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19.03.2010 Rudolf Felser

EU erleichtert Handynutzung in europäischen Küstenmeeren

Die EU-Kommission hat neue Vorschriften erlassen, damit Passagiere und Besatzungsmitglieder auf Schiffen vor den Küsten der EU mit ihren Handys leichter telefonieren und SMSen können, auch wenn sie sich außerhalb der Reichweite von Mobilfunknetzen befinden.

Die neuen Regeln dienen der Harmonisierung der technischen und rechtlichen Vorschriften für bordeigene Kommunikationsdienste und sollen den Weg für innovative Anwendungen wie z. B. die Fernüberwachung von Frachtcontainern ebnen. Dienstleister, die eine grenzübergreifend nahtlose maritime Mobilfunkanbindung anbieten wollen, bekommen dadurch Rechtssicherheit und neue Geschäftschancen.

Die für die digitale Agenda zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes erklärte dazu: "Dank der neuen Vorschriften, die die Kommission gerade erlassen hat, werden mehrere Millionen Menschen, die auf Schiffen in europäischen Territorialgewässern reisen oder arbeiten, ihr Mobiltelefon ohne Interferenzprobleme benutzen können."

Die neuen einheitlichen Regeln sollen den bisherigen rechtlichen Flickenteppich aus 27 unterschiedlichen nationalen Rechtsvorschriften für die Mobilfunkabdeckung an Bord von Kreuzfahrt-, Fracht- und Fährschiffen in den europäischen Territorialgewässern ablösen. Sie schaffen Rechtssicherheit für Telekommunikationsbetreiber, die ihren Kunden maritime Mobilfunkdienste anbieten möchten.

Solche bordeigenen Mobilfunkdienste funktionieren mit Hilfe kleiner (Pikozellen-) Basisstationen an Bord des Schiffes, die das Handy des Seereisenden per Satellit mit einem landgestützten Netz verbinden. Dieser bordeigene Dienst macht die Benutzer handelsüblicher Mobiltelefone über normale Telekommunikationsnetze erreichbar.

Ein gerade erlassener Beschluss der Kommission gewährleistet, dass Funkfrequenzen im 900- und 1800-MHz-Band ("GSM-Frequenzen") für bordeigene Kommunikationsdienste unter harmonisierten technischen Voraussetzungen und Betriebsbedingungen zur Verfügung stehen. Außerdem wird so sichergestellt, dass bordeigene Mobilfunkdienste keine funktechnischen Störungen in landgestützten Netzen verursachen, damit Mobilfunknutzer an der Küste nicht unbeabsichtigt in bordeigene Systeme eingebucht werden.

Gleichzeitig hat die Kommission eine Empfehlung veröffentlicht, in der sie die EU-Staaten anregt, ihre Genehmigungsverfahren zu vereinfachen, damit Betreiber bordeigener Systeme, die in einem Land zugelassen sind, ihre Dienste in den Hoheitsgewässern aller EU-Staaten anbieten können, ohne weitere Genehmigungen zu benötigen.

Beide Maßnahmen zusammen sollen es für Passagiere wie Besatzungen leichter machen, auch auf See per Handy mit ihren Familien und Freunden in Kontakt zu bleiben. Die durchgehende maritime Mobilfunkanbindung werde mit entsprechenden Fernsensoren auch die Echtzeit-Überwachung transportierter Güter ermöglichen, verspricht die Kommission. So könne beispielsweise die Temperatur und Feuchtigkeit in einem Container fernüberwacht werden, um jederzeit die Qualität der mit dem Schiff beförderten Waren zu kontrollieren.

Die EU-Mitgliedstaaten haben nun zwölf Monate Zeit, um die betreffenden Funkfrequenzbänder für bordeigene Mobilfunkdienste auf Schiffen freizumachen und ihre nationalen Vorschriften entsprechend dem Beschluss anzupassen. Außerdem sollten sie die Verbraucher über die Bedingungen für die Mobilfunknutzung auf Schiffen angemessen informieren. (pi/rnf)

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