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09.06.2010 Rudolf Felser

Kinder vor den Gefahren von Handy und Internet schützen

EU-Kommissarin Kroes begrüßt die Arbeit der Mobilfunkbetreiber im Interesse der Sicherheit von Kindern, fordert aber zusätzliche Bemühungen zur Sensibilisierung der Eltern.

Die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Neelie Kroes hat die Fortschritte der Mobilfunkbetreiber in ihren Bemühungen um die Sicherheit von Kindern bei der Nutzung von Mobiltelefonen begrüßt, gleichzeitig jedoch dazu aufgerufen, die Eltern für neue potentielle Risiken zu sensibilisieren, denen Kinder bei der Nutzung von Smartphones ausgesetzt sind (wie etwa der leichtere Zugang zu für Erwachsene bestimmten Inhalten im Internet). Ein gerade von der GSM Association, dem Berufsverband der Mobilfunkbranche, veröffentlichter Bericht zeigt, dass 91 Unternehmen auf nationaler Ebene die Maßnahmen ergreifen, die in einer 2007 unter Vermittlung der Europäischen Kommission europaweit unterzeichneten freiwilligen Vereinbarung beschlossen worden waren. 25 Mitgliedstaaten verfügen nun über nationale Verhaltensregeln zur freiwilligen Selbstkontrolle, die auf der europäischen Rahmenvereinbarung beruhen; somit profitieren 96 % aller Mobilfunknutzer in der EU von dieser Vereinbarung.

Insgesamt haben die Mobilfunkbetreiber in den vier 2007 festgelegten Aktionsbereichen der EU-Kommission zufolge gute Fortschritte erzielt:

  • Die Betreiber haben Maßnahmen ergriffen, um den Zugang von Kindern zu nur für Erwachsene bestimmten Inhalten zu kontrollieren. So führen beispielsweise lettische Mobilfunkbetreiber in der Verkaufsstelle Altersüberprüfungen durch und ermöglichen den Eltern die kostenlose Sperrung des Internetzugangs auf den Telefonen ihrer Kinder.
  • Die Betreiber arbeiten zudem an der Klassifizierung kommerzieller Inhalte, die per Mobiltelefon zugänglich sind. Italienische Mobilfunkbetreiber verwenden farblich gekennzeichnete Symbole, anhand deren unterschieden wird, ob Inhalte für jedes Publikum geeignet sind, sich speziell an Kinder richten, in Anwesenheit eines Erwachsenen angeschaut werden sollten oder nur für Erwachsene bestimmt sind.
  • Verschiedene Mobilfunkbetreiber produzieren Aufklärungsmaterial und führen Informationskampagnen für eine sichere Mobilfunknutzung durch. Britische Mobilfunkbetreiber haben zu diesem Thema eigene Websites erstellt sowie Leitlinien, sogenannte Pledge Cards, DVDs und Broschüren produziert. Maltesische Betreiber stellen kostenlose Beratungs-Hotlines zur Verfügung, die 24 Stunden am Tag erreichbar sind.
  • Tschechische und slowakische Mobilfunkbetreiber ergreifen Maßnahmen zum Kampf gegen illegale Inhalte in Mobilfunknetzen und sperren den Zugang zu Websites mit illegalen Inhalten.

Der Bericht zeigt auch, dass eine Reihe nationaler Kodizes Anforderungen enthalten, die über den Anwendungsbereich des EU-Rahmens hinausgehen. So wurden beispielsweise in Ungarn ein Ethikkodex für auf Kinder abzielende Werbung entwickelt und im Vereinigten Königreich ähnliche Verhaltensregeln zur Nutzung passiver Ortungsdienste aufgestellt. Auch die Reaktionen von Akteuren des Kinderschutzes wie etwa Save the Children in Dänemark, International Children's Safety Service in Ungarn und Protegeles in Spanien zeigen, dass nationale Verhaltenskodizes auch dazu beigetragen haben, dass Mobilfunkbetreiber mit NRO zusammenarbeiten.

In einigen EU-Ländern erwarten die Akteure von der Mobilfunkbranche jedoch mehr Maßnahmen, um die Eltern über die Risiken und Möglichkeiten des in rascher Entwicklung befindlichen mobilen Internets zu informieren. Der lettische Children's Fund etwa berichtet, dass die jüngsten Mobiltelefonnutzer die potentiellen Risiken zwar kennen und besser informiert sind, bei Problemen jedoch erst sehr spät die Eltern um Rat und Hilfe bitten.

Der Schutz von Kindern im Internet – ob sie von einem Computer oder einem Mobiltelefon aus surfen – ist eine der Hauptprioritäten der Digitalen Agenda für Europa der Europäischen Kommission. Die Anbieter der bei den jüngeren Generationen beliebtesten Onlinedienste (beispielsweise soziale Netzwerke, Mobilfunkbetreiber) werden aufgefordert, bis 2013 weitere Maßnahmen der Selbstkontrolle in Bezug auf die Sicherheit von Kindern im Internet zu entwickeln.

Insbesondere dank des EU-Programms "Sicheres Internet" haben die meisten europäischen Mitgliedstaaten Hotlines eingerichtet, unter denen anstößige Online-Inhalte gemeldet werden können, und es werden Lehrgänge zur sicheren Internetnutzung in Schulen angeboten. Zudem werden sie darin bestärkt, ihre Bemühungen in den kommenden Jahren zu verstärken.

Aufgestellt wurde der „Europäische Rahmen für die sicherere Benutzung von Mobiltelefonen durch Kinder und Jugendliche“ als Reaktion auf die zahlreichen Probleme, die in der 2006 von der Kommission durchgeführten öffentlichen Konsultation zum Jugendschutz bei der Mobilfunknutzung genannt worden waren. (pi/rnf)

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