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13.05.2011 Alex Wolschann/apa

Jeder zweite private Haushalt ohne Festnetz

Vor sechs Jahren hatten mehr als drei Viertel der Haushalte noch einen Festnetzanschluss, mittlerweile nur mehr jeder Zweite.

Vor sechs Jahren hatten mehr als drei Viertel der Haushalte noch einen Festnetzanschluss, mittlerweile nur mehr jeder Zweite. Nur einen fixen Telefonanschluss, aber kein Handy haben hingegen sechs Prozent. Bei einem von hundert österreichischen Haushalten läutet weder das Festnetztelefon noch das Mobilfunkgerät, geht aus einer Studie des IFES im Auftrag der Telekom-Regulierungsbehörde RTR hervor.

Deutlich steigend ist die Zahl der Unternehmen, die sich vom fixen Anschluss verabschieden - wenn auch auf niedrigem Niveau. Im Vorjahr hatten 3,6 Prozent das Festnetz entsorgt, heuer waren es bereits 11,8 Prozent. Beachtlich ist auch, dass 9,1 Prozent der Firmen kein Handy besitzen. Je höher das Einkommen ist, desto höher ist auch der Anteil der Haushalte, die fix wie mobil telefonieren. Bei Haushalten mit einem Einkommen unter 1.000 Euro im Monat haben hingegen 60 Prozent nur noch ein Handy.

Fast zwei Drittel aller genutzten Handytarife sind mittlerweile Pauschalangebote, im Schnitt geben die Österreicher 22 Euro pro Monat fürs telefonieren aus - womit die Branche vor einem Rätsel steht, denn die Eigenangaben der Mobilfunkanbieter liegen deutlich höher. Weiterhin steigend ist der Versand von SMS, alleine im vierten Quartal 2010 wurden 1,8 Mrd. Kurznachrichten verschickt. Gleichzeitig wird eine Spur weniger mit dem Handtelefon gesprochen.

Endgültig Geschichte ist das Schmalband-Internet. Nur noch 1,2 Prozent der Befragten nutzen es. 73 Prozent der Haushalte verfügen mittlerweile über einen Onlineanschluss, 34 Prozent haben mobiles Internet. Immerhin neun Prozent gaben an, sich einen Laptop/Netbook gekauft zu haben, weil es "cool/trendig" ist. Auffällig ist die hohe Zahl der Internetverweigerer: 84 Prozent der Haushalte, die Offline sind, wollen das auch im nächsten Jahr bleiben.

Leider noch traurige Realität sind "Schockrechnungen" bei der Nutzung von mobilem Internet in Österreich. Hier gibt es eine "riesige Zahl mit teilweise sehr hohen Beträgen", kritisiert RTR-Chef Georg Serentschy. Er fordert die Mobilfunkbetreiber dringend auf, die gleichen Schutzmechanismen einzubauen wie beim Datenroaming - sprich eine Verständigung der Nutzer wenn sie dabei sind, das Limit des Datenangebotes zu überschreiten und dann die sehr teuren "out of the bundle"-Tarife zahlen müssen. Sollten die Betreiber nicht einlenken, dann werde die Behörde den Spielraum nützen, den die geplante Telekom-Novelle dann biete. Die Studie umfasste ein Sample von 2.036 Haushalte und 1.000 Unternehmen.

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