Datenverkehr über Data Center wächst Detail - Computerwelt

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14.12.2011 Rudolf Felser

Datenverkehr über Data Center wächst

Laut dem Cisco Global Cloud Index erreicht der weltweite Datenverkehr über Rechenzentren in vier Jahren 4,8 Zettabyte.

Die Datenmengen explodieren geradezu: Auch der Cisco Global Cloud Index (2010 – 2015) sagt das voraus. Im Detail prognostiziert die Studie, dass der weltweite Datenverkehr über Rechenzentren um das Vierfache auf 4,8 Zettabyte im Jahr 2015 wächst. 4,8 Zettabyte entsprechen 66,7 Billionen Stunden Musik, 15,4 Billionen Stunden Internet-Videokonferenzen via Webcam oder 4,8 Billionen Stunden High-Definition Video-Streaming. Die am schnellsten wachsende Komponente ist der Cloud Traffic. Er steigt mit einer jährlichen Wachstumsrate von 66 Prozent auf das Zwölffache, von 130 Exabyte 2010 auf 1,6 Zettabyte 2015.

HAUPTVERURSACHER SIND DIE RECHENZENTREN Der größte Anteil des Datenverkehrs über Rechenzentren wird nicht von den Nutzern verursacht, sondern von den Rechenzentren selbst. Bis 2015 werden 76 Prozent des Traffics innerhalb der Data Center ablaufen, da Workloads automatisch über verschiedene virtuelle Maschinen verteilt werden. Weitere sieben Prozent werden durch den Verkehr zwischen Rechenzentren erzeugt, durch Aktivitäten wie Datenreplikation und Updates. Dieser Teil der Netzwerkaktivitäten findet hinter den Kulissen statt und ist für den Anwender nicht zu sehen. Die Nutzer sorgen jedoch ebenfalls für steigenden Datenverkehr, vorwiegend aufgrund von Video-Diensten. So wird dadurch zur Hauptnutzungszeit der Datenverkehr über Rechenzentren im Vergleich zum Durchschnittswert um bis zu 2,5-mal steigen. Hans Burkard, als Abteilungsleiter IT der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt AUVA tagtäglich mit großen Datenmengen konfrontiert, bestätigt gegenüber der COMPUTERWELT diese Beobachtung: »Dass der Großteil des Datenverkehrs von den Rechenzentren selbst verursacht wird liegt auf der Hand und ist vermutlich auch gut abschätzbar. Ich bin allerdings der Überzeugung, dass durch Trends wie Mobility, Comsumerization und Social Business ein Paradigmenwechsel für die IT im Businessumfeld bevorsteht, der als Nebeneffekt auch nutzerseitig ein enormes Ansteigen des Datenverkehrs mit sich bringen wird.«

TREND ZUR CLOUD Gemäß der Studie von Cisco wird der weltweite Cloud Traffic von elf Prozent (116 Exabyte jährlich) des gesamten Datenverkehrs über Rechenzentren bis 2015 auf mehr als ein Drittel (1,6 Zettabyte) steigen. Vermehrte Virtualisierung und verbesserte Skalierbarkeit werden die wichtigsten Ursachen für den Trend zu Cloud Computing sein.

Im vergangenen Jahr wurden 21 Prozent der Workloads in der Cloud verarbeitet, 2014 werden es 51 Prozent sein. Insgesamt erhöht sich der Workload in Rechenzentren von 2010 bis 2015 um das 2,7-Fache. Dabei wächst der Cloud-Workload im gleichen Zeitraum um das Siebenfache. Christiane Noll, Leiterin des Bereichs Microsoft Services bei Microsoft Österreich, sieht einen der Gründe für das beschleunigte Wachstum in der breiten Akzeptanz von Cloud-Services: »Die Unternehmen stehen heute nicht mehr vor der Frage, ob sie Cloud Computing nutzen, sondern wie schnell und in welchem Umfang sie die neuen Technologie sinnvoll einsetzen wollen. Nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Organisationseinheiten der öffentlichen Verwaltung ergeben sich viele Vorteile, die diese Services interessant machen und damit das Wachstum des Datenaufkommens beschleunigen.«

SCHNELLSTE DOWNLOADS In Nordamerika sind laut Cisco-Studie 27 Prozent aller Haushalte an ein Breitbandnetz angeschlossen, in Westeuropa sind es 26 Prozent sowie in Mittel- und Osteuropa zehn Prozent. Der weltweite Downstream liegt durchschnittlich bei 6,7 Mbps, Verbraucher besitzen durchschnittlich eine Download-Geschwindigkeit von 5,1 Mbps, bei geschäftlichen Anwendungen sind es 9,4 Mbps. Verglichen mit Nordamerika (8,4 Mbps) und Mittel- und Osteuropa (7,4 Mbps) sind die durchschnittlichen Download-Geschwindigkeiten bei den Verbrauchern in Westeuropa mit 9,4 Mbps am schnellsten. Auch bei Geschäftsanwendungen liegt Westeuropa mit 16,7 Mbps im Vergleich zu Mittel- und Osteuropa (12 Mbps) sowie Asien (9,2 Mbps) an erster Stelle.

FLÄCHENDECKENDE BREITBANDVERSORGUNG Für Achim Kaspar, General Manager von Cisco Austria, ist schnelles Internet einer der Grundpfeiler für die Cloud-Nutzung und den Wirtschaftsstandort: »Gründe für den Anstieg des Cloud-Verkehrs sind Apps, über die auf Cloud-Anwendungen zugegriffen wird – sowohl im Business- als auch im privaten Bereich. Eine Voraussetzung für die Nutzung von Cloud-basierenden Diensten und Inhalten ist die Breitband-Verfügbarkeit. Um den IP-Traffic in Zukunft bewältigen zu können, ist eine flächendeckende Breitband-Versorgung von Wirtschaft und Gesellschaft unumgänglich und entscheidend für den Wettbewerbsstandort eines Landes.«

Aber sind Österreichs Breitbandnetze dem künftigen Trafficanstiegen gewachsen? Andreas Wildberger, Generalsekretär der ISPA (Internet Service Providers Austria), beruhigt: »Österreich ist, was schnelle und superschnelle Breitbandverbindungen betrifft, sicher kein Musterschüler, aber wir müssen derzeit sicher nicht mit der Gefahr eines Kollaps der Internet-Infrastruktur rechnen. In einem liberalisierten Markt sollte man eigentlich davon ausgehen können, dass eine stark steigende Nachfrage ein entsprechendes Angebot am Markt schafft.« Allerdings nimmt er in diesem Zusammenhang Politik und Regulierer in die Pflicht: »Neben der nutzungstechnischen Dimension durch Privatpersonen und Unternehmen ist es ja vor allem die volkswirtschaftliche Bedeutung des Internet und der Internet-Infrastruktur für Wachstum und Wohlfahrt einer Gesellschaft, die bei Entscheidungsträgern der Politik für den notwendigen Nachdruck zu mehr Action sorgen sollte. Zu sagen, wir hätten gerne bis zu diesem oder jenem Zeitpunkt diese oder jene Bandbreiten in Österreich realisiert ist vielleicht ein Anfang, aber auch Details – wie dafür notwendige Regulierungsmaßnahmen – benötigen politische Aufmerksamkeit und Erfolgskontrolle.«

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