Telkos auf der Suche nach dem Zaubertrank Detail - Computerwelt

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24.02.2010 Christof Baumgartner

Telkos auf der Suche nach dem Zaubertrank

Harter Wettberwerb und verschärfte Regulierung machen den Telkos in Europa zu schaffen. Um nicht in die Verlustzone abzudriften, braucht es Lösungen. Konvergenz steht dabei ganz oben.

»Die rosigen Zeiten für die Telekombranche sind vorbei.« So lautet das trockene Fazit von Hagen Götz Hastenteufel, Analyst der Managementberatung A.T. Kearney und Autor einer Studie zum europäischen Telekommunikationsmarkt. Der europäische Telekommunikationsmarkt befinde sich im Umbruch und die Unternehmen müssten reagieren, »wollen sie nicht ab 2012 in der Verlustzone sein«. Der immer aggressivere Verdrängungswettbewerb führt demnach zu fallenden Preisen und rückläufigen Umsätzen und die verstärkte Regulierung hat die Situation für die Anbieter weiter verschärft. Laut Robert Kremlicka, Chef von A.T. Kearney-Österreich und Co-Autor der Studie, steht die Branche »vielleicht vor dem schwierigsten Jahrzehnt ihrer Geschichte«. »Mehr telefonieren können die Leute kaum noch. Auch wenn das Datentransfervolumen steigt, bleibt es durch den Preiskampf bei einem Null-Summen-Spiel.«

Die Branche sucht nun verzweifelt nach Auswegen. »Wir sehen bei den Anbietern in Europa vielfältige Reaktionen auf die veränderten Rahmenbedingungen. Einerseits sind die Unternehmen ständig auf der Suche nach Innovation und neuen Umsatzquellen, andererseits steht nach wie vor klassische Kostensenkung auf der Tagesordnung«, so Hastenteufel. Die Wirtschaftskrise verschärft diese Situation naturgemäß. Weitere Kostensenkungen seien für die europäischen Telekom-Anbieter deutlich schwieriger. »Deshalb sind nun strukturelle Veränderungen der Geschäftsmodelle notwendig«, sagt Kremlicka. Unter den Branchenentwicklungen leiden jene Anbieter am stärksten, die nur im klassischen Telekomgeschäft angesiedelt sind, also Betreiber von reinen Festnetz- oder Mobilfunknetzen. Die Studie zeigt eine deutliche Umsatzverschiebung in Richtung breitbandiger Anwendungen und Online-Dienste. Gerade in diesem Bereich gibt es jedoch viele Konkurrenten auch aus anderen Bereichen – prominente Beispiele dafür sind Google und Apple.

HEILMITTEL KONVERGENZ Möglichkeiten sehen die Studienautoren im Bereich Konvergenz und in dem Trend Mobilfunk und Festnetz zusammenzuführen, angefangen bei Vertrieb und Kundenservice über Marketing bis hin zu Netzbetrieb. Realisiert wird dies in konkreten Produkten, wie beispielsweise IPTV. Bei der Telekom Austria (TA) arbeitet man derzeit an einer Fusion von Festnetz- und Mobilfunkbereich, die laut Hastenteufel »auf jeden Fall einen Jobabbau« mit sich bringen würde. Laut A.T. Kearney liegt das Sparpotenzial dabei im Schnitt bei sieben Prozent des Betriebsaufwandes. Auch die seit längerem erwartete Marktbereinigung werde in den nächsten drei Jahren stattfinden. Statt vier werde es dann nur mehr drei heimische Handybetreiber geben. In der Vergangenheit wurde der kleinste Anbieter, 3, als Übernahmekandidat genannt. Das Unternehmen hat aber als Trumpf den chinesischen Weltkonzern Hutchinson als Mutter.

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