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05.05.2010 Alex Wolschann/apa

TKK will Glasfaser näher an Endkunden bringen

Die Telekom-Control-Kommission (TKK) will die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass das Glasfasernetz möglichst nahe zum Endkunden ausgebaut wird.

Die Telekom-Control-Kommission (TKK) will die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass das Glasfasernetz möglichst nahe zum Endkunden ausgebaut wird. Zugleich soll aber auch die beschleunigte Datenübertragung über die alten Kupferkabel kommerziell interessant bleiben. Am Mittwoch (5. Mai) hat die Regulierungsbehörde RTR Vorschläge präsentiert, wie diese Ziele erreicht werden sollen.

Nun läuft bis 2. Juni in Österreich die öffentliche Konsultation dazu, bis 10. Juni läuft die europaweite Koordination. Im Frühsommer 2010 sollen die Konditionen für den weiteren Ausbau der Infrastruktur per Bescheid festgezurrt werden, sagte RTR-Geschäftsführer Georg Serentschy in Wien vor Journalisten.

Die schnellste Verbindung würde die Verlegung von Glasfaserkabeln in die Wohnungen (FTTH) ermöglichen. So könnten praktisch unbegrenzte Datenübertragungsgeschwindigkeiten erzielt werden, nach aktueller Technologie über 100 Mbps (100 Megabit pro Sekunde). Wird das Haus angeschlossen und im Gebäude mit Kupfer weitergearbeitet (FTTB) werden 50 bis 80 Mbps möglich. Aber auch die Anbindung der Kabelverzweiger im öffentlichen Raum (FTTC) würde die Datenübertragung auf 30 bis 40 Mbps beschleunigen.

Vereinfacht gilt also: Je kürzer der Anteil des Kupferkabels, desto schneller die Verbindung. Das Verlegen von Glasfaserkabeln kostet allerdings und ist häufig für Einzelanschlüsse nicht wirtschaftlich. Der Vorschlag der Regulierer unterstützt daher auch Investitionen, die eine schnellere Datenübertragung über das schon vorhandene Kupferkabel ermöglichen, sogenannte VDSL@CO, die auf 25 bis 30 Mbps kommt - allerdings darf sich der Endabnehmer maximal einen Kilometer hinter dem letzten Verstärker befinden, damit diese Geschwindigkeit möglich wird.

Um Investitionen in die VDSL-Technologie zu unterstützen, sieht der aktuelle Vorschlag vor, dass ein Konkurrent Investitionen dafür (drei Jahre lang) abgelten muss, wenn er auf der gleichen Strecke nachträglich eine Glasfaserverbindung baut. Eine Behinderung der Glasfasertechnologie erwartet sich Serentschy deshalb nicht. Immerhin darf der Anbieter der VDSL-Technologie den Bau von Glasfaserkabeln nicht verhindern.

Für die Regulierungsbehörde hat die Telekom Austria weiter "beträchtliche Marktmacht" und muss daher Auflagen akzeptieren, um alternativen Anbietern auch auf dem Glasfaserkabel den Zugang zum Endkunden zu ermöglichen. Die Auflagen zum "Unbundling", also Zugang zu Kupferkabeln, bleibt unverändert.

Glasfaserausbau sei keine Konkurrenz zu breitbandigen Mobilverbindungen, betont Serentschy. Denn Daten werden in der Regel vom Funkmast per Kabel weitergeleitet. Jeder Netzbetreiber brauche für die flächendeckende Versorgung 4.000 bis 5.000 Funkstationen, die ihrerseits an das Glasfasernetz angebunden werden dürften, um die Datenübertragung zu beschleunigen. "Auch das ist Glasfaserausbau" so Serentschy. Nicht überall könne man mit Richtfunk weitergehen. Abgesehen davon kann der Mobilfunk derzeit noch nicht mit der Übertragungsgeschwindigkeit von Glasfaserkabeln mithalten.

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