LTE soll den Breitbandhunger der Smartphones und Datenkarten stillen Detail - Computerwelt

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18.11.2009 Christof Baumgartner/idg

LTE soll den Breitbandhunger der Smartphones und Datenkarten stillen

Der Bedarf an mobilen Breitband steigt rasant. Mobilfunkanbieter und Hersteller glauben mit LTE dem Problem Herr werden zu können. Neue Dienste für die User werden erst später kommen.

Die Nutzung von mobilem Internet über Smartphones oder Datenkarten nimmt stark zu und der Datenverkehr könnte sich deswegen bis 2012 auf das 25-Fache steigern. Für die Netzbetreiber könnte sich das zu einem echten Problem entwickeln, sagen die Analysten des Marktforschungsunternehmens Informa. Die Lösung meinen die Betreiber in der nächsten Mobilfunkgeneration LTE (Long Term Evolution) gefunden zu haben. Noch bevor das Potenzial der 3,5-G-Technik mit HSPA+ vollkommen ausgereizt ist, wird an der neuen Technologie gearbeitet. LTE soll die Geschwindigkeit mit bis zu 300 Mbit/s Bandbreite im Down- und 75 Mbit/s im Uplink gewaltig steigern und eine – für Echtzeitanwendungen wie zum Beispiel Voice over IP (VoIP) wichtige – niedrige Latenzzeit von zehn Millisekunden bringen. Experten wie Hersteller sehen darin auch die Grundlage für neue mobile Anwendungen.

Die Szenarien sind vielfältig und reichen von aufwendigen Multi-User-Online-Spielen auf dem Handy über mobile Videokonferenzen bis hin zur Übertragung hochauflösender Filme über die Luftschnittstelle. Angesichts dieser Aussichten empfehlen Mobilfunker und Netzausrüster verschiedenen Branchen, ihre Geschäftsmodelle frühzeitig umzustellen oder zumindest anzupassen: Da Nutzer unterwegs mindestens ähnlich gut vernetzt sein werden wie zu Hause, sei vor allem die Medienbranche gefordert, bandbreitenintensive Dienste wie hoch auflösende Videoelemente bereitzustellen.

EIN CARRIER-THEMA? Doch nicht alle zeigen sich so enthusiastisch. »Bei LTE handelt es sich um ein reines Carrier-Thema. Grundsätzlich neue Dienste werden wir nicht sehen. Es geht um mehr Kapazität, höhere Breitbandgeschwindigkeiten, bessere Funkabdeckung in Gebäuden und das zu günstigeren Kosten«, meint Klaus von den Hoff vom Beratungshaus Arthur D. Little. Die eingangs erwähnte Studie belegt die Notwendigkeit für mehr Kapazität. Ein Thema, das in diesem Zusammenhang in letzter Zeit heftig diskutiert wird, ist die »Digitale Dividende«, das wegen der Umstellung der Rundfunktechnik von analog auf digital frei gewordenes Frequenzband von etwa 60 Megahertz im Bereich von 790 bis 862 Megahertz. Die EU macht Druck auf die Länder, um dieses Frequenzband für die Mobilfunker freizugeben, vor allem um auch den ländlichen Raum mit Breitbanddiensten versorgen zu können.

Auf der technischen Seite dürften keine allzu großen Probleme bei der Umsetzung von LTE entstehen. Hersteller wie Nokia Siemens Networks (NSN) haben Equipment vorgestellt, die sich mit einem Software-Update von HSPA auf LTE umstellen lässt. Auch Endgeräte werden bald verfügbar sein. Doch wann LTE für den Endnutzer verfügbar sein wird, steht noch in den Sternen – und was danach kommt wohl auch.

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