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26.05.2010 Alex Wolschann/apa

Abwärtstrend beim Festnetz bremst sich ein

In Österreich hat nur mehr jeder zweite Haushalt einen Festnetzanschluss. Der durch die Handys ausgelöste Abwärtstrend konnte jedoch gebremst werden.

Hersteller und Anbieter von Festnetztelefonie leiden wegen des Handybooms seit Jahren unter massivem Preisverfall und Kundenschwund. In Österreich hat nur mehr jeder zweite Haushalt einen Festnetzanschluss - das hierzulande extrem billige handytelefonieren hat das Standtelefon für viele unattraktiv gemacht.

Die Telekommunikationsunternehmen versuchen, diesem Abwärtstrend mit Kombi-Angeboten (Internet, Telefon, TV) entgegenzuwirken, so hat die Telekom Austria (TA) den Rückgang bei den Anschlüssen im ersten Quartal 2010 auf 0,8 Prozent reduziert. Auch der Telefonhersteller Gigaset verspürt leichten Aufwind. In Ländern wie Spanien oder Italien "steigt der Markt seit einem halben Jahr", sagte Erich Schmidhofer, Chef der Gigaset Communications Austria, vor Journalisten.

In Österreich werden im Jahr rund 300.000 Schnurlostelefone im Jahr verkauft, Tendenz "ganz leicht fallend", so Schmidhofer. Die Krise hat Gigaset Communications Austria, eine Tochter der deutschen Gigaset und Lizenznehmerin von Siemens, hierzulande "nicht wirklich gespürt", sehr wohl aber einigen südosteuropäischen Ländern wie Griechenland und Rumänien.

Für die Zukunft hofft Gigaset auf die Internet-Telefonie (Voice over IP). Laut einer amerikanischen Studie sei VoIP die am schnellsten wachsende des vergangenen Jahrzehnts, noch vor Internetsuchmaschinen, sagte Schmidhofer. Obwohl man schon vor drei Jahren geglaubt habe, "der Markt explodiert", beginne VoIP erst jetzt zu wachsen. Und wirklich attraktiv werde Internet-Telefonie nur werden, wenn zusätzliche Applikationen angeboten werden. Laut einer von Gigaset beauftragten marketagent.com-Internetumfrage unter 511 österreichischen Festnetznutzern zwischen 19 und 69 Jahren fände etwa fast jeder Dritte eine Wettervorhersage auf Knopfdruck attraktiv.

Am meisten verbreitet sind in Österreich laut Studie herkömmliche Schnurlostelefone (50,5 Prozent). Knapp ein Viertel besitzt ein Gerät mit mehreren Mobilteilen, 9,6 Prozent haben ein VoIP-fähiges Telefon. Immer noch beliebt sind Telefone mit Kabel (31,9 Prozent). Gigaset wollte vor drei Jahren seine entsprechende Produktlinie auflassen - "aber die Nachfrage war so groß", dass man davon abgekommen sei, sagte Schmidhofer.

Das Festnetz wird in Österreich vor allem für kürzere Telefonate verwendet und mit Familie und Privatsphäre assoziiert, ergab die Online-Befragung. Über Geld, Sex oder Beziehungen wollen die Österreicher demnach nur in ihren eigenen vier Wänden sprechen. Knapp 40 Prozent der Befragten gaben an, das sie sich beim Telefonieren mit dem Festnetz nur auf das Gespräch konzentrieren. Der Rest surft nebenbei im Internet (36,6 Prozent), sieht fern (35,8 Prozent), hört Radio (25,6 Prozent), kocht (24,5 Prozent) oder erledigt Hausarbeit (21,5 Prozent).

Die deutsche Gigaset steht im Mehrheitseigentum der Beteiligungsgesellschaft Arques, die knapp 80 Prozent an der früheren Siemens-Telefonsparte hält. Gerüchte, wonach Siemens - der Technologiekonzern hält noch ein Fünftel an Gigaset - einen neuen Eigentümer für den Telefonhersteller sucht, wollte Schmidhofer heute nicht kommentieren. Nur so viel: "Derzeit ist nichts am Laufen." Mittelfristig werde der Investor Arques wohl seine Anteile an Gigaset verkaufen.

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