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21.02.2011 Christof Baumgartner/pi

Österreich verteidigt E-Government-Spitzenplatz

Im Durchschnitt sind 82 Prozent der 20 wichtigsten Behördendienstleistungen in den Staaten der Europäischen Union sowie Kroatien, Island, Norwegen, der Schweiz und der Türkei vollständig online umgesetzt. Am besten schneiden Österreich, Italien, Malta, Portugal und Schweden ab.

Der durchschnittliche Grad der Online-Verfügbarkeit von Dienstleistungsangeboten ist ebenfalls gestiegen – auf 90 Prozent (2009: 83 Prozent). Auch hier liegt Österreich gemeinsam mit Irland, Malta und Portugal ganz vorne, dicht gefolgt von Deutschland, Schweden und Italien. Schlusslichter sind Zypern und Griechenland. Zu diesen Ergebnissen kommt die neunte Benchmark-Studie der EU-Kommission zu E-Government in Europa, die von Capgemini, dem Rand Europe Institut, dem Analystenhaus IDC und dem Dänischen Technologie Institut durchgeführt wurde. Die Studie dokumentiert seit 2001 jährlich de n Fortschritt von E-Government in Europa und ist in der diesjährigen Ausgabe inhaltlich deutlich breiter angelegt als bisher. Basis der Studie bildet die Untersuchung von mehr als 10.000 Behördenwebseiten in allen 32 Teilnehmerländern.

OPTIMIERUNGSPOTENZIAL Die aktuellen Studienergebnisse belegen, dass Österreich in seinen E-Government-Aktivitäten nicht nachgelassen hat und weiterhin das Ranking in vielen Bereichen anführt. Bereits seit 2006 hat Österreich seinen Spitzenplatz inne. Es sind weiterhin 100 Prozent der Dienstleistungen vollständig online umgesetzt. Bei dem Grad der Online-Verfügbarkeit, die anhand einer fünfstufigen Skala gemessen wird, erreicht Österreich ebenfalls 100 Prozent. Nachholbedarf gibt es dagegen bei der Benutzerfreundlichkeit der E-Government-Dienstleistungen: Sie erreicht in Österreich einen Durchschnittswert von 50 Prozent, während EU-weit durchschnittlich immerhin 79 Prozent erzielt werden.

In der Detailbetrachtung zeigt sich, dass insbesondere bei den Indikatoren „Transparenz“ (22 Prozent) und „Datenschutz“ (50 Prozent) aufgeholt werden muss. Zum Vergleich: Der EU-Durchschnitt liegt bei einem Wert von 52 Prozent für Transparenz und 90 Prozent für Datenschutz. Spitzenreiter bei der Benutzerfreundlichke it ist Malta (100 Prozent), gefolgt von Schweden und Großbritannien sowie Estland und Dänemark. Ebenfalls detailliert untersucht wurden die österreichischen Webportale: Hinsichtlich ihrer Gestaltung werden sie als bürgerorientiert erlebt (100 Prozent). Auch bei der Benutzerfreundlichkeit liegen sie ganz vorne (100 Prozent). Optimierungspotenzial sieht die Studie dagegen bei der Vernetzung der einzelnen Angebote (61 Prozent). Hier ist der EU-Schnitt mit 77 Prozent besser.

Die Plattform „Digitales Österreich“ dient als übergreifende Institution für alle E-Government-Aktivitäten in Österreich. „Vorbildcharakter für die anderen EU-Länder hat das Bürgerportal HELP.gv.at, das nach verschiedenen Lebenssituationen gegliedert ist und so den Bürgern zielgenau weiterhelfen kann“, erläutert Bernd Bugelnig, Vice President bei Capgemini in Österreich. „Ein Paradebeispiel für eine moderne E-Government-Anwendung ist die Handy-Signatur. Mit ihr können Bürger zum Beispiel Diebstähle anzeigen, sich eine Heiratsurkunde ausstellen lassen oder E-Mails signieren“, so Bugelnig. Auch die elektronische Beschaffung gewinnt weiter an Bedeutung. Bei der E-Procurement-Fähigkeit verbessert sich Österreich von 62 Prozent (2009) auf 72 Prozent und entspricht damit etwa dem EU-Durchschnitt von 71 Prozent.

UNTERNEHMENSGRÜNDUNG LEICHT GEMACHT Acht der elf relevanten Verwaltungsschritte für eine Firmengründung sind in Österreich elektronisch automatisiert, die anderen drei Schritte können über ein eigenes Portal abgewickelt werden. Damit sichert sich Österreich auch bei der elektronischen Abbildung des kompletten Gründungsprozesses eine Top-Position. Ähnlich gut schneiden nur Dänemark, Estland, Irland, Norwegen, Schweden und Großbritannien ab. Hervorzuheben ist das benutzerorientierte Design dieser Lösung – ein hoher Interaktionsgrad, Personalisierung und spezifisch auf den jeweiligen Nutzer abgestimmte Informationen erleichtern den österreichischen Unternehmern das Leben.

Trotz guter Ergebnisse wird es in den kommenden Jahren entscheidend sein, auch über den Tellerrand der EU hinauszublicken. Bugelnig: „In der globalisierten Welt hängt Europas Wettbewerbsfähigkeit zunehmend davon ab, wie effektiv und modern die Services der einzelnen Regierungen im internationalen Vergleich sind.“ Auch muss dem Wandel in der Gesellschaft Rechnung getragen werden, der immer mehr engagierte, technisch versierte Bürger hervorbringt. „Die Wirtschaftskrise und der demographische Wandel zwingen die Regierungen ihr Handeln zu überdenken. Mehrere hundert Millionen Bürger sind nicht nur auf die öffentliche Verwaltung angewiesen, sie wollen vielmehr eine neue, interaktive Beziehung zu ihren Regierungen aufbauen“, sagte Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, als sie im Dezember 2010 den neuen E-Government Action Plan 2011-2015 vorstellte.

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