Haushalte sind nicht mehr nur Verbraucher Detail - Computerwelt

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08.06.2011 Christof Baumgartner

Haushalte sind nicht mehr nur Verbraucher

Die COMPUTERWELT sprach mit Gabriele Riedmann de Trinidad, seit September 2010 Leiterin des Konzerngeschäftsfelds Energie bei T-Systems, über Smart Grids, die Stromversorgung der Zukunft, damit verbundene Investitionen und die Vorteile für den Verbraucher.

Die Verschmelzung der Strom- und IT-Netze zu intelligenten Netzen, also Smart Grids, gilt als stark wachsender Markt. Smart Grids versprechen eine effizientere Energienutzung, günstigere Strompreise und neue Milliardengeschäfte für die IKT-Industrie. Auch für die Deutsche Telekom und deren Tochter T-Systems sind »Intelligente Netze« zu einem wichtigen Geschäftsfeld geworden. Die COMPUTERWELT sprach mit Gabriele Riedmann de Trinidad, seit September 2010 Leiterin des Konzerngeschäftsfelds Energie, über die Stromversorgung der Zukunft, damit verbundene Investitionen und die Vorteile für den Verbraucher.

Aktuell werden hohe Summen in die Entwicklung von Smart-Grid-Technologien investiert. Was macht das Thema gerade jetzt so interessant? Gabriele Riedmann de Trinidad: Der Klimawandel, der global steigende Energieverbrauch und die langfristige Knappheit von fossilen Brennstoffen zwingen uns zum Umdenken bei der Energieversorgung. Die Reaktorkatastrophe in Fukushima erfordert nun eine schnellere Anpassung der Energieversorgung und eine weitere Forcierung des Ausbaus regenerativer Energieerzeugung. Dies führt zu neuen Herausforderungen für die Energienetze. Erneuerbare Energiequellen sind deutlich volatiler und damit schwerer planbar. Gleichzeitig wächst die dezentrale Energieerzeugung. Haushalte sind nicht mehr nur Verbraucher, sondern auch gleichzeitig Erzeuger von Energie. Um diese Herausforderungen zu managen und den CO2-Ausstoß nachhaltig zu minimieren, brauchen wir intelligente Stromnetze, sogenannte Smart Grids. Energieflüsse müssen völlig anders gesteuert werden. Dies bedeutet ein Umdenken.

Was ist für IT-Unternehmen wie T-Systems daran so interessant? T-Systems agiert dabei als Partner der Energieversorger. Durch die Einführung von Smart Metering und Smart Grids steigen die Anforderungen an die IT- und Kommunikationsinfrastruktur der Energieversorger dramatisch an. Die Datenvolumina wachsen exponentiell. Energieversorger erhalten heute zum Beispiel monatlich oder jährlich einen Zählerstand pro Kunden. In Zukunft werden diese Werte alle 15 Minuten übermittelt. Das sind 35.000 mal mehr Datenpunkte pro Endkunde. Diese Daten sind sehr wertvoll, müssen aber auch entsprechend kommuniziert und verarbeitet werden, um den Nutzen von Smart Grids zu realisieren. IKT-Services werden deshalb eine Schlüsselrolle bei der Steuerung der Energienetze von morgen einnehmen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Datensicherheit. Wir müssen unsere Stromnetze vor Angriffen von außen (Hacker) und innen (Malware) schützen. Dies kann nur mit Hilfe von sicheren IT- und Kommunikationsplattformen gewährleistet werden.

Was muss ein Smart Grid können? Ist Energieeffizienz der einzige Vorteil? Moderne Netze müssen intelligent sein, um Schwankungen bei der Einspeisung von erneuerbaren Energien wirtschaftlich und sicher auszugleichen und effizient in bestehende Netze zu integrieren. Dies bedingt Messen, Steuern und Automatisieren in Echtzeit. Um diese neue Komplexität zu meistern und das Gleichgewicht von Energieverbrauch und -erzeugung sicherzustellen, brauchen wir Smart Grids. In den Stromverteilnetzen navigieren Smart Grids die Stromflüsse von Verbrauchern und Erzeugern. Mit Hilfe dieser Intelligenz steigt die Auslastung und sinkt der Bedarf an Umbaumaßnahmen der Netze.

In welchen Bereichen ist T-Systems bei Smart Grids tätig? Im Konzerngeschäftsfeld Smart Energy sind die Aktivitäten der Deutschen Telekom gebündelt, um Energieversorgern gemeinsam mit Partnern skalierbare Plattformen für das Smart Grid anbieten zu können. In letzten Jahren wurden Lösungen für Smart Metering als Basis intelligenter Netze und Smart Homes und Grids entwickelt. Diese werden kontinuierlich ausgebaut. Dabei baut T-Systems auf seine Erfahrung als Plattformbetreiber für skalierbare Systeme. Beispielsweise werden im Mautsystem Toll Collect rund 20 Millionen Transaktionen täglich verarbeitet. Mit gleichen Datenmengen ist im Smart-Energy-Umfeld zu rechnen. In der T-City in Friedrichshafen sind die Smart Grids der Zukunft bereits heute live zu erleben.

Was ist der Vorteil von diesen smarten Netzen für den Konsumenten? Smart Grids eröffnen dem Konsumenten völlig neue Möglichkeiten, seinen eigenen Energieverbrauch zu reduzieren und Energie im Haus aktiv zu managen. Die durch Smart Metering gewonnene Transparenz kann genutzt werden, um den Energieverbrauch zu senken. Neue lastvariable Tarife ermöglichen Kosteneinsparungen indem verbrauchsintensive Anwendungen in Zeiten mit geringer Last und damit niedrigeren Energiekosten verlagert ­werden. Am Ende stehen aber auch weiterhin ganz klar Komfort und Sicherheit für die Endkunden im Vordergrund. Über ­unsere Connected-Home-Plattform sind Kunden nicht nur in der Lage ihren Verbrauch zu reduzieren, sondern auch mit Apps rund um das Thema Energie ihr ­Zuhause intelligent zu managen – auch von unterwegs.

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