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09.04.2010 apa/Rudolf Felser

Orange kritisiert Roaming-Regulierung

Orange-Österreich-Chef Michael Krammer fordert von der EU, der Endkunden-Roaming-Regulierung ein Ende zu bereiten und stattdessen für eine Vereinheitlichung der Terminierungsentgelte zu sorgen, die Provider für die Weiterleitung der Gespräche in andere Netze untereinander verrechnen.

Zurück in die Höhle des Löwen, nämlich nach Brüssel - den Ort der Roaming-Regulierung - begab sich Orange-Österreich-Chef Michael Krammer, um "neue Akzente" mit "Europa-Tarifen" zu setzen. Damit biete der Betreiber erstmals Inlands-, Auslands- und Roamingminuten inklusive in einem Paket an, sagte Krammer.

An die EU richtete er die Forderung, der Endkunden-Roaming-Regulierung ein Ende zu bereiten und stattdessen für eine Vereinheitlichung der Terminierungsentgelte zu sorgen, die Provider für die Weiterleitung der Gespräche in andere Netze untereinander verrechnen.

Nach den Berechnungen von Orange seien 2009 um fünf Prozent weniger Roaming-Minuten angefallen als im Jahr zuvor, sagte Krammer. Selbst wenn dabei der Effekt der Wirtschaftskrise berücksichtigt werde, habe die Roaming-Regulierung nicht zu mehr Handy-Telefonaten im Ausland geführt. "Die einzige Auswirkung dieser Regulierung ist die Tatsache, dass es nun keinen Roaming-Wettbewerb am europäischen Mobilfunkmarkt mehr gibt", sagte der Orange-Chef.

Eine europaweite Regulierung hält Krammer dagegen bei den mobilen Zusammenschaltungsgebühren für nötig. Bei den Terminierungsentgelten seien Betreiber in Schweden und Österreich mit 3 Cent pro Minute "Nettozahler", während die Gebühren im EU-Schnitt, in Deutschland, Tschechien und Italien bei 7 Cent oder darüber lägen. "Wenn man von einem europäischen Binnenmarkt spricht, müssen die Terminierungsentgelte gleich sein", forderte der CEO. Die "Schieflage" zwischen den einzelnen Ländern lasse keinen wirklichen Binnenmarkt zu. Terminierungsentgelte verrechnen sich die Mobilfunkbetreiber untereinander, sobald eine Gespräch in ein anderes Netz übergeben wird.

"Maßnahmen zur Stimulierung des Wettbewerbs" verlangt Krammer von der EU-Kommission beim Datenroaming, wo der Betreiber 2009 Zuwachsraten bis 82 Prozent verzeichnete. Es gehe dabei um die Preisgestaltung im Großhandel und um Nicht-Diskriminierung, sagte er.

ROAMINGMINUTEN IM PAKET Orange Austria bietet ab dem heutigen Freitag auf drei Kundengruppen zugeschnittene "Europa"-Pakete zwischen 25 und 39 Euro monatlich. Enthalten sind 1.000 Gesprächsminuten in alle Netze österreichweit und zwischen 100 und 300 Freiminuten innerhalb der EU einschließlich Aktiv- und Passivroaming. Für Bestandskunden bietet der Betreiber Sprachroaming-Pakete ab fünf Euro monatlich mit 20 Minuten in alle EU-Netze bis zu 500 Minuten in bevorzugte Partnernetze um 100 Euro. In Sachen Datenroaming bietet Orange Austria Pakete von 1 Euro pro Megabite in alle EU-Netze bis zu 250 Megabite in bevorzugten EU-Partnernetzen um 49 Euro. Mit den Tarifen wolle Orange vor allem Kunden aus anderen Netzen anziehen, sagte Krammer. Er rechnet damit, dass andere Betreiber mit ähnlichen Angeboten nachziehen und den Wettbewerb intensivieren werden.

Ab Juli diesen Jahres wird die Roaming-Obergrenze für Handy-Gespräche in der EU auf 39 Cent für ausgehende Anrufe bzw. 15 Cent für eingehende abgesenkt, ab Mitte 2011 dürfen die Mobilfunkanbieter maximal 35 bzw. 11 Cent verrechnen. In Österreich fallen zusätzlich 20 Prozent Mehrwertsteuer an. Für Datenroaming dürfen die Telekom-Betreiber ab Juli untereinander maximal 80 Cent pro Megabyte verrechnen, ein Jahr später gilt dann die Obergrenze 50 Cent. (apa(

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