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01.08.2011 Rudolf Felser

Aus Internet per Handy wird "Mobile Computing"

Accenture-Studie: 42 Prozent der Internetnutzer in Österreich gehen mittlerweile mit ihrem Mobiltelefon ins Netz – 2010 waren es noch 31 Prozent.

Immer mehr User greifen zum Beispiel mobil auf soziale Netzwerke zu (61 Prozent) und kaufen online ein (30 Prozent). Das hat der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture im Rahmen einer Untersuchung in Österreich, Deutschland und der Schweiz ermittelt. "Was mit Internetnutzung per Handy angefangen hat, ist zum umfassenden Mobile Computing geworden", sagt Ait Voncke, MBA, Head of Telecommunications, Media and Online bei Accenture in Österreich. "Das ist eine der wichtigsten industriellen Entwicklungen dieses und des nächsten Jahrzehnts."

Mobile Computing bedeutet: Menschen greifen auf Daten und daran gekoppelte Anwendungen zu, tauschen sie aus und verändern sie – von jedem beliebigem Ort aus, in Echtzeit und mit verschiedenen Geräten. Veränderung und Anpassung auf drei Ebenen prägen die Evolution von mobilem Internet zu Mobile Computing, so die Studie "Mobile Web Watch 2011":

  • Geräte und Technologie: Starke Triebkräfte sind die Verbreitung mobiler Breitbandverbindungen und der Übergang von der Click- zur Touch-Technik bei neuesten Geräten. Mehr als die Hälfte der Mobile-Web-Nutzer surfen über Breitbandverbindungen wie UMTS, HSDPA, HSUPA und LTE. 61 Prozent derjenigen, die privat ein Smartphone nutzen, besitzen ein Modell der jüngsten Generation. Mit modernen Tablets gehen User besonders intensiv online: 67 Prozent surfen täglich, gegenüber 51 Prozent der Smartphone-Nutzer.
  • Dienste und Anwendungen: Den Weg durch die digitale mobile Welt bestimmen ortsbezogene Dienste und Social Media. Der Anteil der Nutzer, die mobil in sozialen Netzwerken surfen, ist seit 2010 um die Hälfte gestiegen, von 42 Prozent auf 61 Prozent. 49 Prozent verwenden ortsbezogene Dienste.
  • User und Nutzungsverhalten: Besonders die Generation der nach 1990 Geborenen (Millennials) prägt die Entwicklung des Mobile Computings. Ständige Verfügbarkeit des Webs ist für sie eine Selbstverständlichkeit. Mit ihrem Smartphone – und bald wohl auch mit dem Tablet – navigieren sie durch den Alltag. Überdurchschnittlich viele 14- bis 19-Jährige nutzen ortsbezogene Dienste wie Foursquare (58 Prozent).

Für Telekommunikationsanbieter steht viel auf dem Spiel in dieser Evolution, so die Studie. Chancen der Unternehmen lägen in "Analytics": aus Netzdaten, Kundendienst-Informationen und Abrechnungsdaten ein Bild des digitalen Konsumenten zu zeichnen und daraus marktfähige, kundenspezifische Angebote zu entwickeln.

"Die Telekommunikationsunternehmen haben die Netzkompetenz und besitzen eine unvorstellbare Menge an Daten über ihre Kunden", unterstreicht Ait Voncke. "Das sind beste Voraussetzungen, um neue Services zu entwickeln, die von Kunden genutzt werden. Doch der Prozess, diese Daten sinnvoller zu analysieren, läuft noch schleppend."

Auch für andere Branchen gibt die Studie eine "Sturmwarnung" aus. Der Sog, den Mobile Computing erzeuge, gehe weit über die Telekommunikationsindustrie hinaus, so Voncke: "Was wir in den nächsten Jahren sehen werden, ist vergleichbar mit der Einführung des Computers oder dem Siegeszug des Internets. Mobile Computing verändert die Art des Arbeitens und des Konsumierens. Damit bietet es Unternehmen eine Menge Chancen, effizienter zu arbeiten und sich neue Umsatzfelder zu erschließen, mit Produkten und Dienstleistungen, die auf mobile Online-Nutzung zugeschnitten sind. Unternehmen sind nun gefordert, sich intensiv mit den Entwicklungen im Mobile Computing auseinanderzusetzen."

Weitere Ergebnisse der Untersuchung:

  • 85 Prozent der Kunden zahlen monatlich so viel wie erwartet oder weniger für mobile Internetnutzung.
  • 33 Prozent erledigen Bankgeschäfte mobil online.
  • Zwei von fünf Usern (41 Prozent) sorgen sich, dass Bewegungsdaten ohne ihr Wissen übertragen und gespeichert werden. Jeder Dritte befürchtet, persönliche Daten könnten ausspioniert und missbraucht werden (34 Prozent).
  • Wer nicht mobil ins Internet geht, sagt "Internet über den PC reicht aus" (66 Prozent) und empfindet Verbindungskosten (41 Prozent) und Flatrates (30 Prozent) als zu teuer.

Für die Untersuchung "Mobile Web Watch 2011. Die Chancen der mobilen Evolution" wurden 500 Internetnutzer ab 14 Jahren in Österreich sowie 3.000 in Deutschland und 500 in der Schweiz vom Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Accenture befragt. (pi/rnf)

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