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19.09.2011 Oliver Weiss

Neuer IEEE-Standard für Smart-Grid-Interoperabilität

IEEE 2030 ist ein grundlegender Standard, der eine Informationsgrundlage für das Zusammenwirken unterschiedlicher Komponenten von Smart Grids, den intelligenten Stromnetzen der Zukunft, liefert.

Die IEEE Standards Association (IEEE-SA) hat die Ratifizierung des Standards IEEE 2030 bekannt gegeben. Der Standard umfasst den "IEEE Guide for Smart Grid Interoperability of Energy Technology and Information Technology Operation with the Electric Power System (EPS), End-Use Applications, and Loads" und etabliert weltweit relevante Referenzmodelle und Grundlagenwissen für Smart Grid-Interoperabilität. Diese Grundlagen können beispielsweise von Energiedienstleistern genutzt werden, die an ihrer Infrastrukturplanung für die nächsten Jahre arbeiten, von Herstellern, die Smart-Grid-Systeme oder Anwendungen planen, von Wissenschaftlern, die Recherchen durchführen, von Regierungen und Behörden, die Gesetze und Verordnungen erarbeiten sowie von Organisationen im Bereich Standardentwicklung, die an Richtlinien und Normen in verschiedenen Bereichen der Smart Grid-Entwicklung arbeiten.

"IEEE 2030 ist ein grundlegender Standard, der von der Basis ausgehend entwickelt wurde, um eine Informationsgrundlage für Interoperabilität und das Zusammenwirken unterschiedlicher Komponenten von Smart Grids zu liefern. Nur zwei Jahre lang arbeiteten Hunderte von Fachleuten aus den wichtigsten Bereichen der Smart-Grid-Entwicklung branchenübergreifend zusammen, um diesen Leitfaden zusammenzustellen. Zu den wichtigsten drei Bereichen gehören: Energiesysteme, Systemkommunikation und Informationstechnologie – IT", erläutert Dick DeBlasio, Vorstand der IEEE 2030 Working Group, leitender Ingenieur am National Renewable Energy Lab (NREL) des U.S. Department of Energy sowie IEEE-Verbindungsmann zum National Institute of Standards and Technology (NIST). "IEEE 2030 soll eine schnellere Weiterentwicklung und Implementierung von Smart Grids unterstützen, von deren Vorteilen Unternehmen und Konsumenten weltweit profitieren können: größere Auswahlmöglichkeiten für Endverbraucher, verbesserte Elektrizitätssysteme mit hoher Sicherheit und Stabilität sowie eine verbesserte Einbindung von Ressourcen aus erneuerbaren Energiequellen, ohne die Netzstabilität zu beeinflussen."

IEEE 2030 bietet alternative Ansätze und Best Practices für die Entwicklung von Smart Grids weltweit. Der Standard definiert Terminologien, Charakteristika, funktionelle Leistungsfähigkeit und Bewertungskriterien sowie die Anwendung technischer Grundsätze für die Smart Grid-Interoperabilität elektrischer Anlagen (EPS) mit Praxisanwendungen und Lasten. Zusätzlich bietet IEEE 2030 Verzeichnisse für verschiedene Ausführungen und Designs sowie Klassifizierungen für Datenflusseigenschaften. Diese sind für die Interoperabilität notwendig und befassen sich im Schwerpunkt mit der Identifikation funktionaler Schnittstellen, logischer Verknüpfungen und dem Datenfluss, mit den Bereichen Kommunikation und Verbindungen, digitalem Informationsmanagement, Internetsicherheit sowie mit der Stromerzeugung und -nutzung.

Mittlerweile wird bereits an drei Erweiterungen zu IEEE 2030 gearbeitet: - IEEE P2030.1, ein Leitfaden für Transportinfrastruktur im Bereich Elektromobilität, soll Richtlinien für Energiedienstleister, Hersteller, Transportmitteldienstleister, Infrastrukturentwickler und für Nutzer von Elektrofahrzeugen und ähnlichen Transportmitteln bereitstellen. Er zeigt Anwendungen für Individual- sowie Massentransport im Straßenverkehr auf.

- IEEE P2030.2, ein Leitfaden für Interoperabilität von in der Strominfrastruktur integrierten Energiespeichersystemen, hat das Ziel den Anwendern ein größeres Verständnis für Energiespeichersysteme zu vermitteln. Dazu definiert der Standard die Interoperabilitätseigenschaften diverser Systemstrukturen und illustriert wie diskrete bzw. geschlossene und Hybridsysteme erfolgreich integriert und als kompatibler Teil der Stromversorgungsinfrastruktur verwendet werden können.

- IEEE P2030.3, der Testprozesse für Elektroenergie-Speichersysteme sowie für Systeme für Elektroenergie-Systemanwendungen definiert, hat das Ziel, einen Standard für Testabläufe zu etablieren, die die Konformität von Speicher-Equipment und Systemen für Speicherverbindungen sicherzustellen. (oli)

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