Mobiles Breitbandinternet bleibt weit hinter den Versprechungen zurück Detail - Computerwelt

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07.04.2010 Christof Baumgartner/Rudolf Felser

Mobiles Breitbandinternet bleibt weit hinter den Versprechungen zurück

Ein Test des VKI legt gravierende Unterschiede der versprochenen Datenraten bei mobilem Breitband gegenüber der Realität offen. Die Mobilfunker kritisieren ihrerseits den Test.

»Arbeit, Spaß und Spiel« soll ein mobiler Breitbandzugang ermöglichen und zwar überall. Anbieter locken potenzielle User mit Angeboten, die aber meist mehr versprechen, als sie letztendlich halten können. Das zeigt ein Vergleichstest des Vereins für Konsumenteninformation (VKI), der zehn Angebote (Vertrag und Wertkarte) der vier nationalen Mobilfunkanbieter auf Geschwindigkeit, Handhabung und Kosten untersucht hat. Unerwartet niedrige Geschwindigkeit, Verbindungsabbrüche und teils hohe Kosten bei Überschreitungen: so sieht die Realität des mobilen Breitband in Österreich aus. »Mobiles Breitband ist derzeit kein vollwertiger Ersatz für das Internet über Kabel oder Telefonleitung. Meist heißt es nur Schmalspur statt Breitband. Denn bei keiner einzigen Messung erreichten die mobilen Internetzugänge die in Aussicht gestellte Geschwindigkeit bei Down- und Upload. Statt mit Hochgeschwindigkeit am Datenhighway zu brausen, bleibt man im Datenstau stecken«, kritisiert VKI-Geschäftsführer Franz Floss. Der Testsieger schaffte es im besten Fall gerade einmal auf 80 Prozent des Versprechens. Allerdings muss man dem entgegen halten, dass auch Anbieter von kabelgebundenen Internetzugängen nicht immer die Bandbreiten liefern, die sie bewerben.

DISKREPANZ Eine enorme Diskrepanz zwischen Werbung und Wirklichkeit stellten die Tester bei den Downloadgeschwindigkeiten fest. Die Anbieter von mobilem Breitband versprechen zwar Downloadraten von »bis zu« 7,2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Die getesteten Produkte von Yesss, T-Mobile, Drei und der Telekom Austria erreichten im gut ausgebauten Stadtgebiet jedoch im Durchschnitt nur ein Drittel der ausgelobten Geschwindigkeit. Absolut gesehen lieferten Orange (netbook + Mobiles Internet), Yesss (Mobiles Internet Starterpaket) und Telering (free WILLI) die schlechtesten Messergebnisse und erhielten in dieser Kategorie dafür ein »nicht zufriedenstellend«. Mobilkom Austria wies die höchsten Spitzengeschwindigkeiten aus. »Heikel sind Downloads von Dateien mit einer Größe von mehr als 100 MB, weil hier die Wahrscheinlichkeit eines ungewollten Abbruchs besonders hoch ist«, sagt VKI-Testleiter Paul Srna.

Die Mobilfunkanbieter rechtfertigten sich damit, dass es sich um »bis zu«-Angaben handle. Berthold Thoma, Geschäftsführer von Hutchison 3G Austria, übt grundlegende Kritik an der Testreihe: »Die Methodik ist schlampig. Nur rund 200 Download-Messungen an lediglich vier Standorten alle innerhalb Wiens« seien nicht ausreichend, um einen aussagekräftigen Test durchzuführen. Zusätzlich übt er Kritik an der verwendeten Hardware. »Ob ein mobiles Produkt zufriedenstellende Ergebnisse liefert, hängt von den individuellen Bedürfnissen der Kunden ab.«

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