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09.03.2011 Alex Wolschann/idg

Intelligente Netze für das digitale Wohnzimmer

Smarte Stromnetze in den eigenen vier Wänden sind die Zukunft. Ohne Unterstützung der IT löst sich diese Vision aber rasch in Luft auf. Inzwischen gibt es viele innovative Lösungen, wie die Welten nahtlos und nachhaltig zusammenwachsen.

Strom wurde lange Jahre als austauschbares Gut aus der Steckdose abgetan und erlebt nun beim Thema »Digital Home« eine Renaissance. Der Markt und die Nachfrage sind in Bewegung, Unternehmen sehen sich mit veränderten Rahmenbedingungen konfrontiert, innovative Technologien auf der Erzeugerseite üben Druck auf die klassischen Netzbetreiber aus. Neue Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten brechen die alten Strukturen auf und leiten Wettbewerb auf allen Ebenen ein. In den Krisenjahren 2009 und 2010 war vor allem Energie und Green-IT in aller Munde, 2011 wird dem Trend erneut Rechnung getragen.

Grundgedanke der Heimvernetzung ist die Implementierung einer Home Service Platform, die Assistenzsysteme, Dienste oder Produkte verschiedenster Anbieter zentral steuerbar anbietet. Alle Geräte im Haus können so problemlos in das Netzwerk integriert werden.

EINSPARUNGSPOTENZIALE UND MEHR TRANSPARENZ FÜR KUNDEN Entscheidend für die Akzeptanz der smarten Lösungen durch den Verbraucher sind das Einsparpotenzial, die Mehrwertdienste und der Benutzerkomfort. Überhaupt ist der Kunde der Schlüssel zum Erfolg, denn die Barrieren für einen Wechsel des Lieferanten sinken. Reichte früher mit der Abrechnung ein einziger Kontakt pro Jahr aus, um die Beziehung zu erhalten, sind heute andere Werte gefragt: Kunden wollen mehr Transparenz über ihren Verbrauch und die Preise, und auch Gewerbekunden reicht das klassische Abrechnungsmodell einmal pro Monat nicht mehr aus. Lastvariable und tageszeitabhängige Tarife sollen Kunden anregen, ihren Verbrauch bewusst zu steuern, um ihn letztlich durch intelligente Technik zu reduzieren – das geht nur, wenn mehr Informationen als bisher zur Verfügung stehen. Auch der Schutz vor Einbrüchen ist über Vernetzung einfacher. Telekom Austria bietet eine netzgestützte Alarmanlage an, die im Einbruchsfall auch zuständige Stellen alarmieren und einfach gewartet und installiert werden kann. Umfangreiches IT-Wissen ist nicht notwendig, die Kosten reduzieren sich auf eine monatliche Gebühr.

KOSTEN VON 200 MRD. EURO FÜR EUROPÄISCHE STROMNETZE Damit smarte Technik und Transparenz möglich werden, muss die Energiewirtschaft in Vorleistung gehen. Laut Greenpeace kostet die Modernisierung der europäischen Stromnetze zum Smart Grid über 200 Milliarden Euro, andere Beobachter gehen von noch höheren Summen aus. Der Trend zur dezentralen Stromerzeugung und Einspeisung stellt traditionelle Netze vor Probleme, große gewerbliche Verbraucher können heute selbst als Erzeuger auftreten.

Traditionelle IT-Systeme und Prozesse sind häufig zu starr für die neuen Anforderungen, innovative Geschäftsmodelle und Best Practices haben sich noch nicht etabliert. Auch Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit müssen geklärt werden, ebenso die Einbindung externer Partner und Dienstleister. Die Strom- und IT-Netze müssen aber nicht nur beim Energielieferanten zusammenwachsen, sondern auch beim Kunden. Voraussetzung für die Transparenz sind intelligente Zähler, neudeutsch Smart Meter. Sie speichern und übertragen Messdaten, ­zeigen sekundengenau Strompreise an und sollen als Grundlage für die Hausautomatisierung dienen.

NUR JEDER FÜNFTE HAUSHALT WILL NÖTIGE INVESTITIONEN TRAGEN Laut einer Marktforschungs-Umfrage aus dem vergangenen Jahr sind nur 18 Prozent der befragten europäischen Verbraucher bereit, hierfür Geld zu bezahlen. Jeder Fünfte lehnt ein derartiges Messgerät ab. Zudem sind die Herausforderungen und Vorteile der Heimvernetzung bei vielen Bürgern noch gar nicht bekannt, und der Beratungsbedarf auf allen Seiten ist immens. Vor allem die damit verbundenen Einsparpotenziale können noch wenige Kunden überzeugen, die Skepsis überwiegt. Doch auch andere Vorteile könnten Besitzer eines vernetzten Eigenheims haben: Solche Immobilien sollten in Zukunft einen enormen Wettbewerbsvorteil auf dem Immobilienmarkt haben. Die ganzheitliche Sicht fehlt jedenfalls noch. Das lässt sich allerdings mit Aufklärungsarbeit ändern.

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