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15.04.2010 Rudolf Felser

Mobilfunk-Messreihe belegt Einhaltung der Grenzwerte

Angesichts der jüngst wieder aufflammenden Diskussionen über Handystrahlung und Grenzwerte hat sich das Forum Mobilkommunikation (FMK) mit den Ergebnissen einer Messreihe zu Wort gemeldet.

Die zweite österreichweite Mobilfunk-Messreihe bestätige, dass die Immissionen von Mobilfunk-Stationen die geltenden Grenzwerte nur zu einem Bruchteil ausschöpfen, so das FMK in einer Aussendung. FMK-Geschäftsführer Maximilian Maier zu den Hintergründen: "Ziel ist es, die Bevölkerung transparent über die tatsächlich auftretenden Mobilfunkfelder zu informieren und damit gleichzeitig einen Beitrag zur Versachlichung der Mobilfunk-Diskussion zu leisten. Aus diesem Grund haben wir auch wieder den TÜV-Austria als unabhängiges, akkreditiertes Prüfinstitut mit der Durchführung der Messreihe beauftragt."

Meist würden die hochfrequenten elektromagnetischen Felder (EMF) von Mobilfunk-Stationen nur wenige hundertstel Prozent der geltenden Grenzwerte ausmachen, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Union (EU) empfohlen werden, versucht das FMK zu beruhigen. Selbst der höchste gemessene Wert (rund 0,004 Watt/m2) schöpfe den zulässigen Grenzwert (4,5 Watt/m2, 900 MHz) nur zu 0,09 Prozent aus.

MESSREIHE Der TÜV Austria hat im Rahmen der bundesweiten Untersuchung an insgesamt 255 Messpunkten in 106 Gemeinden die EMF-Immissionen von Mobilfunk-Stationen und anderen Funkquellen erhoben. In erster Linie erfolgte die Prüfung in Gemeinden, in denen es in der Vergangenheit schon Diskussionen um Mobilfunk gegeben hat und wo daher seitens des FMK von einem "erhöhten Informationsbedarf" ausgegangen wird.

Darüber hinaus wurde den Angaben zufolge speziell in Gemeinden gemessen, die im Rahmen der ersten Messreihe 2007/2008 noch nicht berücksichtigt wurden. Pro Gemeinde wurden bis zu sechs (in Wien neun) Messpunkte an gut frequentierten, zentralen und öffentlich zugänglichen Orten kontrolliert.

GRENZWERTE Die geltenden Grenzwerte wurden von der Internationalen Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (ICNIRP) festgelegt, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) übernommen, von der EU empfohlen und werden in Österreich verbindlich in der EMF-Personenschutznorm (Vornom ÖVE/ÖNorm E 8850) umgesetzt. Die Grenzwerte für Mobilfunk-Stationen hängen von der jeweiligen Frequenz ab und belaufen sich für den Frequenzbereich 900 MHz auf 4,5 Watt/m2, für 1800 MHz auf 9 Watt/m2 und für 2000 MHz auf 10 Watt/m2 (Angabe jeweils in Leistungsflussdichte).

Maier dazu: "Die Mobilfunk-Grenzwerte enthalten einen 50-fachen Sicherheitspolster und gewährleisten somit den vorsorgenden Gesundheitsschutz der gesamten Bevölkerung. Renommierte nationale und internationale Einrichtungen überprüfen regelmäßig die Grenzwerte wissenschaftlich und sind auch zuletzt wieder übereinstimmend zu dem Schluss gekommen, dass bei Einhaltung der Grenzwerte keine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten ist. Um das Wissen auf dem Gebiet weiter auszubauen und zu verdichten laufen weitere Forschungsprojekte."

ÄRZTE WARNEN Doch nicht jeder ist Maiers Meinung. "Die Menschen sind viel zu sorglos bei der Nutzung ihres Mobiltelefons, obwohl ein Krebsrisiko bei intensiver und langjähriger Nutzung evident ist", sagte beispielsweise kürzlich Hanns Moshammer, Vorsitzender des Vereins Ärzte für eine gesunde Umwelt, im Rahmen einer Veranstaltung der Plattform Mobilfunk-Initiativen. Es ging dabei um den Fall des italienischen Managers Innocente Marcolini, der seiner beruflichen, intensiven Nutzung von Festnetztelefonen und Handys die Schuld für seine Tumorerkrankung gibt (siehe "Handy-Strahlung wieder Thema"). (pi/rnf)

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