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05.10.2011 Christof Baumgartner

Smart Grid: Ein schlummernder Riese

Smart Grids bergen ein großes Einsparungspotenzial für Kunden, doch werden diese von der Industrie zu wenig darüber aufgeklärt. Damit der Milliardenmarkt ins Rollen kommt, bedarf es noch viel Überzeugungsarbeit.

Der fortschreitende Klimawandel, die Liberalisierung der Energiemärkte und der politisch gewollte Ausstieg aus der Atomenergie in vielen Ländern machen einen tiefgreifenden Umbau der Elektrizitätsinfrastruktur erforderlich. Das Einbeziehen von Wind-, Sonnen- und Lastprognosen in das Energiesystem sowie die Verknüpfung von intelligenten Stromzählern (Smart Meter) und die Kombination von Energietechnik und IKT eröffnen ganz neue Geschäftsfelder. Viele Verbraucher sind aber mit den gegenwärtigen Informationen zu Energiethemen überfordert. Das zeigt die IBM Verbraucherstudie »Global Utility Consumer Survey 2011«. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen dem aktuellen Wissenstand und Bewusstsein der Verbraucher und dem, was sie wissen müssten, um ihren Energieverbrauch zu reduzieren oder von intelligenten Energieprodukten zu profitieren. So sind Begriffe wie Smart Meter oder Smart Grid für viele immer noch eher ein Buch mit sieben Siegeln.

Das bedeutet, dass die Verbraucher nicht wissen wie sie ihren Energieverbrauch reduzieren oder von intelligenten Energieprodukten im Alltag profitieren können. Mehr als 30 Prozent der weltweit Befragten wissen auch nicht, wie hoch der von ihnen gezahlte Preis pro Kilowattstunde ist. »Die Industrie hat zwar im Hinblick auf den Einsatz energiesparender Technologien große Fortschritte erzielt, aber diese Erkenntnisse kommen bei den Verbrauchern nicht richtig an. Außerdem steigen im Zuge der Energiewende und der damit verbundenen Preisdiskussionen das Informationsbedürfnis und die Preissensibilität der Kunden«, sagt Jens Külper, verantwortlicher Partner Energy & Utilities der Unternehmensberatung von IBM. »Unsere Untersuchung macht deutlich, dass in jedem Fall mehr Aufklärung notwendig ist. Die Menschen wollen Energie sparen, es muss ihnen aber besser erklärt werden, wie das geht und was dafür notwendig ist.«

MILLIARDENMARKT Laut Karim Taga von Arthur D. Little Österreich ist der Markt allein in Europa bis 2015 rund 15 Milliarden Euro schwer. Und die Energieversorger und klassischen IT-Ausrüster sollten sich außerdem darauf einstellen, dass sie bald Konkurrenz von den »Googles dieser Welt« bekommen werden, die sich auch für dieses Thema rüsten würden, so Taga im Rahmen eines Round Tables zum Thema in Wien. Für Georg Obermaier, CEO von T-Systems Österreich, ist Smart Grid auch ein Sicherheitsthema. »Jeder intelligente Stromzähler ist ein potenzielles Sicherheitsrisiko, der vor Angriffen geschützt gehört.«

Die Geschäftsmöglichkeiten dieser Technologien werden in der Branche jedenfalls als enorm hoch eingeschätzt. Laut Cisco hat der Smart-Grid-Markt 100 bis 1.000 mal mehr Potenzial als das Internet. Um Smart Grid zum Durchbruch zu verhelfen, empfiehlt die EU-Kommission neue Anreizsysteme, damit der Erfolg von Energieversorgungsunternehmen auch an die Energieeffizienz und nicht nur an die Energieliefermengen gekoppelt wird. Es ist also höchst an der Zeit, dass das Thema auch Eingang in die politischen Diskusionen findet, um nicht den Startzeitpunkt zu verpassen.

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