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06.07.2011 apa/Rudolf Felser

EU setzt sich für niedrigere Handy-Gebühren ein

Mit strengeren Preisobergrenzen und mehr Wettbewerb will die EU-Kommission erreichen, dass bis 2015 die grenzüberschreitende Handy-Nutzung in der EU nicht teurer ist als im Inland.

Die Gebühren für europaweite Telefonate oder Datentransfers mit Mobiltelefonen sollen in der EU bis 2014 weiter kräftig sinken. Telekommunikationskommissarin Neelie Kroes schlug am Mittwoch in Brüssel erstmals eine Obergrenze für die Endkundenpreise beim Datenroaming vor. Auch die Höchstpreise für Handy-Gespräche und SMS sollen bis 2014 weiter gesenkt werden. Der Verordnung müssen die EU-Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament noch zustimmen.

Es gelten zwar bereits seit 2007 Preisgrenzen für Gespräche und SMS, die Gebühren halten sich hier aber am oberen Limit. Der erhoffte Wettbewerbsdruck, der noch niedrigere Preisen auslösen könnte, kam nicht auf. Die Kommission will die Konkurrenz deshalb nun auf zwei Wegen anheizen. Zum einen sollen die Kunden zusätzlich zum Vertrag mit ihrem heimischen Anbieter für die Handy-Nutzung im EU-Ausland mit anderen Mobilfunkfirmen Verträge abschließen können, um beim Roaming auf Schnäppchenjagd zu gehen. Mobilfunk-Anbieter ohne eigenes Netzwerk sollen außerdem leichter Zugang zur Infrastruktur der großen Konkurrenten im EU-Ausland bekommen.

"Dieser Vorschlag packt das Problem bei den Wurzeln an – den Mangel an Wettbewerb am Roaming-Markt", sagte Kroes. Da die strukturellen Änderungen allerdings erst mit der Zeit wirkten, müssten die Preise vorerst weiter per Verordnung gesenkt werden. Für ein abgehendes Telefonat soll die Gebühr demnach von derzeit 35 Cent bis Juli 2014 schrittweise auf 24 Cent sinken, jeweils ohne Mehrwertsteuer. Eine Textnachricht darf ab Juli 2012 nicht mehr als zehn Cent vor Steuern kosten. Für das Herunterladen von Daten schlägt Kroes ein Limit von 90 Cent ab Juli 2012 vor, das bis 2014 auf 50 Cent sinken soll. Auch die Großhandelspreise für Sprach- und Textnachrichten sowie Datentransfers würden weiter gekappt. Die Preisgrenzen sollen bis 2016 gelten.

Weitere Details finden Sie auf der Website der EU-Kommission. (apa/rnf)

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