Smart Meter bieten vor allem Betreibern Vorteile Detail - Computerwelt

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09.03.2010 apa/Christof Baumgartner

Smart Meter bieten vor allem Betreibern Vorteile

Kostenpunkt: eine Milliarde Euro.

Bis 2020 müssen 80 Prozent aller EU-Haushalte mit intelligenten Stromzählern versorgt werden. Durch die sogenannten Smart Meter werden Kunden zeitnah über ihren Energieverbrauch informiert. Ob sie in der Folge auch ihr Verhalten ändern, "ist natürlich eine Hoffnung, die es zu beweisen gilt", räumt E-Control-Chef Walter Boltz ein. In erster Linie könnten die Netzbetreiber mit Hilfe der neuen Zähler ihre Geschäftsprozesse optimieren. Eine Ersparnis zeige sich aber wohl erst "am langen Ende". Das soll frühestens ab 2020 kommen.

Bis dahin sollen laut EU-Vorgabe im dritten Energieliberalisierungspaket die meisten Haushalte (wenigstens 80 Prozent) mit Smart Meters ausgestattet sein. Nach der flächendeckenden Umstellung könnten sich dann die Gesamtbetriebskosten der Netzbetreiber um fünf bis zehn Prozent reduzieren, glaubt Boltz. "Und das für immer."

Nach wie vor ist er der Meinung, dass die Installation der intelligenten Stromzähler die E-Wirtschaft rund eine Milliarde Euro kosten wird und aus den bisherigen Netzentgelten finanziert werden könnte. Verbund-Boss Wolfgang Anzengruber hatte die Kosten kürzlich noch mit "an die zwei Milliarden Euro" beziffert. Boltz bekräftigte hingegen: "Es gibt kein Extrageld, weil es kein Extrageld kostet." Der Regulator geht nicht davon aus, dass für die Kunden Zusatzkosten anfallen. Das Messentgelt von maximal 2,40 Euro/Monat pro Zähler sollte genügen.

Ähnlich argumentierte Boltz auch bei den Smart Grids. Die Investitionen in die intelligenten Netze seien durch das Anreizregulierungssystem, das einen "attraktiven Zinssatz" biete, "vernünftig abgedeckt". Die Verzinsung liege bei 7,025 Prozent vor Steuern. Für den Chefregulator ist das genug monetärer Anreiz.

KEINE FORSCHUNGSGELDER Der vergangene Woche vom Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ) erhobenen Forderung nach Anerkennung von Forschungskosten in die Smart Grids bei den Netztarifen erteilte Boltz eine Absage. Die meisten Elektrizitätsfirmen hätten "noch nie in ihrer Unternehmensgeschichte ernsthafte Forschung betrieben". Eine "gießkannenartige Verteilung" von Forschungsgeldern "in der Hoffnung, dass sinnvolle Errungenschaften herauskommen", sei daher eine "Verschwendung". Forschen sollten in Boltz' Augen weiterhin die Technologiezulieferer. Gemeinsame FE-Initiativen der EVUs steht er jedoch positiv gegenüber, dann gebe es zumindest kein "Gießkannensystem".

Smart Grids sind laut dem E-Control-Boss "keine wirklich neue Technologie", sondern es gehe lediglich um die bessere Nutzung moderner Kommunikations- und Steuerungstechnologien für die Netzführung. Die intelligenten Netze auf der Mittel- und Niederspannungsebene würden notwendig, weil es auch in Österreich immer mehr dezentrale Erzeugungsanlagen (Windkraft, Biomasse, Biogas etc.) gebe, die integriert werden müssen. Einen direkten Zusammenhang der beiden smarten Technologien gebe es jedoch nicht. Eine flächendeckende Smart-Meter-Versorgung brauche es nämlich für Smart Grids nicht, denn schon mit 1.000 intelligenten Zählern könne der Stromverbrauch sehr gut prognostiziert werden.

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