizienz in das Gesundheitssystem gebracht werden können, davon konnte sich das Fachpublikum bei der conhIT 2016 überzeugen. Dem Rekordbesucherfeld präsentierte die x-tention Informationstechnologie GmbH Einblicke in ein Leuchtturmprojekt erster Güte.

© CC0 Public Domain - pixabay.com

Im Fokus des Messeauftritts des österreichischen Unternehmens x-tention stand das erfolgreich umgesetzte Projekt der Universitätsmedizin Greifswald (UMG). In nur acht Monaten wurde das klinische Arbeitsplatzsystem erneuert und erweitert. Die Integration von Krankenversorgung und Forschung, sowie die Vernetzung in der Region machen UMG nun zu einem Vorbild für andere Projekte. "Die Voraussetzungen für dieses Projekt waren dabei äußerst herausfordernd. Vorpommern ist eine ländliche Region mit geringer Bevölkerungsdichte. Um die flächendeckende Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, ist es wichtig alle Akteure des Gesundheitssystems mit regionalen Versorgungskonzepten zu vernetzen", erklärt x-tention Geschäftsführer Herbert Stöger.

KRANKENVERSORGUNG UND FORSCHUNG TIEF VERNETZT

Im Zentrum steht die UMG als Maximalversorger, sowie größtem Arbeitgeber und Ausbildner in Vorpommern. Die UMG verfügt über 919 Planbetten und 37 Plätzen an den Tageskliniken. In den 21 Fachkliniken versorgt es jährlich 178.000 Patienten. "Telemedizinische Konzepte sind bisher in nur einigen Bereichen der medizinischen Versorgung etabliert, etwa in der Radiologie, haben aber ein großes Potenzial auch für weitere Patientengruppen. Geplant ist im Rahmen von Forschungsprojekten innovative Versorgungsmodelle für verschiedene medizinische Bereiche zu entwickeln", berichtet Dr. Neeltje van den Berg, Bereichskoordinator für Innovative Versorgungskonzepte und regionale Versorgung am Institut für Community Medicine in Greifswald. Vorgabe der UMG war es daher nicht nur ein klinisches Arbeitsplatzsystem (KAS) zu implementieren, sondern auch die Forschung mit einzubeziehen (KAS+). "Damit wird eine Forschungsplattform errichtet, welche Krankenversorgung und Forschung tief integriert", wie x-tention Geschäftsführer Wolfgang Pramendorfer berichtet.

ENTSCHEIDENDER STRATEGISCHER FAKTOR

Im Zentrum dabei stehen telemedizinische Funktionalitäten, vor allem bei sektor- oder berufsübergreifenden Modellen. "Die Vernetzung mit unseren Partnern im ambulanten Sektor ist für die Universitätsmedizin ein entscheidender strategischer Faktor. Wir investieren in diesen Bereich, da wir durch einen optimierten Austausch aller Behandelnden eine höhere Behandlungsqualität für unsere gemeinsamen Patienten erreichen", schildert der ärztliche Leiter der UMG, Dr. Thorsten Wygold

INTERAKTION VON MEDIZINISCHEM PERSONAL UND PATIENTEN

Als Basis des Systems dient eine IHE konforme elektronische Fallakte (EFA 2.0) von Tiani Spirit GmbH, der die Orchestra middleware als Service Bus vorgeschaltet ist. Darauf setzt das Ärzteportal der Firma celsius37.com AG auf, das neben dem Dokumentenaustausch mit Hilfe von Online-Formularen, E-Mail- und SMS- Austausch die Interaktion des medizinischen Personals und der Patienten miteinander ermöglicht. Stöger: "Als ersten Schritt in einer Stufe eins wurden UseCases im Bereich der Psychiatrie und Pädiatrie unterstützt. In weiteren UseCases wird die Verwaltung von Gerätedaten und die patientenbezogene Entgegennahme in der e-Health Plattform abgedeckt." Die Verwaltung von Selbstausfüllerfragebogen wurde implementiert, und über individuelle Fragebögen dem Patienten zugeordnet. Über einen gesicherten Webzugriff werden diese zum Ausfüllen zur Verfügung gestellt.

EFRE FREIGABE DURCH DEN KUNDEN

Über diese UseCases hinaus wurde als Piloteinrichtung das MVZ Campus Sauerbruchstraße der Universitätsmedizin Greifswald an die Plattform angebunden, um mit den übermittelten Daten elektronische Fallakten zu eröffnen oder bereits bestehende anzureichern. Sämtliche Daten der e-Health Plattform werden an die Forschungsplattform weitergeleitet, die auf dem System CentraXX der Firma Kairos basiert. Bestandteil  dieser Kommunikation sind die Prüfung der Einwilligung und die sich anschließende Pseudonymisierung der Daten über die Treuhandstelle (THS) Eine zentrale Rolle in diesem Ensemble spielt auch hier der Healthcare Service Bus Orchestra. Das Projekt selber teilte sich in einzelne Phasen der Erstellung der Pflichtenhefte, der Implementierung am Test- und Produktivsystem und einer zurzeit laufenden Stabilisierungsphase auf.

Ein wesentlicher Meilenstein im Projekt war die EFRE Freigabe durch den Kunden und die EFRE Begutachtung durch Vertreter des Bundeslandes Mecklenburg Vorpommern Ende November und Mitte Dezember 2015. Nach Abschluss der Stufe eins sind in zwei weiteren Stufen, sowohl die Erweiterung der Funktionalitäten für die Versorgung, als auch die Anbindung weiterer Partner in der Region geplant. Zusätzlich ist die regionale Versorgungsforschung ein Schwerpunkt für die Nutzung der neuen e-Health Plattform. Das Gesamtkonzept  wurde durch die DFG positiv begutachtet und wird von der Europäischen Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie dem Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert. (pi)

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