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02.06.2010 Christof Baumgartner

VoIP könnte für Renaissance des Festnetzes sorgen

Mit Kombiangeboten mit Internet und Fernsehen konnten Festnetzanbieter den massiven Kundenschwund einbremsen. Wie die Zukunft des Festnetzes aussehen könnte zeigt nun eine Studie.

Seit Jahren kämpfen die Anbieter von Festnetztelefonie mit einem massiven Kundenschwund, verursacht vom Siegeszug der Mobiltelefonie mit ihren attraktiven Angeboten. In Österreich hat nur mehr jeder zweite Haushalt einen Festnetzanschluss. Die Festnetz-Telefonie-Unternehmen versuchen diesem Rückwärtstrend entgegenzuwirken und bemühen sich schon länger durch maßgeschneiderte Kombi-Angebote (Internet, TV und Festnetz) Anteile zurückzugewinnen. Dies scheint nun zu greifen. Heimische Anbieter konnten heuer zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder ein Wachstumsgeschäft bei der Festnetzsparte verzeichnen, so hat die Telekom Austria (TA) den Rückgang bei den Anschlüssen im ersten Quartal 2010 auf 0,8 Prozent reduziert. Auch Telefonhersteller wie Gigaset verspürt leichten Aufwind. In Ländern wie Spanien oder Italien »steigt der Markt seit einem halben Jahr«, sagte Erich Schmidhofer, Chef der Gigaset Communications Austria, bei der Präsentation einer Studie zur Festnetznutzung in Österreich. Hierzulande werden im Jahr rund 300.000 Schnurlostelefone im Jahr verkauft, Tendenz »ganz leicht fallend«, so Schmidhofer. Die Krise hat Gigaset Communications Austria, eine Tochter der deutschen Gigaset und Lizenznehmerin von Siemens, in Österreich »nicht wirklich gespürt«, sehr wohl aber in einigen südosteuropäischen Ländern wie Griechenland und Rumänien.

WACHSENDER VOIP-MARKT STÄRKT FESTNETZ Vor allem der Bereich Voice over IP (VoIP) ist für Anbieter wie Gigaset interessant. Laut einer amerikanischen Studie sei VoIP die am schnellsten wachsende Technologie des vergangenen Jahrzehnts, noch vor Internetsuchmaschinen, sagte Schmidhofer. Obwohl man schon vor drei Jahren geglaubt habe, »der Markt explodiert«, beginne VoIP erst jetzt zu wachsen. In Österreich nutzen schon knapp zehn Prozent VoIP-fähige Telefone. Und wirklich attraktiv werde Internet-Telefonie nur werden, wenn zusätzliche Applikationen angeboten werden. Laut einer von Gigaset beauftragten Marketagent-Internetumfrage unter 511 österreichischen Festnetznutzern zwischen 19 und 69 Jahren fände etwa fast jeder Dritte eine Wettervorhersage auf Knopfdruck attraktiv. Zudem schätzen die Anwender die Kostenkontrolle, Verbindungsqualität und Erreichbarkeit am Festnetz. Auch für private Themen wie Geld oder Sex wird lieber in den eigenen vier Wänden zum Telefon gegriffen und dabei schätzen die User vor allem die Bewegungsfreiheit via Schnurlos-Gerät.

Das Festnetz wird in Österreich vor allem für kürzere Telefonate verwendet und mit Familie und Privatsphäre assoziiert, ergab die Online-Befragung. Knapp 40 Prozent der Befragten verwenden sowohl Festnetz als auch ein mobiles Endgerät zum Telefonieren zuhause. Eine starke Präferenz für das Festnetz und einen Festnetzanschluss entsteht, wenn es darum geht, nicht nur mit dem Gerät zu telefonieren, sondern auch Faxe zu versenden, Daten via ISDN zu verteilen, Zugang zum Internet zum Beispiel für IP-Telefonie zu haben oder auch durch mehrere Mobilteile ein Heimnetzwerk einzurichten. Knapp ein Viertel der Österreicher (22,1 Prozent) sehen diese multifunktionalen Nutzungsoptionen auch als einen der größten Vorteile des Festnetzes.

Knapp 40 Prozent gaben an, dass sie sich beim Telefonieren mit dem Festnetz nur auf das Gespräch konzentrieren. Der Rest surft nebenbei im Internet (36,6 Prozent), sieht fern (35,8 Prozent), hört Radio (25,6 Prozent) oder kocht. Als wichtigstes Kriterium für das Festnetz-Telefon wird von 47,2 Prozent der Befragten eine lange Lebensdauer genannt, gefolgt von einer verständlichen Menüführung mit 43,6 Prozent und dem Preis mit 43,2 Prozent. Weiters ist die Reichweite von der Basisstation zum Mobilteil für 35,4 Prozent ein entscheidendes Kriterium. 35,2 Prozent achten auf eine einfache Bedienung der Tastatur, 33,9 Prozent auf die Klang- und Sprachqualität, sowie 29,9 Prozent auf einen geringen Stromverbrauch. Mit 9,6 Prozent scheint das Vorhandensein einer Datenschnittstelle noch bei den wenigsten Festnetz-Telefonierern ein Kriterium zu sein. Am meisten verbreitet sind in Österreich laut Studie herkömmliche Schnurlostelefone (50,5 Prozent). Knapp ein Viertel besitzt ein Gerät mit mehreren Mobilteilen, 9,6 Prozent haben ein VoIP-fähiges Telefon. Immer noch beliebt sind Telefone mit Kabel (31,9 Prozent). Gigaset wollte vor drei Jahren seine entsprechende Produktlinie einstellen, »aber die Nachfrage war so groß«, dass man davon abgekommen sei, so Schmidhofer.

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