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08.09.2011 Christof Baumgartner

Strategie aktualisieren

T-Mobile-Chef Robert Chvátal fordert neue Rahmenbedingungen um mehr Investitionsanreize zu schaffen.

Auch wenn Österreich bei der Breitbanddurchdringung knapp über dem EU-27-Schnitt liegt und 73 Prozent der Haushalte einen Breitbandanschluss ­haben, findet sich Österreich nicht an der Spitze der IKT-Nationen, wie vom Regierungsprogramm 2008 angestrebt. Bei der Breitbandpenetration via Mobilfunk liegt Österreich zwar auf Platz Drei innerhalb der EU (15 Prozent der österreichischen Haushalte verfügen über einen mobilen Breitbandzugang), doch gesamt ist das Land laut »Networked Readiness Index 2009/10« vom World Economic Forum von Platz 16 (2008) auf Rang 20 zurückgefallen. Das geht aus einer Studie hervor, die das Austrian Economics Center im Auftrag von T-Mobile Austria durchgeführt hat.

»Das zeigt, dass die Bedeutung der Infrastruktur der Telekommunikationsbranche hierzulande immer noch deutlich unterschätzt wird«, sagt Robert Chvátal, Geschäftsführer von T-Mobile Austria. In der Telekommunikationsbranche liege der Schwerpunkt mindestens so stark auf der Infrastruktur wie im Verkehrssektor, wo es um Schienen- oder Straßennetze geht, so Chvátal, und weiter: »Dass der Zug ein Gleis zum Fahren braucht, leuchtet jedem ein. Dass man aber kontinuierlich in ein Netz investieren muss, um mobil zu telefonieren, SMS zu verschicken und das ­mobile Internet zu nutzen, wird von vielen –vor allem von wichtigen Entscheidungsträgern – außer Acht gelassen.« Der weitere Ausbau des IKT-Kapitalstocks sei volkswirtschaftlich notwendig, erfordere aber auch eine betriebswirtschaftliche Rentabilität. Das sei aber durch regulatorische Markteingriffe erheblich erschwert. Letztlich sind Investitionen von den Kosten der Infrastrukturerrichtung, den erwarteten Umsätzen, Terminierungsentgelten, der Wettbewerbsintensität und schließlich auch vom Investitionsrisiko abhängig.

T-Mobile investiere in Österreich pro Jahr rund 100 Millionen Euro in den Netzausbau, die Studie zeige aber, dass seit dem Jahr 2000 die Investitionstätigkeit in der heimischen IKT-Branche »deutlich« ­gesunken ist. Gemessen am Anteil der Investitionen liege Österreich bei den IKT-Ausgaben sogar unter dem EU-27 Durchschnitt, so Chvátal. Der T-Mobile-Chef fordert daher investitionsfreundlichere Rahmenbedingungen.

GEMEINSAME NUTZUNG DER INFRASTRUKTUR So hält er etwa eine gemeinsame Nutzung der Infrastruktur der Mobilfunker für ­einen Weg, »volkswirtschaftliche Ineffizienz« zu vermeiden. »Schließlich bewirkt die Kostenteilung eine höhere Investitionsbereitschaft der Unternehmen.« In anderen EU-Ländern, wie zum Beispiel Polen und Schweden, sei die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur bereits Realität.

Auch für die im nächsten Jahr anstehende Versteigerung der Digitalen Dividende ­fordert Chvátal »klare Rahmenbedingungen«: »Hier sollte für die österreichische Regierung der volkswirtschaftliche Nutzen der Spektrumsnutzung an erster Stelle stehen und nicht die Maximierung der Einmalerlöse«. »Wir brauchen eine aktualisierte IKT-Strategie, der Maßnahmen folgen, die der Bedeutung dieser Branche Rechnung tragen«, fordert Chvátal. Wie und ob der Regulator Georg Serentschy auf die nicht ganz neuen Forderungen der Mobilfunkbranche reagiert, bleibt abzuwarten.

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