Deutsche Telekom legt Festnetz und Handynetz zusammen Detail - Computerwelt

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20.11.2009 Alex Wolschann/apa

Deutsche Telekom legt Festnetz und Handynetz zusammen

Mit einem radikalen Konzernumbau will die Deutsche Telekom künftig wettbewerbsfähiger werden.

Mit einem radikalen Konzernumbau will die Deutsche Telekom künftig wettbewerbsfähiger werden. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Hannover gaben die Aktionäre dem größten deutschen Telekommunikationsunternehmen grünes Licht für die Zusammenführung der Festnetzsparte T-Home und der Mobilfunksparte T-Mobile in Deutschland. Der Konzern will auf diese Weise künftig seine Festnetz- und Mobilfunkangebote enger verzahnen. Darüber hinaus übernimmt die Telekom für 275 Mio. Euro das deutsche Internet-Unternehmen Strato vom Mobilfunkanbieter Freenet.

"Mit diesem Schritt stärken wir unsere Position im sehr interessanten Wachstumsmarkt für Hosting-Lösungen", sagte Telekom-Vorstand Niek Jan van Damme. Strato bietet vor allem für Privatkunden und kleine Geschäftskunden Produkte wie E-Mail, Websites, Blogs und Online-Shops sowie Dienstleistungen zur Datenspeicherung auf physischen und virtuellen Servern an. Mit der Übernahme des Berliner Unternehmens, das rund vier Millionen Hosted Domains betreut und 502 Mitarbeiter beschäftigt, will die Deutsche Telekom die Nummer zwei für Webhosting-Produkte in Deutschland werden. Die Übernahme steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden.

Auf der außerordentlichen Telekom-Hauptversammlung in Hannover stimmten 99,95 Prozent des vertretenen Aktienkapitals für den Konzernumbau, wie das Unternehmen mitteilte. Telekom-Chef Rene Obermann hatte zuvor massiv für die Pläne der Konzernleitung geworben. "Jetzt ist die richtige Zeit für die Zusammenführung des Mobilfunk- und Festnetzgeschäfts", betonte der Vorstandsvorsitzende. Der Konzern werde dadurch künftig besser in der Lage sein, integrierte Lösungen und Dienstleistungen für Festnetz und Mobilfunk aus einer Hand anzubieten. Die Telekom reagiere mit der Zusammenführung auf die Herausforderungen der Branche.

"POTENTIAL IST ENORM" Ziel der Neustrukturierung ist es, in einer künftigen Deutschland-Gesellschaft das inländische Festnetz- und das inländische Mobilfunkgeschäft eng zu verzahnen. Das Potenzial sei enorm, erklärte Obermann. Bisher habe nur jeder fünfte der 29 Millionen Kundenhaushalte sowohl einen Festnetz- als auch einen Mobilfunkvertrag bei der Telekom. "Sollten wir von den übrigen Kunden auch nur ein Prozent als Doppelkunden gewinnen, kann unser Umsatz um bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr steigen", sagte Obermann. Mit ihr der Verschmelzung die Deutsche Telekom wettbewerbsfähiger werden und Marktanteile gewinnen. Der Vorstand erwartet mittelfristig aus der Verschmelzung einen positiven Ergebniseffekt von 600 Mio. Euro.

Die Telekom hatte die Pläne bereits im Februar angekündigt. Die Integration der Geschäftsbereiche ist eine Fortführung der Zusammenlegung von Verkauf und Kundendienst der Mobilfunktochter T-Mobile und der Festnetzsparte T-Home in Deutschland, die bereits Ende 2006 mit dem Amtsantritt von Obermann erfolgt war. Auch andere Konzerne reagieren mit kombinierten Angeboten und einer Integration auf das Zusammenwachsen von Festnetz und Mobilfunk.

Die neue Gesellschaft mit knapp 85.000 Mitarbeitern ist verantwortlich für derzeit fast 27 Millionen Festnetz- und mehr als 39 Millionen Mobilfunkanschlüsse. Der Gesamtumsatz betrug 2008 rund 26 Milliarden Euro, der operative Gewinn rund 10 Mrd. Euro. Nach Zustimmung und Eintragung ins Handelregister könnte die neue Gesellschaft, die "Telekom Deutschland GmbH" heißen soll, im ersten Halbjahr 2010 starten, sagte Obermann vor den Anteilseignern. Ihr zugeordnet werden soll auch das Webhosting-Unternehmen Strato.

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