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07.10.2010 Alex Wolschann/pte

Geodaten in SMS verpackt

Forscher am Royal Melbourne Institute of Technology (RMIT) haben einen Standard für die Einbettung von Geodaten in SMS entwickelt.

Forscher am Royal Melbourne Institute of Technology (RMIT) haben einen Standard für die Einbettung von Geodaten in SMS entwickelt. "Studien zufolge ist 'Wo bist du?' die meistverschickte SMS überhaupt", sagt Matthw Kwan, Doktorand an der RMIT School of Mathematical and Geospatial Sciences. "GeoSMS" soll eine möglichst präzise Antwort liefern, damit sich User leichter finden.

Generell ist GeoSMS dazu gedacht, dass sich Menschen leichter finden. "Eine schriftliche Beschreibung eines Standorts reicht oft nicht, wenn man sich beispielsweise verirrt hat, im Fall einer Autopanne oder falls man in einer großen Menschenmenge steckt", erklärt Kwan gegenüber pressetext. Das Team hat bereits eine Android-App entwickelt, die bei Empfang einer SMS mit Geodaten auf dem Display genau anzeigt, wo sich der Absender befindet.

Moderne Smartphones erlauben zwar den Zugriff auf Dienste wie Google Maps und Google Latitude. "SMS ist derzeit die gängigste Methode der Kommunikation zwischen Usern und wird das noch über Jahre bleiben", betont aber Kwan. GeoSMS ist daher als offener Standard gedacht, um Geodaten in die gängigen Textnachrichten einzubetten. "Es gibt so viele Situationen, in denen Nachrichten mit Geotag nützlich wären", so der Forscher.

Ein Anwendungsbeispiel ist die Android-App "I Am Here". Empfängt der User eine SMS mit Geodaten eines Treffpunkts wie etwa einer Bar, kann er sich per virtuellem Kompass und Entfernungsmesser oder aber auf einer Karte deren genaue Position anzeigen lassen. Neben dem Auffinden von Freunden bietet GeoSMS viele andere Anwendungsmöglichkeiten, so die RMIT-Forscher. Beispielsweise könnten User Taxis an ihren genauen Standort rufen. Ebenso ist denkbar, dass Nutzer mittels Geodaten-SMS melden, wo genau sie Zeuge eines Verbrechens wurden.

Damit GeoSMS sein Potenzial entfalten kann, muss der Standard erst entsprechende Verbreitung finden. "Es ist ein offener Standard, also werden ihn Handyhersteller hoffentlich in Zukunft nutzen", gibt sich Kwan optimistisch. Der Ansatz ist einfach, Geo-URIs in SMS zu verpacken. "Wir wollen damit sicherstellen, dass alle Applikationen interoperabel werden." Da die Spezifikationen zu GeoSMS und der I-Am-Here-Quellcode frei verfügbar sind, hofft der Forscher, dass andere Interessenten Anwendungen beispielsweise für das iPhone oder Nokia-Geräte schreiben.

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