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23.02.2011 Christof Baumgartner

Telefonieren nach Hause wird billiger

Die Mobilfunkkonzerne haben Mitleid mit den Urlaubern und bieten billigere Tarife für Datenroaming an.

Das mobile Telefonieren ist inzwischen zum Schnäppchenpreis möglich. In Österreich jagt ein Paket mit tausend Freiminuten und tausend Frei-SMS das andere. Anders sieht die Situation aber noch immer beim Telefonieren im Ausland aus. Dort versuchen sich die ­Mobilfunkprovider das zurückzuholen, was sie auf den Inlandsmärkten fast ­verschenken. Das wiederum gefällt den Bürgern nicht und auch nicht der EU-Kommission. Fast drei Viertel der Euro­päer machen sich bei Reisen in der EU Sorgen über die Kosten, wenn sie ihr Handy verwenden. 72 Prozent der Reisenden schränken sich daher immer noch beim Telefonieren im Ausland ein, obwohl die Preise für Roaming-Dienste seit 2006 gefallen sind. Unschöne Überraschungen kann es vor allem bei der Nutzung von mobilem Internet im Ausland geben, also Datenroaming. Da kann das schnelle Überprüfen des genauen Standortes via Google Maps die Telefonrechnung in die Höhe schnellen lassen. Laut der kürzlich präsentierten Studie »Eurobarometer Spezial 356 – Roaming 2010« der EU halten nur 19 Prozent der Mobilfunknutzer, die im Ausland mit ihrem Handy im Netz ­surfen, die aktuellen Preise für fair. Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission, sieht auch noch keinen ausreichenden Wettbewerb beim Roaming beziehungsweise Datenroaming erreicht. Bis Juni 2011 sollen die derzeitigen EU-Roamingvorschriften überarbeitet werden. Bis 2015 möchte die EU Roaminggebühren quasi abschaffen, es soll nahezu keine Unterschiede mehr zwischen Roamingtarifen und den Tarifen im eigenen Land geben.

NEUE TARIFMODELLE Im Rahmen des MWC stellten nun einige Telekomunternehmen, darunter die Deutsche Telekom (T-Mobile Austria) und die Telekom Austria Group (TAG) neue Roamingtarife für Datennutzung via Mobilfunk vor. Wobei die Unternehmen unterschiedliche Modelle anbieten. Die Deutsche Telekom stellte ein neues Tarifsystem vor, bei dem man ab 1,95 Euro pro Tag in allen EU-Ländern online gehen kann. Dabei können zehn Megabyte an Daten übertragen werden. Für 14,95 Euro gibt es eine Wochen-Flatrate mit uneingeschränktem Daten­volumen. Die Preise für Österreich stehen noch nicht fest, sie sollen sich aber im Bereich der Preise von T-Mobile Deutschland bewegen. »Damit wird das Surfen im ­Urlaub um bis zu 90 Prozent billiger«, ist T-Mobile-Österreich-Chef Robert Chvatal überzeugt. Das gewünschte Datenpaket soll per SMS zu aktivieren sein.

Das neue Angebot der Telekom Austria Group nennt sich »abroadband« und ist eine SIM-Karte ohne zeitliche Bindung. Ein Megabyte Datenübertragung im ­Ausland soll damit künftig 59 Cent kosten, die SIM-Karte selbst einmalig 19,90 Euro, ein Modem-Stick mit SIM-Karte 49,90 Euro. Die Kosten werden in Echtzeit ­angezeigt, bezahlt wird mit Kreditkarte oder Paypal. Das Produkt kann über www.abroadband.com bestellt werden und funktioniert in 53 Ländern und nicht, wie bei T-Mobile, nur in der EU. »Das ist das erste globale Produkt der Telekom Austria«, ­sagte Konzernchef Hannes Ametsreiter in Barcelona.

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