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28.10.2009 Rudolf Felser

EU: Strategien für intelligente Netze und digitale Dividende

Die EU-Kommission wird nicht müde daran zu arbeiten, Europa zum Vorreiter bei intelligenten, internetgestützten Infrastrukturen zu machen.

Die Europäische Kommission wird nicht müde daran zu arbeiten, Europa zum Vorreiter bei der Entwicklung intelligenter, internetgestützter Infrastrukturen zu machen. So wurden heute die europäischen Regierungen und die Branche der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) aufgerufen, die steigende Nachfrage nach innovativen Internetanwendungen zu nutzen und bestehende Infrastrukturen wie das Gesundheitswesen, Stromnetze und Verkehrs­management "intelligenter" zu machen. Zu diesem Zweck will die Kommission eine Partnerschaft zwischen Behörden und führenden IKT-Akteuren in Gang setzen, für die 2011-2013 ein Budget von 300 Mio. Euro vorgesehen ist. Die Mittel dienen der Finanzierung von Projekten, die demnächst ausgewählt werden sollen, und ergänzen den Etat von 200 Mio. Euro, der jährlich für den IKT-Bereich zur Erforschung grundlegender Internettechnologien bereitgestellt wird.

Die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding erklärte: "Das Internet kann dabei helfen, künftige Herausforderungen zu meistern, und für die Wirtschaft Europas der Schlüssel zum Weg aus der Krise sein. Online-Anwendungen und -Technologien können den Verkehr in den Städten – wo bald 70 Prozent der Weltbevölkerung leben werden – optimieren. Sie können und müssen zudem unser Energiemanagement verbessern, da sich der Stromverbrauch bis 2030 verdoppeln wird. Angesichts einer alternden Bevölkerung in der EU kann das Internet auch unser Gesundheitswesen effizienter gestalten und die Fernbetreuung von Patienten ermöglichen. Europa und seine Unternehmen sollten die Gelegenheit nutzen und Technologien und Anwendungen entwickeln, mit denen sich die Effizienz alltäglicher Prozesse zum Nutzen von Wirtschaft und Gesellschaft enorm steigern lässt."

Die Kommission hat eine EU-weite Innovationsstrategie für das Internet vorgeschlagen, die Regierungen und verschiedene Wirtschaftsbereiche in Europa zusammenführt. Mit der Strategie sollen Infrastrukturen, die für unsere Wirtschaft und Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind, verbessert und in die Lage versetzt werden, bei der Erfüllung ihrer täglichen Aufgaben extrem große Datenmengen zu verarbeiten. Bereits heute nimmt den Angaben der Kommission zufolge der Datenverkehr im Internet jedes Jahr um 60 Prozent zu. Da das Internet Milliarden von Sensoren und Online-Mobilgeräte miteinander verbindet und so immer komplexere Informationen bereitgestellt werden, müssen diese Infrastrukturen hinreichend intelligent sein, um derartig große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten zu können. Durch die Nutzung von Internettechnologie wie Sensoren, Funketiketten oder in Zukunft das Satellitennavigationssystem Galileo könnten laut der Kommission beispielsweise Verkehrsstaus, die in Europa jährliche Kosten von 135 Mrd. Euro verursachen, um 20 Prozent und die Schadstoffemissionen um weitere 15 Prozent reduziert werden (siehe dazu auch "Green-IT-Leader: IBM, HP, Fujitsu") .

PILOTVERSUCHE In verschiedenen europäischen Regionen und Großstädten werden bereits Pilotversuche mit intelligenten Systemen durchgeführt. So investierte Stockholm in ein intelligentes Verkehrsmanagementsystem, durch das Fahrtzeiten verkürzt, öffentliche Verkehrsmittel verstärkt genutzt und Kohlendioxidemissionen reduziert werden. Durch den Einsatz von Sensornetzen und Mobilgeräten können Daten nahezu in Echtzeit gesammelt werden, was eine Voraussetzung für das Management von Energie- oder Verkehrssystemen ist. Die Daten können dann beispielsweise für die Optimierung städtischer Mobilitätssysteme genutzt werden. Mit zunehmender Verbreitung werden diese drahtlosen Geräte auch von den zusätzlichen Frequenzen profitieren, die infolge der so genannten digitalen Dividende frei werden.

DIGITALE DIVIDENDE Apropos digitale Dividende: "Die digitale Dividende bietet die einmalige Chance, 'Breitband für alle' europaweit wirklich werden zu lassen und einigen der innovativsten Sektoren unserer Wirtschaft einen starken Impuls zu geben. Europa wird die digitale Dividende aber nur dann in vollem Umfang ernten, wenn wir nach einem gemeinsamen Plan zusammenarbeiten. Die Kommission hat deshalb bei der Ausarbeitung dieses Plans eng mit EU-Ländern, dem Europäischen Parlament, der Branche und den Verbraucher­verbänden zusammengewirkt", sagte EU-Kommissarin Reding. "Ich rufe die EU-Länder auf, den Übergang zum Digitalfernsehen zu beschleunigen und bis zum 1. Januar 2012 abzuschließen. Ich appelliere auch an die nationalen Behörden, die digitale Dividende auf wettbewerbsfördernde Weise zur Marktöffnung für neue Anbieter und Dienstleistungen zu nutzen, um einen maximalen wirtschaftlichen Effekt zu erzielen. Nur so wird gewährleistet, dass drahtlose Breitbandtechnik dank der digitalen Dividende in Regionen der EU verfügbar gemacht wird, in denen ein schneller Internet­zugang mit anderen Technologien nicht effizient bereitgestellt werden kann."

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