Einigung über Digitale Dividende nicht in Sicht Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


16.12.2009 Christof Baumgartner

Einigung über Digitale Dividende nicht in Sicht

Die Diskussion über die freiwerdenden Funkfrequenzen geht weiter. Während Mobil- und Rundfunkbranche langsam aufeinander zugehen, scheint die Politik weiter planlos zu sein.

Die Vergabe der freigewordenen TV-Frequenzen, der so genannten »Digitalen Dividende«, spaltet nicht nur Mobilfunker, Kabelbetreiber und ORF voneinander, sondern auch die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP. Während die Kanzlerpartei keinen unmittelbaren Handlungsbedarf sieht und beim Breitbandausbau auf dem Land primär auf Glasfaser setzt, will die ÖVP die Frequenzen rasch an die Mobilfunker verkaufen, um laut Karin Hakl, Innovationssprecherin der ÖVP, »fit für die Zukunft« zu sein. Die Mobilfunker wiederum betonen, dass sie die einzigen sind, die dafür auch zahlen würden. Der ORF hingegen sieht einen Bedarf für das Massenmedium Fernsehen, während die Kabelnetzbetreiber auf technische Probleme bei der Vergabe der Digitalen Dividende an die Mobilfunker hinweisen. Im Rahmen einer Diskussionsrunde mit Vertretern aus allen betroffenen Bereichen wurden die einzelnen Bedürfnisse erörtert. Auf der Seite Hakls waren naturgemäß Michael Krammer, CEO von Orange Österreich, und Robert Chvàtal von T-Mobile Austria.

MOBILFUNK CONTRA RUNDFUNK »Die Digitale Dividende gehört dem Volk«, sagte Krammer und durch die Vergabe der Frequenzen würde neues Geld in Form von Frequenzgebühren an den Staat fließen, was allen Bürgern zugute käme. Bereits jetzt würden Österreichs Netzbetreiber insgesamt 20 Millionen Euro an Gebühren pro Jahr entrichten. »Österreich ist ein mobiles Land mit happy Bunnies, die überall telefonieren können«, so Chvàtal, dennoch seien die besten Zeiten aber vorbei. Die vierte Generation des Mobilfunks können nur über die Digitale Dividende Wirklichkeit werden. Außerdem müsse man weniger Standorte aufbauen, was auch die Umwelt schonen würde.

Dass auch der Rundfunk innovativ und die bestehenden Netze ausgeschöpft seien, erklärte Michael Wagenhofer, Chef der ORF-Tochter ORS. Neue Nutzungsangebote könnten nur mittels der Digitalen Dividende zu den Bürgern gebracht werden. Außerdem erfülle der Rundfunk auch demokratiepolitische Aspekte und sorge für Pluralismus. Günther Singer, Vorsitzender der Berufsgruppe Kabel-TV des Wirtschaftskammerfachverbands Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen, betonte ein anderes technisches Problem. Würden die Mobilfunker die Digitale Dividende nutzen, dann könnte es zu Interferenzen mit den Set-Top-Boxen kommen.

Am Ende kam man sich aber doch näher, indem man sich darauf verständigte, dass die Mobilfunker die freiwerdenden Frequenzen nur für den Ausbau des ländlichen Gebietes nutzen wollen und nicht in den Ballungsräumen, wo man ohnehin schon gut ausgebaut habe. Einig war man sich nur, dass die Politik keine Zeit mehr verlieren darf, um eine Entscheidung zu treffen. Bis 2015 zuzuwarten, wie Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) angekündigt hat, sei einfach zu lang.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • Editel Austria GmbH

    Editel Austria GmbH Supply Chain Management, E-Procurement und Supply Chain Management, Datenkonvertierung, Überwachungssysteme, Trust Center/Zertifizierungssoftware, Digitale Signatur, Datensicherung,... mehr
  • DBConcepts GmbH. Die Oracle Experten.

    DBConcepts GmbH. Die Oracle Experten. Enterprise Application Integration, Datenbanken, Business Intelligence und Knowledge Management, Tools, Server-Betriebssysteme, Middleware, Betriebssysteme für PCs,... mehr
  • EASY SOFTWARE GmbH

    EASY SOFTWARE GmbH Schrifterkennung, Mobile Lösungen und Applikationen, Management Informationssysteme (MIS), Dokumentenmanagement und ECM, Business Intelligence und Knowledge Management mehr
  • APC Business Services GmbH

    APC Business Services GmbH IT-Personalbereitstellung, Individual-Softwareentwicklung, IKT-Consulting mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: