Smartphones und mobile Datendienste können Mobilfunkbranche "retten" Detail - Computerwelt

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16.04.2010 Rudolf Felser

Smartphones und mobile Datendienste können Mobilfunkbranche "retten"

Das beschleunigte Wachstum mobiler Datendienste kann die Umsatzerlöse von Europas Mobilfunkbetreibern stabilisieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little und des Analysehauses Exane BNP Paribas.

Die gerade angelaufene Auktion von Mobilfunkfrequenzen in Deutschland gibt der Studie besondere Relevanz. Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass zwar die Sprachumsätze weiterhin sinken, jedoch die Nutzung mobiler Datendienste bis 2015 um 25 Prozent pro Jahr wachsen wird. Dies entspricht den Angaben zufolge einem europaweiten Umsatzpotenzial von 27 Mrd. Euro. "Die hohe Nachfrage nach mobilen Datendiensten hat das Potenzial, den Rückgang der Sprachumsätze komplett zu kompensieren", analysiert Karim Taga, Geschäftsführer von Arthur D. Little Austria und Telekom-Experte, "eine Umsatzsteigerung insgesamt ist allerdings nicht zu erwarten."

ERST HSPA+, DANN LTE Die Studie prognostiziert weiter, dass bis 2015 60 Prozent aller Mobilfunkkunden ein Smartphone besitzen werden. 25 Prozent werden zudem mobile Breitbandverbindungen nutzen. Bis 2015 erwartet Arthur D. Little eine Explosion des mobilen Datenverkehrs um den Faktor 32, so dass neue Netzinvestitionen notwendig werden. Mobilfunkbetreiber sollen diese jedoch begrenzen können, indem sie zunächst in HSPA+ statt in LTE investieren, intensiver bei Netzausbauvorhaben kooperieren und Möglichkeiten zur Ableitung des mobilen Datenverkehrs auf Festnetzinfrastruktur nutzen. Die Quote Investitionen/Umsatz dürfte daher laut der Unternehmensberatung im europäischen Durchschnitt maximal von zehn auf zwölf Prozent ansteigen.

"Wir gehen davon aus, dass der in den nächsten drei bis vier Jahren zu erwartende Zuwachs des Datenverkehrs mit der HSPA+-Produktfamilie zu meistern ist und daher zumindest mittelfristig die Einführung von breitbandigeren Technologien wie LTE nicht notwendig erscheint", sagt Karim Taga, "jenseits dieses Zeithorizonts wird die Menge an Spektrum, über die ein Betreiber verfügt, allerdings das wesentliche Erfolgskriterium sein, da die Vorteile von LTE erst ab 20 MHz zu Tage treten. Strategisch müssten sich die Betreiber jetzt das Spektrum sichern, auch wenn dieses erst später eingesetzt wird".

DATENDIENSTE LEGEN ZU In Österreich haben die Umsätze aus mobilen Datendiensten durch Smartphones 2009 den Ergebnissen der Studie zufolge deutlich zugenommen. Zudem würden iPhone und andere Smarthones den Betreibern attraktive neue Kundensegmente eröffnen. Der durchschnittliche österreichische Smartphone-Nutzer verbraucht derzeit zwischen 150-200 MB pro Monat (AUPU), Tendenz exponentiell steigend. Der damit verbundene durchschnittliche Daten-Umsatz (ARPU) exklusive SMS/MMS ist ebenfalls angestiegen, was vor allem auf den Umstieg der Nutzer auf größere Datenpauschalen zurückzuführen ist.

Auch am PC und Laptop wird immer häufiger via Mobilfunk gesurft: Mit einer Bevölkerungs-Penetration von 14,5 Prozent bei mobilen Datenkarten (mit Ende 2009) belegt Österreich nach wie vor den Spitzenplatz in der EU. Als besonders bemerkenswert streicht Arthur D. Little hervor, dass diese Zahl keine Prepaid-Kunden beinhaltet, die durch verstärkte Angebote der Mobilfunkbetreiber und nicht zuletzt der Telekom Austria im letzen Jahr deutlich zugenommen haben dürfte. "Dieser Trend zur komplementären Nutzung zeigt deutlich, dass die Marktteilnehmer vom Erfolg der mobilen Datenkarten weiter profitieren wollen, jedoch eine profitablere Produktphilosophie anstreben", sagt Karim Taga.

Die Unternehmensberatung rät Mobilfunkanbietern, sich nicht nur auf das iPhone zu verlassen, sondern Smartphones weiterer Hersteller anzubieten. Damit würden sie zugleich ihre "zunehmende Abhängigkeit von der Applikationsplattform Apples, dem App Store", reduzieren. Andere Betriebssysteme wie z.B. Android ermöglichen es Netzbetreibern, offene Applikationsplattformen zu gestalten und - im Gegensatz zum App Store - auch Umsatzanteile für heruntergeladene Applikationen zu erhalten. Generell sollten Mobilfunkanbieter neue und für Anwendungsentwickler offene Applikations-Plattformen unterstützen, statt ausschließlich auf Eigenentwicklungen zu setzen. (pi/rnf)

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