Unified Communications steckt noch in den Kinderschuhen Detail - Computerwelt

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10.09.2010 Christof Baumgartner

Unified Communications steckt noch in den Kinderschuhen

Unified Communications (UC) spielt bei vielen Unternehmen aktuell noch eine untergeordnete Rolle. Das soll sich aber schon in den nächsten Monaten ändern, weil Investitionen nachgeholt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Aastra und Frost & Sullivan.

In der Umfrage unter Systemintegratoren, Service Providern, Consultern, Distributoren und Reselleren gaben lediglich fünf Prozent der Teilnehmer an, dass die Mehrheit ihrer Kunden bereits UC-Lösungen anwenden. 65 Prozent der Befragten erwarten aber noch 2010 eine zunehmende Nachfrage nach kompletten UC-Paketen oder einzelnen Diensten. Als Hauptgrund für die bisherige Zurückhaltung identifiziert die Studie die vergangene Wirtschaftskrise. Mit deren Ende würden verschobene Investitionen nun nachgeholt.

Der Markt für Unified Communication steht der Umfrage zufolge in den sprichwörtlichen „Kinderschuhen“: Erst fünf Prozent der Unternehmen haben ein entsprechendes Konzept implementiert. Allerdings befindet sich jedes Dritte schon in Umsetzung oder plant diese für die kommenden zwölf Monate. Das zweite Drittel hat einen Zeithorizont von „ein bis drei Jahren“ im Auge, alle anderen befinden sich noch in der Orientierungsphase. Besonders weit verbreitet ist das Thema in den Branchen Finanzdienstleister sowie IT/Telekom.

KOSTENFRAGE ALS HEMMSCHWELLE Den größten Nachholbedarf haben Handel, Produktion und öffentlicher Bereich. Die Gründe für die bisherige Zurückhaltung sind die Kosten. Das soll sich, laut den Befragten der Studie, mit dem Ende der Wirtschaftskrise jedoch signifikant ändern; nur fünf Prozent erwarten einen Rückgang. Demgemäß sehen mehr als 90 Prozent das europäische UC-Thema optimistisch und erwarten sich primär aus der aktuellen Verquickung zwischen IT und Telekommunikation die Erschließung neuer Geschäftsfelder.

Betrachtet man die einzelnen Dienste, die unter dem Begriff Unified Communications zusammengefasst werden, so messen ihnen die Umfrageteilnehmer unterschiedliche Vermarktungschancen bei. Eines der Topthemen der kommenden Monate ist für zwei Drittel der befragten ITK-Spezialisten Fixed Mobile Convergence gefolgt von Unified Messaging (knapp die Hälfte). Das größte Geschäft wird allerdings in der Migration hin zu IP gesehen: 80 Prozent der Befragten gaben an, dass in diesem Bereich die meisten Aufträge zu erwarten seien, wobei diesem Thema in Großunternehmen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als im KMU-Bereich. Große Unternehmen fokussieren außerdem auf die UC-Mehrwerte „Contact Center“ und desktopbasierte Kollaboration.

Dieses Ergebnis hängt mit den Gründen für den Einsatz von UC-Diensten zusammen. Laut Umfrage stehen Kosteneinsparungen und Effizienz ganz oben in der Liste der Motivationen (beide 85 Prozent). Danach folgen Kundenzufriedenheit (75 Prozent), Mobilität und Homeworking (81 Prozent).

„Für UC-Technologien Geld auszugeben, muss sich aus Sicht der anwendenden Unternehmen wirtschaftlich rechnen. Das gilt besonders für einzelne Module wie FMC (Fixed Mobile Convergence) oder Video. Die Technik als Selbstzweck steht nicht im Vordergrund. Stattdessen sollen Arbeitsprozesse erleichtert und beschleunigt werden“, erläutert Frederic Boone, Geschäftsführer Aastra Austria, die Ergebnisse.

An der Studie „UC Channel Survey 2010“ nahmen europaweit 169 Unternehmen teil, 15 Prozent von ihnen stammen aus Österreich.

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