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20.10.2009 apa/Rudolf Felser

TA fordert Festnetz-Deregulierung

Die Telekom Austrian hat ihre Forderung nach weiterer Deregulierung von Festnetz und Breitband mit einer Studie untermauern lassen.

Die Telekom Austrian (TA) hat ihre bereits vielfach erhobene Forderung nach einer weiteren Deregulierung von Festnetz und Breitband-Internet mit einer Studie untermauern lassen. Die TA könne die Abwanderung in den Mobilfunk nicht verhindern, weil sie praktische keine Festnetz-Flatrates anbieten dürfe, sagte Studienautor Karl-Heinz Neumann vor Journalisten. Damit es mittel- oder langfristig nicht zu Engpässen bei der Internetversorgung kommen, müssten außerdem die Glasfasernetze ausgebaut werden.

Das nötige Investitionsvolumen für eine Versorgung von 80 Prozent aller Haushalte bezifferte der Regulierungs-Experte mit fünf Mrd. Euro. Die Telekom selbst will bis 2013 rund eine Milliarde Euro investieren.

Zwischen Österreich und Deutschland gebe es "sehr markante Unterschiede" bei der Markt- und Wettbewerbssituation von Telefonie und Festnetz so Neumann, Chef des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK). Während in Deutschland gerade mal ein gutes Drittel der Sprachtelefonie auf das Handy entfalle, seien es in Österreich mehr als drei Viertel.

Dementsprechend telefonierten auch in Deutschland nur elf Prozent der Haushalte ausschließlich mit Mobiltelefonen, in Österreich hingegen 38 Prozent. Der EU-Schnitt liege bei rund 22 Prozent. Allerdings bietet die Telekom nicht nur Festnetz an, sie ist mit ihrer Tochter Mobilkom auch Marktführer im Mobilfunk. Bei Geschäftskunden steht sie hier einsam an der Spitze.

Der Marktanteil der TA bei Festnetzverbindungen liege mit 57 Prozent (2007) um rund zehn Prozentpunkte über dem der Deutschen Telekom AG (DTAG). Bei Betrachtung des Gesamtmarktes sinke der TA-Festnetz-Anteil bei den Sprachminuten allerdings auf 18 Prozent. Die DTAG würde auf 31 Prozent kommen. Ähnlich die Situation bei Breitbandanschlüssen. Der TA-Breitband-Anteil würde unter Einbeziehung von mobilen Anschlüssen von 45 auf 30 Prozent abfallen, der Marktanteil ihres deutschen Pendants bliebe "praktisch unverändert" bei knapp unter 45 Prozent. In Österreich setze der Mobilfunk der TA also auch beim Breitband stärker zu. Hierzulande gebe es mit DSL, Kabel und mobilem Internet gleich drei starke Breitbandplattformen, in Deutschland hingegen dominiere DSL.

DEREGULIERUNG IN DEUTSCHLAND FORTGESCHRITTENER Puncto Deregulierung sei Deutschland fortgeschrittener als Österreich (siehe dazu auch "Regulierungs-Freiheit für Deutsche Telekom"), obwohl die hiesigen Märkte aufgrund Drucks vom Mobilfunk weniger regulierungsbedürftig seien, konstatierte Neumann. Er hält es für "nicht mehr angemessen", dass die heimische Regulierungsbehörde RTR noch an der Unterscheidung zwischen Privat- und Geschäftskunden festhalte. Das "in Europa gängige" preispolitische Instrument der Festnetz-Flatrates bleibe der TA verwehrt. Neumann kritisierte außerdem, dass in Österreich alle Telefonanschlussarten im Vorhinein mit festgesetzten Größen preisreguliert sind. Die Preissetzungsflexibilität der TA sei weiters durch "faktisch gesetzte Mindestpreise" und durch die Durchführung von Preis-Kosten-Scheren-Tests beschränkt. Neumann wundert sich auch über die "überlappende Verantwortung" von RTR und Wettbewerbsbehörde.

Die prekäre Situation des Festnetzes bzw. die Abwanderung in den Mobilfunk seien "zu einem relevanten Teil regulierungsbedingt", nicht marktbedingt, so Neumann. Dies treffe im Übrigen auch auf alternative Festnetz-Anbieter zu und wirke sich auf den österreichischen Gesamtmarkt aus. Die TA habe einerseits nur begrenzt Möglichkeiten, in Glasfasernetze (Next Generation Access, NGA) zu investieren, müsse dies aber andererseits dringender tun als die meisten anderen europäischen Festnetzbetreiber.

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