Der Wirtschaftsstandort Österreich ist in Gefahr Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


04.05.2011 Christof Baumgartner

Der Wirtschaftsstandort Österreich ist in Gefahr

Fehlende Investitionsanreize hemmen den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur für superschnelles Breitband. Österreich könnte in diesem Bereich den Anschluss an Europa verlieren.

Der Ausbau einer Infrastruktur, die schnelle Breitbandanschlüsse mit einer Downloadgeschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s (superfast broadband) zulässt, nimmt in ganz Europa an Fahrt auf. Experten sprechen von einer Haushalts-Abdeckung von fast 50 Prozent bis 2015. Doch Österreich könnte in diesem Bereich den Anschluss an den Rest Europas verlieren. Hauptgründe dafür sind ein Mangel an Kooperation zwischen den Telekommunikationsunternehmen untereinander aber auch mit den Versorgern, weiters ein harter und investitionshemmender Wettbewerb sowie unsichere Regulierungsbedingungen. Zu diesen Ergebnissen kommt die europaweit durchgeführte Studie »Super-fast broadband: catch up if you can« die von der Unternehmensberatung Arthur D. Little (ADL) und dem Investmentunternehmen Exane BNP Paribas durchgeführt wurde.

KEINE INVESTITIONSSICHERHEIT Andreas Tiefengraber, Principal bei ADL, sieht die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Österreich in Gefahr. »Es ist teilweise so, dass Bratislava über hochwertigere Anbindungen verfügt als Wien«, so Tiefengraber im Gespräch mit der COMPUTERWELT. Er räumt aber ein, dass in Österreich derzeit keine Investitionssicherheit beziehungsweise keine ausreichenden Anreize seitens der Politik betreffend des Ausbaues von »superfast broadband« gegeben seien und deshalb Unternehmen Vorsicht walten lassen betreffend etwaiger Investitionen. Es könnte der Fall sein, dass das Netz für Konkurrenten geöffnet werden müsste.

In Österreich seien laut der Studie die etablierten Telekommunikationsgesellschaften zudem einem harten Wettbewerb mit den Kabelnetzbetreibern ausgesetzt, welcher ebenfalls die Investitionsvorhaben bremst. Kabelnetzbetreiber die bereits wirtschaftlich tragfähige »superfast broadband«-Angebote auf den Markt bringen, verfügen in Ballungsräumen wie Wien über einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent beim Festnetz-Breitband.

Der heimische Breitband-Markt sei aber auch wegen der weiten Verbreitung von mobilem Breitband einzigartig. »Aufgrund der aggressiven Preispolitik der Mobilfunkanbieter betrug der Anteil mobiler Anschlüsse Ende 2010 bereits 44 Prozent aller Breitbandanschlüsse«, so Tiefengraber. Diese seien jedoch für die künftigen Anforderungen nicht ausreichend. Der Trend zum Smartphone wird diese Entwicklung weiter beschleunigen. Anwendungen wie HD- oder 3D-Fernsehen, genauso wie die weitere Verbreitung von Cloud-Services werden den Bedarf für ­superfast broadband vorantreiben. Tiefengraber sieht daher künftig auch wieder einen Trend zu Breitbanddiensten via Festnetz, Kabel und Fiber, sowohl im Businessumfeld als auch im Privatkundenbereich.

KOSTENSENKUNG DURCH KOOPERATIONEN Die Studienmacher weisen darauf hin, dass etablierte Telekommunikationsan­bieter ihr Risiko durch den gemeinsamen Ausbau und die Nutzung der Infrastruktur deutlich senken können. Berechnungen zeigen, dass durch Partnerschaften die Erträge aus der FTTH-Bereitstellung von zwölf Prozent auf 23 Prozent erhöht ­werden können, sowie gleichzeitig die Investitionskosten um 25 Prozent gesenkt werden. In Deutschland und Italien gebe es derartige Kooperationen bereits, um einen Ausbau mit Synergien durchzuführen. Eine Kooperation zwischen Telekomunternehmen gibt es in Österreich mittlerweile. Zwar nicht im Bereich Glasfaser sondern bei den Mobilfunkern. T-Mobile und Orange werden ihren UMTS-Ausbau im ländlichen Raum gemeinsam durchführen, was Einsparungen von rund 30 Millionen Euro für jedes Unternehmen bringen soll.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • SNP AUSTRIA GmbH

    SNP AUSTRIA GmbH Qualitätssicherung, Kaufmännische Software (ERP), Tools, Programmiersprachen, Datenkonvertierung, Übernahme von Softwareprojekten, Systempflege- und Wartung,... mehr
  • KORAM Softwareentwicklungsgesellschaft m.b.H:

    KORAM Softwareentwicklungsgesellschaft m.b.H: Betriebsdaten- und Zeiterfassung, Kaufmännische Software (ERP), Management Informationssysteme (MIS), Bauwesen, Einzelhandel, Fertigung, Produktion und Konstruktion, Freie Berufe,... mehr
  • adesso Austria GmbH

    adesso Austria GmbH Öffentliche Verwaltung, Grundstoffindustrie, Großhandel, Finanzdienstleistungen, Fertigung, Produktion und Konstruktion, Druck- und Verlagswesen, Qualitätssicherung,... mehr
  • ectacom GmbH

    ectacom GmbH Aus- und Weiterbildung, IT-Asset- und Lizenzmanagement, Übernahme von Softwareprojekten, Datenschutz, Antiviren- und Virenscanner Software, Backup und Recovery Systeme, Firewalls,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: