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02.11.2011 Christof Baumgartner

Glasfaserausbau kommt langsam ins Rollen

Die EU will bis 2020 50 Prozent der Haushalte mit Breitband versorgen. Ministerin Bures will bis dahin bereits alle heimischen Haushalte angeschlossen sehen. Ob das möglich ist, wird sich erst zeigen. A1 kündigt Millioneninvestitionen in diesem Bereich an.

»Wir wollen Österreich an die Spitze der IKT-Nationen bringen. Ich stehe dabei für die Chancengleichheit aller Österreicherinnen und Österreicher, der Zugang zu Breitband ist eine der Voraussetzungen«, sagte Infrastrukturministerin Doris Bures im Rahmen einer Veranstaltung, in der die Telekom Austria Group ihre Vorhaben für den Breitbandausbau präsentierte. Für Bures ist Breitband »eine Infrastrukturleistung ohne Alternative. Das ist die Basis für Wirtschaft, Unterhaltung, Medizin, Information und vieles mehr«. Breitband ermögliche und beschleunige neue Entwicklungen in allen Bereichen von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. »Wir beobachten in unseren Netzen eine starke Zunahme der übertragenen Datenmenge. Unsere Kunden nutzen immer häufiger multimediale Anwendungen wie Video- und Audiostreaming, Internet-Downloads und hochauflösendes Fernsehen«, sagt Walter Goldenits, A1 Vorstand Technik.

Dazu komme ein gewaltiges Wachstum bei der Vernetzung von Maschinen. »Bis 2020 werden weltweit 50 Milliarden Geräte mit einer SIM-Karte ausgestattet sein«, so A1-Chef Hannes Ametsreiter. In Österreich wird ein Anstieg auf das Fünffache der Einwohnerzahl erwartet. »Ich bin überzeugt, dass in zehn Jahren jedes Auto eine SIM-Karte haben wird. Die Basis für diese Technologien soll ein schnelles Breitbandnetz bieten, das A1 nun mit Millioneninvestitionen ausbauen will. Der Schwerpunkt wird dabei auf Glasfaser liegen, aber A1 gibt die altgedienten Kupferleitungen nicht auf. Diese sollen dank Technologie-Upgrades beginnend mit dem ersten Quartal 2012 ebenfalls leistungsfähiger werden. Erste TA-Glasfaserleitungen bis in die Wohnung (Fibre To The Home, FTTH) werden mit Anfang November in Wien (15. und 19. Bezirk) freigegeben.

Geplant ist auch die Einführung des neuen mobilen Breitbandstandards LTE, der eine theoretische Transferrate von 150 Megabit pro Sekunde erlaubt. Hier ist geplant, den Empfang in Wien und weiteren Ballungszentren bis 2015 zu ermöglichen, wobei durch die Mitnutzung bestehender UMTS-Masten nur wenige neue Sender aufgestellt werden müssten. Im ruralen Bereich soll der Ausbau beginnen, sobald die dafür besser tauglichen 800-Megahertz-Frequenzen (»digitale Dividende«)vergeben sind.

EU WILL MASSNAHMEN ERGREIFEN Den Breitbandausbau will auch die EU schneller voranschreiten sehen. Deshalb werde erwogen, Maßnahmen zu ergreifen, die Betreiber von Kommunikationsnetzen dazu bringen sollen, den Ausbau von Glasfaser-Infrastrukturen stärker voranzutreiben. Aktuell herrsche eine Situation vor, in der die großen Telekommunikations-Unternehmen mit ihren veralteten Netzen komfortable Gewinne einfahren. Die sähen somit keine Notwendigkeit, hohe Beträge für eine Modernisierung ihrer Infrastruktur in die Hand zu nehmen, sagte jüngst die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes. Die EU-Kommission will nun den Ausbau von Breitbandnetzen in Europa mit knapp 9,2 Milliarden Euro fördern. Die öffentliche Hand in Österreich setze laut der Infrastrukturministerin im Programm »Breitband Austria 2013« 30 Millionen Euro ein, um Infrastrukturdefizite auszugleichen. Auch sollen Teile der Erlöse aus der Versteigerung der digitalen Dividende »vor allem in heute noch schlechter versorgte Regionen gelenkt werden«, so Bures.

ALTERNATIVE BLEIBEN SKEPTISCH Doch auch die alternativen Anbieter bauen ihre Netze laufend aus. Laut Andreas Wildberger, Generalsekretär der Österreichischen Internet Service Provider (ISPA) bedeutet die Ankündigung daher nichts wirklich Neues: »A1 verpackt ihre Pläne gerne immer wieder neu.« Wildberger wäre es wichtiger, dass sich bei der »virtuellen Entbündelung« etwas tue. »Hier gibt es nach wie vor kein zufriedenstellendes Produkt für alternative Anbieter«. Daher könne nur die A1 hier »vorpreschen«. Für Andreas Tiefengraber von Arthur D. Little Österreich ist Österreich im internationalen Vergleich »sehr spät dran«. Hauptgründe dafür sind ein Mangel an Kooperation zwischen den Telekommunikationsunternehmen untereinander aber auch mit den Versorgern, weiters ein harter und investitionshemmender Wettbewerb sowie unsichere Regulierungsbedingungen.

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