Rakesh Bhasin, CEO Colt: "Das Kerngeschäft ist Telekom, der Produktmix ändert sich" Detail - Computerwelt

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22.06.2011 Alex Wolschann/Rudolf Felser

Rakesh Bhasin, CEO Colt: "Das Kerngeschäft ist Telekom, der Produktmix ändert sich"

Colt bezeichnet sich als Information Delivery Platform. Im Gespräch mit der COMPUTERWELT erklärt CEO Rakesh Bhasin die Strategie und warum das Unternehmen mehr bietet als Telekommunikation.

Colt hat vor einem Jahr seine komplette Corporate Identity und den Zusatz in der Firmenbezeichnung von Telecom in Technology Services geändert und bezeichnet sich nun als Information Delivery Platform, die integrierte IT-Dienstleistungen bietet. Im Gespräch mit der COMPUTERWELT erklärt CEO Rakesh Bhasin die Strategie und warum das Unternehmen mehr bietet als Telekommunikation.

Colt hat vor einem Jahr die Strategie geändert. Was hat sich verändert? Rakesh Bhasin: Die Strategie hat sich nicht geändert, wir haben sie nur mit dem neuen Branding stärker hervorgestrichen. Wir sind seit ­vielen Jahren im Information Delivery Business tätig. Was wir anbieten sind integrierte Telekom- und Computing-Dienstleistungen. Für den Kunden ist es doch egal, ob es sich um einen Telekom- oder IT-Anbieter handelt. Für ihn zählen die Services.

Colt wird nach wie vor als Telekommunikationsausrüster wahrgenommen. Der Markt steckt uns manchmal in eine Schublade. Wir haben schon früher IT- und Telekom- Services angeboten. Aber mehr und mehr Kunden suchen nach In­frastruktur. Der Kunde will Storage, Computing oder Network Services und wir bieten dazu Verbindungen, oder Unified Communications-Applikationen wie Sprach- oder Videokonferenzen an. Für mich sind das Services für Endnutzer. Die Komponenten unserer Services sind natürlich Network, Telekom und Datacenter. Historisch gesehen kommen wir aus dem Telekom-Infrastruktur-Bereich. Aber wir haben schon vor zehn Jahren mit Data­center- und Hosting-Dienstleisungen gestartet. Unser »Priority-Business« ist weiter Telekom. Aber der Produktmix ändert sich laufend. Das Computing-Business wächst.

Wie ist das Unternehmen aufgestellt? Wir haben ein Netzwerk, das sich über 33.000 Kilometer in 21 Ländern erstreckt und die Stadtnetze von 38 Metropolen mit direkten Glasfaserzugängen zu rund 17.000 Gebäuden umfasst. Dazu haben wir 19 Datacenter, die in diesem Netzwerk beheimatet sind. Wir haben Computing Services wo wir Servers on Demand zum Beispiel mit Vmware oder Virtual Desktops anbieten. Das alles braucht ein Netzwerk. Da wir unser eigenes haben können wir mehr Sicherheit bieten und unter anderem den Aufenthaltsort der Daten garantieren. Wir bieten Colt Enterprise Services für große Unternehmen oder indirekte Services über Partner und haben außerdem eine Business-Core-Datacenter-Infrastruktur. Unsere zentrale Message ist, dass wir eine Information-Delivery-Plattform bieten.

Welcher Bereich wächst am schnellsten? Das Segment, welches am schnellsten wächst, sind die Hosting Services und Ethernet. Wir bieten eines der Netzwerke mit der geringsten Latenz am Markt. Besonders stark sind wir im Finance-Sektor. Colt hat 1992 in London angefangen, viele unserer Kunden von dort kommen aus dem Finance-Sektor. Die Kunden hatten früher Telekom-, Computer-, IT-, und Software-Einkäufer. Jetzt haben sie IT-Infrastruktur- oder Cloud-Einkäufer. Sie werden mehr und mehr integriert. Als das Wirtschaftsklima rauher wurde hatten sie weniger Kapital. Statt Datacenter zu bauen, fingen die Kunden an diese zu mieten.

Beeinflusst der Cloud-Hype Ihre Strategie? Was ist Cloud Computing? Es bedeutet Shared Resources. Das Netzwerk war früher schon eine Cloud und ist es weiterhin. Es wurde früher Utility Computing ­genannt, dann ASP. Aber das Thema Security wird heute immer wichtiger.

Was hat sich bei den Kunden verändert? In den letzten zwei Jahren hat sich die Geschwindigkeit gesteigert. Wer sich nicht anpasst, stirbt. In den nächsten zwei bis fünf Jahren wird diese Veränderung weitergehen. Es gab dazu eine CIO-Umfrage von Colt. Die Leute sind sich nicht sicher, ob sie die Kontrolle über ihre Infrastruktur aus der Hand geben wollen. Cloud ist nicht mehr nur eine Option, es ist eine Diskussion auf Boardlevel. Unternehmen haben früher monate- und jahrelang im Voraus den Bau eines Rechenzentrums geplant. Jetzt können sie Quadratmeter von uns innerhalb kürzester Zeit kaufen. Sie müssen Datacenter nicht mehr selbst bauen. Es ist mehr eine ökonomische Diskussion und die Cloud bietet Flexibilität.

Das Gespräch führten Rudolf Felser und Christof Baumgartner.

Zur Person: Bevor er 2006 Geschäftsführer von Colt wurde, war Rakesh Bhasin in leitenden Positionen bei KVH, einem Telekomanbieter mit Sitz in Tokyo und bei AT&T tätig, wo er vor allem das asiatische Geschäft betreute.

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