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28.02.2011 Rudolf Felser

Open Data als Innovations- und Demokratiemotor

Die Reihe twenty.twenty widmete sich kürzlich dem Thema "Open Data. Open Rules?". Mehr zu dem Thema kann man auch bei der Fachkonferenz OGD2011 erfahren, die Mitte Juni stattfindet.

Die Reihe twenty.twenty widmete sich kürzlich dem Thema "Open Data. Open Rules?". Rund 80 Gäste diskutierten im The Hub Vienna über die Potenziale, die die Öffnung von Daten der öffentlichen Hand für Demokratie und Wirtschaft bringt. Daniel Dietrich von der Open Knowledge Foundation Deutschland sprach in seiner Keynote von einem Schatz, der einmal gehoben, einen intensiveren Dialog zwischen Regierung, Verwaltung und Bürgern ermöglicht. Zudem sind Open Data Grundlage für technologische Innovationen. Auch in Österreich herrscht Aufbruchsstimmung.

In seinem Eröffnungs-Statement beschrieb Daniel Dietrich die Infrastruktur von Open Data als Basis für eine nachhaltige Wissensökonomie. Die Offenlegung von Daten aus Politik und Verwaltung mache das Handeln der Akteure nachvollziehbar. Diese Transparenz fördere den Dialog und schaffe damit auch Vertrauen. Wenn die Rohdaten uneingeschränkt für neue Anwendungen oder Dienstleistungen verwendet werden könnten, wäre das nicht zuletzt auch ein Innovationsmotor. Dietrich ist überzeugt: "Roh sind die Daten wertlos. Gekocht und veredelt sind sie ein wahrer Schatz." Er selbst sieht die Veredelung von Daten nicht als primäre Aufgabe des Staates. "Der volkswirtschaftliche Nutzen ist bedeutend höher, wenn viele Entwickler und Unternehmen auf die Quelldaten zugreifen können und daraus auch Wettbewerb entsteht", so der Vertreter der Open Knowledge Foundation Deutschland und CEO des deutschen Open Data Networks.

ÖSTERREICH HOLT AUF In angloamerikanischen und skandinavischen Ländern gibt es bereits zahlreiche Anwendungen, die Open Data verwenden. Auch in Österreich herrscht Aufbruchsstimmung. Thomas Thurner von der Semantic Web Company berichtete von den Vorbereitungen zur Open Government Data Konferenz, die im Juni 2011 in Wien stattfindet. Er ortet bei allen Stakeholdern große Bereitschaft, hier etwas zu bewegen. Michael Rederer, verantwortlich für die redaktionelle Leitung der Website der Stadt Wien, betonte, dass schon jetzt viele Informationen des öffentlichen Sektors online sind. Derzeit laufen Vorbereitungen zur Öffnung weiterer Daten in maschinenlesbaren Formaten, wie es auch im Programm der Wiener Stadtregierung verankert ist.

Der Politikwissenschaftler Hubert Sickinger wies darauf hin, dass es mit der Öffnung von Daten alleine noch nicht getan sei. Am Beispiel Parteienfinanzierung erläuterte er, dass es bei Budgetdaten durchaus Möglichkeiten gäbe, Budgetpositionen so darzustellen, dass aus den Daten keine konkreten Schlüsse abgeleitet werden könnten. In der Diskussion kristallisierte sich heraus, dass es eine Reihe von begleitenden Maßnahmen und Rahmenbedingungen braucht, damit das Potenzial von Open Data genutzt werden kann. Dazu gehören einerseits das entsprechende Commitment der politischen Entscheidungsträger, wie auch eine entsprechende Data Literacy bei den Entwicklern, die die Daten aufbereiten, und bei denen, die auf die aufbereiteten Daten zugreifen. Open Data sind per se keine Grundlage für politische Diskussions- und Entscheidungsfindungsprozesse. Sie bilden aber eine Infrastruktur, um diese zu unterstützen.

OGD2011: OPEN GOVERNMENT DATA KONFERENZ Gefördert von der Technologieagentur der Stadt Wien, ZIT findet unter Federführung der Semantic Web Company am 16. Juni 2011 eine Fachkonferenz zum Thema Open Government Data statt. Die Konferenzbindet Fachleute und Entscheidungsträger aus den Bereichen Öffentliche Verwaltung, Politik, Wirtschaft sowie Bürger/innen und Zivilgesellschaft in einen mehrstufigen Konsultationsprozess ein, mit dem Ziel, Bedürfnisse, Erwartungen und auch Bedenken der einzelnen Zielgruppen beim künftigen Umgang mit Open Government Data zu erheben und abzugleichen.

Zusätzlich zur Konferenz im Juni 2011 in Wien veranstaltet die Semantic Web Company im Vorfeld themenspezifische Stakeholder Workshops mit den mit offenen Regierungsdaten beschäftigten Gruppen: Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bürger. Das parallel dazu alle sechs Wochen erscheinende Magazin "Open Government Data Digest" bietet Information, Diskussionsplattform und Beispielanwendungen aus dem In-und Ausland in gedruckter Form. (pi/rnf)

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