Qualitätsmerkmal IKT-Infrastruktur Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


10.02.2011 Christof Baumgartner/apa

Qualitätsmerkmal IKT-Infrastruktur

Mobilfunker sind sich einig: Weitere Investitionen sind notwendig, um den Bedarf zu decken. Doch wer soll das bezahlen?

Mobile Kommunikaton wird ihr enormes Wachstum der letzten Jahre auch weiterhin fortsetzen. Darüber sind sich die Experten einig. »Weltweit werden die digitalen Daten in den nächsten zehn Jahren um das 50-fache steigen. Die Qualität der IKT-Infrastruktur wird immer mehr zu einem Qualitätsmerkmal eines gesamten Standortes«, sagte Hannes Ametsreiter, Generaldirektor der Telekom Austria Group, im Rahmen einer Podiumsdiskussion des Forums Mobilkommunikation (FMK). Die Durchdringung mit SIM-Karten werde in einigen Jahren 300 ­Prozent erreichen, so Ametsreiter weiter. Der damit verbundene Datenverkehr werde sich nicht nur über Funk abwickeln lassen. Der Preiswettbewerb sei hoch, ­dennoch gebe es daher die Anforderung, auch in die Datennetze zu investieren.

Aber trotz der enormen technischen ­Fortschritte bei Handys und obwohl die Leistungen der Mobilfunker für ihre ­Kunden immer besser werden, sinken die Preise für diese Leistungen stetig. »Das darf so nicht weitergehen, die Menschen empfinden, dass Mobilfunk nichts wert ist«, klagte Orange-Chef Michael ­Krammer. Ein Top-Handy koste derzeit nur noch 25 Euro pro Monat, »das sind fünf Melanges im Cafe Landtmann«, sagte Krammer. Die österreichischen Handynutzer würden im internationalen Vergleich sehr viel Leistung für wenig Geld bekommen. Mit einer durchschnittlichen ­Monatsrechnung von rund 20 Euro sei Mobilkommunikation für Herrn und Frau Österreicher kein Luxus mehr, sondern ein Grundbedürfnis. Eine Chance, den ­Preisverfall zu stoppen, sieht Krammer in ­neuen Services für die Kunden.

HOHE INVESTITIONEN NÖTIG Der Netzausbau und die Investitionen in die vierte Mobilfunk-Generation (LTE) ­werden in diesem und den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen. Dazu bedarf es laut den Mobilfunkern allerdings entsprechender Rahmenbedingungen seitens Politik und Regulierern. »Wenn diese Rahmen geschaffen werden, dann wird es auch künftig Investitionen geben und ­Österreich weiter eine Vorreiterstellung einnehmen«, so Rüdiger Köster, CTO bei T-Mobile und neuer Präsident des FMK.

GLASFASER Investitionsbedarf sieht auch der Kabinettchef von Infrastrukturministerin Doris Bures, August Reschreiter: »Wir würden gern wie wild den Ausbau von Mobilfunknetzen und Glasfaser fördern.« Aber da gebe es zwei Hindernisse: Das Budget und EU-Recht, »weil jede Förderung ist ja auch eine Wettbewerbsverzerrung«. Wichtiger als Förderungen sei es, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Branche auch in Zukunft gut wirtschaften kann, meint ­Karin Hakl, Sprecherin für Innovation und Telekommunikation der ÖVP. Sie ist fest davon überzeugt, dass noch in diesem Jahr die wesentlichen Entscheidungen darüber getroffen werden, wie es bis 2020 weitergeht. Ein Problem sei das starke Gefälle zwischen Stadt und Land beim Internet-Ausbau, »das wir uns volkswirtschaftlich nicht leisten können«. »Dass heute mobile Kommunikation und mobiles Breitband für jeden Österreicher leistbar ist, liegt nicht nur am Wettbewerb, sondern auch an der Innovationskraft der Mobilfunkbranche«, meint Georg Serentschy, ­Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post. Nun würde sie jedoch vor dramatischen Veränderungen in den Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodellen stehen. Die »Googles« und »Apples« dieser Welt ­würden zunehmend in den Mobilfunk-Wettbewerb eintreten und um den attraktiven Teil des Kuchens konkurrenzieren. »Ich empfehle den Mobilfunkern, sich jetzt schon auf den Fall der Roaminggebühren einzustellen«, so Serentschy.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema


Hosted by:    Security Monitoring by: