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22.03.2010 Rudolf Felser

FTTH/B-Netze: Spleiß- vs. Steckverbindungen

Eine wichtige Rolle bei den Kosten und der Flexibilität der Infrastruktur-Konfiguration spielt die Frage, wie die Millionen Verbindungen der Glasfaserkabel im Netz hergestellt werden sollen.

Der Bedarf an immer größeren Bandbreiten und Übertragungsgeschwindigkeiten bis zum Endkunden nimmt in Europa derzeit mit jährlichen Wachstumsraten von etwa 50 Prozent deutlich zu. Telekom-Anbieter müssen diese Nachfrage befriedigen, um gegenüber ihren Mitbewerbern konkurrenzfähig zu bleiben.

Glasfasernetze bis zum Endkunden, also FTTH (Fibre-To-The-Home) bzw. FTTB (Fibre-To-The-Building), bieten als Infrastruktur die erforderlichen Kapazitäten, um auch den zukünftigen Bedarf einigermaßen abzudecken. Aus wirtschaftlichen Gründen kam (und kommt) der Ausbau der Glasfasernetze bis zum Endkunden allerdings in vielen Fällen nicht in Frage, insbesondere im ländlichen Raum. Deshalb ist die Zahl der Glasfaseranschlüsse in Europa mit derzeit etwa zwei Mio. im Vergleich zu den USA mit etwa sechs Mio. oder Asien mit 30 Mio. noch gering. Aus diesem Grund fördert die Europäische Kommission mit verschiedenen Initiativen den Ausbau der FTTH/B-Infrastruktur. Auch nationale Regierungen haben Interesse am flächendeckenden Ausbau einer leistungsfähigen Telekommunikations-Infrastruktur, damit auch abgelegene Wirtschaftsstandorte keine Nachteile im globalen Wettbewerb erleiden.

DIE KOSTENFRAGE Wichtigster Gesichtspunkt für die Telekommunikationsanbieter sind die Kosten für den Aufbau und den Betrieb der Glasfasernetze sowie die Zeit, die der Aufbau in Anspruch nimmt. Beim Anschluss von Endkunden sind insbesondere Lösungen gefragt, die flexibel anpassbar sind. Bei der FTTH/B-Infrastruktur benutzt man deshalb vornehmlich Passive Optische Netzwerke (PON) mit Point-to-Point- (P2P) oder Point-to-Multipoint-Verbindungen (P2MP). Passive Netzwerke sind im Betrieb wesentlich kostengünstiger und benötigen keine zusätzliche Energie. Das optische Signal wird mit Hilfe passiver optische Splitter aufgeteilt, um es einer Vielzahl von Endkunden zuleiten zu können. Allerdings muss hierbei darauf geachtet werden, dass die übertragenen Pegel ausreichen, um auch beim Endkunden ausreichende Qualität des Signals sicherstellen zu können. Außerdem sind bei diesem Konzept spätere Erweiterungen nur mit großem Kostenaufwand möglich, wenn diese nicht schon beim erstmaligen Aufbau des Netzes berücksichtigt wurden.

Eine wichtige Rolle bei den Kosten und der Flexibilität der Konfiguration spielt die Frage, wie die Millionen Verbindungen der Glasfaserkabel im Netz hergestellt werden sollen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Spleißen (dabei werden die Enden der Glasfasern mit Hilfe einer speziellen Maschine fest verbunden) sowie die Steckertechnik (dabei werden vorgefertigte Steckverbinder an den Enden der Glasfasern angebracht und mechanisch zusammengesteckt).

Für Netzwerkbetreiber ist es auf den ersten Blick günstiger, die Verbindungen mittels Spleißen herzustellen, zumindestens beim erstmaligen Aufbau des Netzes. Langfristig zahle sich dieses Verfahren allerdings nicht aus, denn die Verwendung von Steckverbindern bringe deutliche Vorteile sowohl beim Aufbau von FTTH/B-Netzen sowie später im Betrieb, wo es auf langfristige Flexibilität und Zuverlässigkeit ankommt, so der Netzwerkinfrastruktur-Spezialist ADC Krone. Ist die Glasfaserleitung fest mit dem Anschluss des Kunden verbunden, könne der Netzbetreiber die Leitung nicht einfach einem anderen Kunden zuordnen, wenn der erste Kunde die Dienste nicht mehr nutzen will. In einem Markt, der durch starke Konkurrenzsituation gekennzeichnet ist, könne sich das für den Netzbetreiber nachteilig auf den Nutzungsgrad seiner Netzinfrastruktur auswirken, so ADC Krone weiter.

Steckverbinder für Glasfaserkabel sind hochwertige Bauelemente, die ursprünglich zur Anwendungen in der zentralen Vermittlung entwickelt worden sind. Im Vergleich zu Spleißverbindungen, die typischerweise eine Signaldämpfung von unter 0,1 db verursachen, weisen Steckverbinder allerdings höhere Dämpfungswerte auf. Deshalb muss beim Aufbau der FTTH/B-Netze um so mehr auf die richtige Bemessung der eingespeisten Pegel geachtet werden,wobei die Durchgangsdämpfung der Steckverbinder zu berücksichtigen ist. (pi/rnf)

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