Datenautobahn am Land noch eine Baustelle Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


25.08.2010 Christof Baumgartner/pi

Datenautobahn am Land noch eine Baustelle

Internet ist zwar mittlerweile auch in den meisten Dörfern angekommen, doch es gibt noch einigen Aufholbedarf gegenüber den städtischen Anbindungen. Vor allem was die Geschwindigkeit betrifft, fühlen sich die ländlichen Internetuser benachteiligt.

Internet im ländlichen Raum hat einen sehr großen Stellenwert. So haben 73 Prozent der Bevölkerung, 91 Prozent der Unternehmen und 77 Prozent der Landwirte Zugang zum World Wide Web. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Meinungsforschungsinstitutes Peter Hajek, die imAuftrag von T-Mobile durchgeführt wurde. Doch auch wenn die Internetnutzung im ländlichen Raum tendenziell sehr hoch liegt, so fühlt sich ein Großteil der Bevölkerung am Land im Vergleich zur Stadt benachteiligt. In Zahlen sind das 36 Prozent der Bevölkerung (das entspricht rund einer Million Menschen), 41 Prozent der Unternehmen (etwa 39.000) und 37 Prozent der Landwirte (circa 85.000). 50 Prozent der befragten Betriebe im ländlichen Raum kritisieren den mangelnden Ausbau und die langsame Verbindung des Internets und würden einen deutlichen Wettbewerbsnachteil attestieren, wenn sie keinen Internetzugang hätten.

DIGITALE DIVIDENDE GEFORDERT »Unsere Studie zeigt, dass die Menschen im ländlichen Raum das Internet als Wirtschaftsfaktor wahrnehmen, aber auch großes Potenzial für Aus-, Weiter- und Fortbildung sehen. Wir müssen uns die Bedürfnisse der Menschen am Land genau ansehen und Akzente setzen, dass die Landflucht verlangsamt wird. Hier ist die Politik aber auch die Regulierung gefragt«, kommentiert Robert Chvátal, Vorsitzender der Geschäftsführung T-Mobile Austria, die Ergebnisse. Chvátal nahm die Studie zum Anlass, um eine schnelle Versteigerung der Frequenzen der Digitalen Dividende zu fordern, damit »vor allem der ländliche Raum noch mehr vom digitalen Zeitalter profitieren kann und das Stadt-Land Gefälle nicht zunimmt.« T-Mobile sieht besonders in der nächsten Mobilfunkgeneration LTE (Long Term Evolution) die Lösung des Problems. Der Netzbetreiber führt derzeit LTE-Tests auf verschiedenen Frequenzen im ländlichen Raum durch. So wird in Niederösterreich derzeit LTE in Berndorf auf der Frequenz 800 MHz getestet und in St. Pölten und Wien werden Tests auf der 1.800-MHz-Frequenz durchgeführt.

WENIGER LANDFLUCHT? Meinungsforscher Peter Hajek ist überzeugt, dass der Internetausbau auch die Landflucht eindämmen wird. Immerhin hätten drei von vier Befragten erklärt, dass das Netz ihr Berufsleben verändert habe. Hochgerechnet würden 48.000 Betriebe in Österreichs Dörfern einen Wettbewerbsnachteil sehen, hätten sie keinen Internetanschluss. »Es wird überall in Österreich wichtig, dass die Trennung der Anbieter durch die Regulatoren geöffnet wird. T-Mobile wäre dazu bereit, denn es ist nicht nachvollziehbar, wenn in wenig besiedelten Gebieten bis zu vier Zugänge gebaut werden.« Eine Möglichkeit wären laut dem T-Mobile-Geschäftsführer flexible Modelle, die es ermöglichen, dass die Infrastruktur gegebenenfalls gemeinsam unter den eigentlichen Konkurrenten ausgebaut wird, wenn ein Betreiber mangels Kostendeckung nicht in den vollständigen Ausbau investieren würde.

LTE FÜR TA NOCH KEIN MUSS Auch die Telekom Austria (TA) will den Breitbandausbau im ländlichen Raum vorantreiben, setzt dabei aber auf ein Glasfasernetz. Bis 2013 will das Unternehmen rund 1,5 Milliarden Euro investieren. LTE scheint derzeit noich kein Thema bei der TA zu sein. »Unser HSPA+ Netzwerk ist noch immer ausreichend, LTE ist derzeit keine Notwendigkeit«, wird Hans Tschuden, Finanzchef der TA, in Medien zitiert. Bis zum Rollout von LTE würden noch einige Jahre vergehen.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema


Hosted by:    Security Monitoring by: